"Unwürdige Verlierer": Helmut Marko relativiert Kritik an Mercedes

Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko hatte Mercedes nach dem Formel-1-Saisonfinale scharf attackiert, räumt nun aber ein: "War vielleicht etwas überzogen"

"Unwürdige Verlierer": Helmut Marko relativiert Kritik an Mercedes

Als Red-Bull-Pilot Max Verstappen am 12. Dezember vergangenen Jahres in Abu Dhabi seinen ersten Formel-1-Titel einfuhr, währte der Jubel nur kurz. Unter ihn mischte sich angesichts des Protests von WM-Konkurrent Mercedes kurz nach Rennende vor allem bei den Red-Bull-Bossen auch Ärger und Wut.

Statt mit der Mannschaft zu feiern, mussten Teamchef Christian Horner und Technikchef Adrian Newey bei den Rennkommissaren vorstellig werden, um ihre Sicht auf die Dinge darzulegen. Dabei ging es vor allem um den umstrittenen Restart nach der Safety-Car-Phase: Red Bull folgte der Linie der FIA, Mercedes nicht.

Red-Bull-Motorsportkonsultent Helmut Marko schoss damals scharf gegen die Konkurrenz und fand klare Worte: "Es ist eines WM-Finals unwürdig, dass die Entscheidung so hinausgezögert wird. Das spricht aber für die Gesinnung eines, ich würde sagen, unwürdigen Verlierers, wenn man solche Einsprüche und Proteste einlegt."

Im Rückblick relativiert er seine Aussage jedoch. "Na ja, das hat sich aus der ganzen Situation über die Saison hin aufgeschaukelt, und im ersten Moment ist vielleicht das Wort etwas überzogen. Aber das sind die Emotionen", sagt Marko im Gespräch mit 'ServusTV' und zeigt ein gewisses Verständnis für Mercedes.

Schließlich hätten sie noch bis fünf Runden vor Schluss geglaubt, der Titel sei in Sack und Tüten. "Ich habe ja schon gesehen, die haben sich alle vorbereitet von der Lounge oben hinunter zur großen Siegesfeier zu gehen", erzählt der Österreicher.

"Und plötzlich, bang, kommt ein Safety-Car - nicht durch Yuki Tsunoda oder sonst jemanden, sondern durch einen Mercedes-Fahrer ausgelöst. Und dann diese letzte Runde, unser Team hat sensationell agiert, sofort auf die Soft-Reifen umgewechselt. Da war der Hamilton chancenlos - also auch mit gleichen Reifen."

Auch in dem Fall, da ist sich Marko sicher, hätte Verstappen den Mercedes geschnappt: "Max, auf eine Runde und vor allem von hinten kommend mit dem Vorteil des Slipstreams und DRS, das war klar, dass das ... Er hat mich nachher gefragt, was ich mir gedacht habe. Ich habe gesagt, gar nichts, du gewinnst, das war klar."

Mit Bildmaterial von ServusTV.

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