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"Unerlaubte Fahrhilfe": Warum die Haas-Fahrer bestraft wurden

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"Unerlaubte Fahrhilfe": Warum die Haas-Fahrer bestraft wurden
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Die Sportkommissare haben eine Untersuchung gegen Haas eingeleitet, sodass der US-Rennstall um seine Punkte aus dem Ungarn-Rennen bangen muss

Die Sportkommissare haben entschieden: Kevin Magnussen und Romain Grosjean wurden im Anschluss an den Ungarn-Grand-Prix 2020 auf dem Hungaroring jeweils mit einer Zehn-Sekunden-Strafe belegt. Dadurch ändert sich das Rennergebnis geringfügig: Beide verlieren je eine Position, Magnussen nimmt als Zehnter aber immerhin noch einen Punkt mit.

Und warum die nachträgliche Bestrafung? Weil Haas seinen Fahrern in der Startrunde eine nicht erlaubte Fahrhilfe hat zukommen lassen, so heißt es von den Sportkommissaren.

Im Wortlaut: "Die Sportkommissare haben festgestellt, dass das Team [die] Fahrer zum Boxenstopp angewiesen hat. Deshalb liegt ein Verstoß gegen Artikel 27.1 des Sportlichen Reglements vor, wonach der Fahrer das Auto alleine und ohne Hilfe fahren muss."

Grosjean und Magnussen waren in der Aufwärmrunde an die Box gefahren und hatten dort von profilierten Reifen auf profillose Slicks gewechselt, um dann aus der Boxengasse ins Rennen zu gehen.

Die Entscheidung dazu sei bei einem "kleinen Austausch" unter den Haas-Ingenieuren getroffen worden, so sagt es Teamchef Günther Steiner. Am Ende habe ein Mitarbeiter, der gar nicht vor Ort war am Hungaroring, den Vorschlag gemacht, direkt auf Trockenreifen zu wechseln. "Und dann haben wir genau das gemacht", meint Steiner.

"Es gab keine große Diskussion oder so. Wir hielten es einfach für eine gute Idee und wollten es probieren. Wir hatten nichts zu verlieren."

Fotostrecke
Liste

Romain Grosjean, Haas VF-20

Romain Grosjean, Haas VF-20
1/9

Foto: Glenn Dunbar / Motorsport Images

Romain Grosjean, Haas VF-20

Romain Grosjean, Haas VF-20
2/9

Foto: Andy Hone / Motorsport Images

Romain Grosjean, Haas VF-20

Romain Grosjean, Haas VF-20
3/9

Foto: Charles Coates / Motorsport Images

Lance Stroll, Racing Point RP20, battles with Romain Grosjean, Haas VF-20

Lance Stroll, Racing Point RP20, battles with Romain Grosjean, Haas VF-20
4/9

Foto: Mark Sutton / Motorsport Images

Romain Grosjean, Haas VF-20, leads Valtteri Bottas, Mercedes F1 W11

Romain Grosjean, Haas VF-20, leads Valtteri Bottas, Mercedes F1 W11
5/9

Foto: Andy Hone / Motorsport Images

Kevin Magnussen, Haas VF-20, leads Charles Leclerc, Ferrari SF1000

Kevin Magnussen, Haas VF-20, leads Charles Leclerc, Ferrari SF1000
6/9

Foto: Andy Hone / Motorsport Images

Romain Grosjean, Haas VF-20, leads Lando Norris, McLaren MCL35

Romain Grosjean, Haas VF-20, leads Lando Norris, McLaren MCL35
7/9

Foto: Mark Sutton / Motorsport Images

Lance Stroll, Racing Point RP20, battles with Romain Grosjean, Haas VF-20

Lance Stroll, Racing Point RP20, battles with Romain Grosjean, Haas VF-20
8/9

Foto: Mark Sutton / Motorsport Images

Kevin Magnussen, Haas VF-20

Kevin Magnussen, Haas VF-20
9/9

Foto: Glenn Dunbar / Motorsport Images

Der Funkverkehr bei Haas

Der Haken an der Sache: Der Formel-1-Funkverkehr war 2016 stark eingeschränkt, aber schon nach wenigen Monaten wieder fast vollständig freigegeben worden - bis auf die Einführungsrunde, die noch immer Restriktionen unterliegt. Und das wurde für Haas nun zum Stolperstein.

Im Funk sagte Magnussen unmittelbar nach dem Losfahren: "Wir sind falsch gepolt, es gibt schon eine trockene Linie." Es folgte besagte Diskussion unter den Ingenieuren, dann hieß es vom Kommandostand: "Ok, Kevin, ich denke, wir fahren an die Box. Jetzt an die Box! Ja, wir holen Trockenreifen."

Bei Grosjean fiel die Aufforderung zum Stopp nicht so deutlich aus. Auch er meldete die Perspektive aus dem Cockpit: "Die Strecke trocknet schon sehr ab. Man ist fast versucht, Slicks zu holen." Dann kam vom Renningenieur zurück: "Box, Romain, Box!"

Kevin Magnussen, der für die Mannschaft mit Platz neun auf der Strecke und Platz zehn im finalen Resultat das bisher beste Ergebnis in der Saison 2020 sichergestellt hat, allerdings beglückwünschte sein Team zu einer "großartigen Entscheidung" in der Aufwärmrunde. Er tat dies noch vor Bekanntwerden der Untersuchung gegen Haas.

Er sagte weiter: "Auf Slicks zu gehen, das war ein Goldgriff, und toll vom Team, mir zu vertrauen, dass ich in diesen Bedingungen auf Trockenreifen klarkommen würde."

"Es war nicht einfach, sondern wirklich riskant. Das Team hat mir aber eine Chance gegeben, und es hat funktioniert. Die Pace war da, um die Reifen zum Arbeiten zu bringen. Und so ging es nach vorne."

Ihm sei aber "klar" gewesen: "P3 würde es am Ende nicht werden. Das war nur eine gute Ausgangslage für das Rennen. Ich versuchte einfach nur, mich nach Leibeskräften zu wehren. Sich aber zu sehr an P3 oder P4 zu klammern, das führt nur dazu, dass du zu viel Zeit verlierst."

Mit Platz neun könne er sich unterm Strich gut arrangieren, so sagte er nach dem Rennen, aber noch vor der Ankündigung, dass sein Team unter Beobachtung durch die Sportkommissare steht.

"Am Ende hielt ich sogar den McLaren [von Carlos Sainz] hinter mir", meint Magnussen. "Das zeigt, wie gut unser Auto im Rennen ist, und wie gut wir im Rennen im Vergleich zum Qualifying sind." Grosjean beschloss den dritten Saisonlauf auf Platz 15, was nach dem Urteil zu Platz 16 wurde.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Urheber Stefan Ehlen