Übersteuernd, nervös - und trotzdem besser? Hamilton lobt neue F1-Autos
Nach nur zwei Siegen in der Ground-Effect-Ära fällt Lewis Hamiltons Urteil über die neue Formel-1-Generation deutlich positiver aus
Lewis Hamilton ist von der neuen Formel-1-Generation sehr angetan
Foto: Ferrari Ferrari
Lewis Hamilton hat sich positiv über die neue Generation der Formel-1-Autos geäußert. Sie zu fahren mache mehr Spaß als bei den Fahrzeugen vergangener Jahre. Mit seiner langjährigen Erfahrung gilt der siebenmalige Weltmeister als einer der besten Gradmesser für die aktuelle technische Entwicklung in der Formel 1.
Hamilton steht vor der fünften großen Regelreform seiner Karriere und hat sich in der Vergangenheit immer wieder kritisch zu verschiedenen Fahrzeuggenerationen geäußert, insbesondere nach den anspruchsvollen Jahren der Ground-Effect-Ära von 2022 bis 2025, in der ihm lediglich zwei Siege gelangen.
Vor diesem Hintergrund erklärt sich auch sein positiver Eindruck der neuen Fahrzeuge, die in dieser Woche beim offiziellen Shakedown in Barcelona erstmals auf der Strecke zum Einsatz kamen. Hamilton absolvierte dort seine ersten Testkilometer im Ferrari SF-26, nachdem das Auto bereits in der Vorwoche bei einem Filmtag in Fiorano debütiert hatte.
Was Hamilton an den neuen Autos besonders gefällt
"Diese Fahrzeuggeneration macht tatsächlich etwas mehr Spaß", sagte Hamilton nach den Testfahrten. "Das Auto ist übersteuernd, nervös und rutschig, aber es lässt sich etwas leichter abfangen. Insgesamt ist es definitiv angenehmer zu fahren."
Der Brite setzte beim Shakedown inoffiziell die schnellste Runde mit einer Zeit von 1:16,348 Minuten und trug gemeinsam mit Teamkollege Charles Leclerc zu insgesamt 440 absolvierten Runden von Ferrari auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya bei. Laut Hamilton seien die neuen Autos gutmütiger als ihre Vorgänger, deren Fahrverhalten stark von einer schmalen Stabilitätsgrenze geprägt gewesen sei.
Gleichzeitig betonte Hamilton, dass trotz des positiven Eindrucks noch Entwicklungsarbeit notwendig sei. "Natürlich gibt es Verbesserungsbedarf, so wie bei allen Teams. Aber wir hatten sehr gute Nachbesprechungen. Jeder ist voll dabei, und ich spüre im gesamten Team einen starken Siegeswillen. Das stimmt mich positiv."
Wertvolle Kilometer auf nasser Strecke
Hamilton äußerte sich auch zufrieden mit dem Ablauf des Ferrari-Testprogramms, das unter anderem einen Testtag bei Regen umfasste. Neben Ferrari war nur Red Bull bei nassen Bedingungen auf der Strecke, doch Hamilton nutzte die Gelegenheit bewusst, um weitere Erfahrungen im Regen zu sammeln.
"Es war insgesamt eine sehr angenehme Woche", erklärte er. "Sowohl ich persönlich als auch das Team haben über den Winter extrem viel gearbeitet, um gut vorbereitet in diesen Test zu gehen."
Der Regen zu Beginn der Woche sei zwar untypisch für einen Shakedown gewesen, habe aber einen praktischen Nutzen gehabt. Hamilton erinnerte daran, dass sein erstes Regenrennen im Ferrari beim Grand Prix von Australien im Vorjahr stattgefunden habe und eine große Herausforderung gewesen sei.
Beeindruckende Zuverlässigkeit beim ersten Test
"Damals bin ich im Rennen zum ersten Mal bei Regen im Ferrari gefahren, und das war sehr schwierig. Deshalb war es gut, diese Erfahrung jetzt schon zu machen und daraus zu lernen", sagt er.
Positiv bewertete Hamilton zudem die hohe Zuverlässigkeit des Autos während der Testtage. Dank der Vorarbeit im Werk habe es kaum Unterbrechungen gegeben. "Es gab natürlich Kleinigkeiten, aber praktisch keine Standzeiten. Das waren sehr solide Tage."
Abschließend verwies Hamilton auf ein zentrales technisches Merkmal der neuen Fahrzeuge. "Wir haben im Vergleich zu den vergangenen Jahren deutlich weniger Abtrieb, was das Verständnis für Balance und Fahrverhalten zusätzlich anspruchsvoll macht."
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