Eilmeldung

Formel 1 Singapur

Updates Singapur: Was mit dem Mercedes-Unterboden passiert

Welche neuen Teile die Formel-1-Teams beim Singapur-Grand-Prix einsetzen und warum Mercedes sein Unterboden-Update aus Spa nun endgültig ausmustert

Stefan Ehlen Jonathan Noble

Bearbeitet: 20.09.2024, 14:55

Link kopieren

Auf Facebook teilen

Auf Twitter teilen

Auf WhatsApp teilen

Auf Linkedin teilen

Auf Pinterest teilen

Auf Viber teilen

Als bevorzugte Quelle hinzufügen

Updates Singapur: Mercedes-Unterboden wird ausgemustert

Beim Singapur-Grand-Prix 2024 auf dem Marina Bay Circuit (hier alle Einheiten im Formel-1-Liveticker verfolgen!) geht das Entwicklungsrennen der Formel 1 in eine weitere Runde. Aber wo sich die Augen auf das richten, was neu ist, fällt Mercedes dadurch auf, dass etwas fehlt: Die Sternmarke wird ihren Unterboden aus Spa-Francorchamps auch in Singapur nicht einsetzen und vermutlich endgültig ausmustern.

Das ist das Ergebnis von umfangreichen Probefahrten, die Mercedes an den jüngsten Formel-1-Rennwochenenden unternommen hat. Sowohl in Zandvoort als auch in Monza hatte das Team seine Fahrer Lewis Hamilton und George Russell unterschiedliche Konfigurationen testen lassen, ohne dabei auf einen grünen Zweig zu kommen. Abhilfe soll nun ein Unterboden-Update beim USA-Grand-Prix schaffen.

Das deutet Mercedes-Teamchef Toto Wolff an, wenn er sagt: "Wahrscheinlich wechseln wir ab Austin auf die neue Spezifikation." Andrew Shovlin als leitender Ingenieur an der Rennstrecke ergänzt: "Derzeit liegt unser Hauptfokus darauf, in Austin ein größeres Paket einzuführen. Danach kommen die sechs restlichen Rennen in diesem Jahr, bei denen wir nur noch kleinere Dinge haben werden."

In Singapur ist Mercedes deshalb eines der Teams, das keine Updates verwendet. Auch Haas und Sauber verzichten beim Formel-1-Nachtrennen komplett auf neue Teile.

Nur kleine Neuerungen bei den Topteams

Die Topteams McLaren und Red Bull wiederum sind mit streckenspezifischen Neuerungen in Singapur vertreten: McLaren hat für den MCL38 einen neuen Beam-Wing dabei, der auf hohen Abtrieb ausgelegt ist. Es handelt sich also einmal mehr um eine Detailverbesserung am Auto.

 

 

Dazu sagt McLaren-Chefdesigner Rob Marshall: "Man ist immer auf mehr Abtrieb aus, aber bisher machen wir das Schritt für Schritt. Hoffentlich haben wir irgendwann nochmal ein weiteres [großes] Update." Bisher hatte McLaren nur zwei dieser größeren Updates: eines in Miami und eines in Zandvoort.

 

Der Beam-Wing im Heck des McLaren MCL38 beim Formel-1-Rennen in Singapur 2024

Der Beam-Wing im Heck des McLaren MCL38 beim Formel-1-Rennen in Singapur 2024

Foto: Giorgio Piola

Red Bull setzt bei seinem RB20 in Singapur auf vergrößerte Bremsschächte an der Vorderachse. Das soll die Kühlung der Vorderrad-Bremsen optimieren.

Modifizierte Frontflügel bei Aston Martin und Racing Bulls

Ebenfalls streckenspezifisch angepasst wurde der Aston Martin AMR24 mit einem modifizierten Frontflügel. Dessen oberster Flap ist im mittleren Bereich deutlich gewölbter als bei früheren Ausbaustufen. "Damit generiert der Frontflügel mehr Abtrieb für eine bessere Balance zum Heckflügel", erklärt das Team.

 

Ähnliches hat Racing Bulls mit seinem Frontflügel-Update im Sinn: Auch der VCARB 01 hat größere Flaps mit mehr Wölbung erhalten. Auch hier mit dem Ziel, mehr Abtrieb an der Vorderachse zu generieren und das Auto insgesamt besser auszubalancieren.

Auch Ferrari baut seinen Frontflügel um

Ein Frontflügel-Update im etwas größeren Stil ist bei Ferrari zu sehen, und anders als Aston Martin und Racing Bulls stuft Ferrari diese Neuerung als "Performance-relevant" ein. Es handelt sich also nicht um eine nur streckenspezifische Änderung für Singapur.

Was also ist neu am Ferrari-Frontflügel des SF-24? Die beiden obersten Flaps. Ferrari hat einerseits die Form der Elemente überarbeitet und andererseits besonders die Verbindung zur seitlichen Endplatte neugestaltet. Ziel der Maßnahme laut Team: "Mehr Abtrieb und bessere Aerodynamik weiter hinten am Auto."

 

Ferrari-Frontflügel beim Formel-1-Rennen in Singapur 2024

Ferrari-Frontflügel beim Formel-1-Rennen in Singapur 2024

Foto: Giorgio Piola

Jock Clear als Performance-Leiter von Ferrari erklärt außerdem: "Uns geht es mit dem Update darum, [den Luftstrom] etwas weiter nach innen zu holen."

"Wenn man sich das Update genau ansieht, erkennt man: Der Frontflügel ist innen etwas aggressiver gestaltet als außen. Wir haben die Dynamik also etwas verschoben. Das ermöglicht es uns, den Frontflügel etwas steiler einzustellen. Das dient dem Abtrieb und der Balance. Und in Singapur kommt es nur auf die Balance an."

"Bisher hatten wir auf ähnlichen Strecken nicht genug Abtrieb an der Vorderachse gehabt. Hier setzt das Update an und macht uns etwas effizienter. Damit haben wir einfach mehr Spielraum", sagt Clear.

Was neu ist bei Alpine und bei Williams

Einfach nur mehr Abtrieb will Alpine mit seinem neuen Heckflügel beim A524 erreichen: Das Hauptprofil wurde so modifiziert, dass es den Anforderungen eines engen Stadtkurses entspricht, erklärt das Team.

Bei Williams ist die Vorderrad-Aufhängung neu am FW46, was der Rennstall ausdrücklich als Ergänzung zum Zandvoort-Update verstanden wissen will. Dort hatte Williams das Auto umfangreich umgebaut und unter anderem neue Seitenkasten-Lufteinlässe vorgestellt und die Luftführung zum Heck hin verändert.

 

Der Williams FW46 von Alexander Albon mit der neuen Aufhängung in Singapur 2024

Der Williams FW46 von Alexander Albon mit der neuen Aufhängung in Singapur 2024

Foto: Motorsport Images

Nun spricht Williams-Cheftechniker Pat Fry von einem "ordentlichen Fortschritt" bei der Aufhängung, weil es dem Team auch gelungen sei, das Auto erneut "etwas leichter" zu machen. In der Schlussphase der Saison 2024 gehe es um "Details" und um "die richtige Balance für die Kurvenfahrt", sagt Fry.

Interessant: Die neuen Aufhängungsteile befinden sich zunächst nur am Auto von Alexander Albon, wohl aus Vorsicht. "Es war schon ein Kraftakt, zwei Sets hierherzuschaffen", meint Fry. "Von manchen großen Teilen haben wir jeweils nur zwei Stück." Formel-1-Neuling Franco Colapinto wird daher voraussichtlich erst in Austin ebenfalls das Singapur-Update erhalten.

Wir wollen Deine Meinung!

Was würdest Du gerne auf Motorsport.com sehen?

An unserer 5-Minuten-Umfrage teilnehmen

- Das Motorsport.com-Team

Weiterlesen :

Diese Story teilen oder speichern

Link kopieren

Auf Facebook teilen

Auf Twitter teilen

Auf WhatsApp teilen

Auf Linkedin teilen

Auf Pinterest teilen

Auf Viber teilen

Vorheriger Artikel Trainingsauftakt in Singapur: Leclerc fährt Bestzeit, Verstappen P4

Nächster Artikel Williams: Neue Teile für Albon, aber nicht für Colapinto

Mehr von

Stefan Ehlen



Mehr als 9 g: Warum Verstappen die Strecke in Austin für "inakzeptabel" hält

Formel 1

Formel 1

Austin

1 h

Mehr als 9 g: Warum Verstappen die Strecke in Austin für "inakzeptabel" hält



Ferrari macht das Unsichtbare sichtbar: Neues Design für Hamilton und Leclerc

Formel 1

Formel 1

Austin

1 T.

Ferrari macht das Unsichtbare sichtbar: Neues Design für Hamilton und Leclerc



Die größten Formel-1-Flops: Diese 15 Rennwagen wurden zum Desaster

Formel 1

Formel 1 1 T.

Die größten Formel-1-Flops: Diese 15 Rennwagen wurden zum Desaster

Aktuelle News



Kalender Winter-Series 2027: Drei Serien auf fünf Rennstrecken

Allgemeines

ALLG Allgemeines 3 Min.

Kalender Winter-Series 2027: Drei Serien auf fünf Rennstrecken



"Schwachsinn!": Leclerc kritisiert Hadjars Verstappen-Ferrari-Vergleich

Formel 1

F1 Formel 1

Singapur

12 Min.

"Schwachsinn!": Leclerc kritisiert Hadjars Verstappen-Ferrari-Vergleich



15 Jahre nach Sepang: Was Marco Simoncelli für die MotoGP bedeutet

MotoGP

MGP MotoGP

Sepang

34 Min.

15 Jahre nach Sepang: Was Marco Simoncelli für die MotoGP bedeutet



Alex Marquez über Bezzecchi-Crash: "Marco hat sich etwas verschätzt"

MotoGP

MGP MotoGP

Phillip Island

53 Min.

Alex Marquez über Bezzecchi-Crash: "Marco hat sich etwas verschätzt"

Registrieren und Motorsport.com mit Adblocker genießen!

Von Formel 1 bis MotoGP berichten wir direkt aus dem Fahrerlager, denn wir lieben unseren Sport genau wie Du. Damit wir dir unseren Fachjournalismus weiterhin bieten können, verwendet unsere Website Cookies. Dadurch wird Dein Nutzererlebnis optimiert und die Werbung auf Deine Interessen zugeschnitten. Wir wollen dir aber natürlich trotzdem die Möglichkeit geben, eine werbefreie Website zu genießen.

Du hast 2 Optionen:

Jetzt registrieren Schon registriert? Dann hier einloggen!

Adblocker deaktiviert?
Dann versuche es mit Seite neu laden

Benachrichtigungs-Einstellungen

Registrieren