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Red Bull hat einen neuen Heckflügel mit nach Miami gebracht

Foto: Stuart Stuart

Wie erwartet ist der Große Preis von Miami ein Festival der Upgrades für die Formel-1-Teams, die in der langen April-Pause eine Menge Zeit hatten, ihre Autos zu überarbeiten. Das technische FIA-Dokument enthüllt, dass zehn der elf Teams neue Teile nach Florida mitgebracht haben.

Für Aston Martin sind keine Upgrades aufgeführt; das Team hat hauptsächlich an der Zuverlässigkeit und am Gewicht gearbeitet, wobei anzumerken ist, dass die Updates von Audi, Haas und Mercedes bescheiden ausfallen. Andrea Kimi Antonelli hatte dies bereits am Medientag angedeutet.

Red Bull hingegen hat ein groß angelegtes Paket für seinen 2026er-Boliden geschnürt, wobei im FIA-Dokument sieben Upgrades aufgeführt sind.

Der Hintergrund zu Red Bulls eigenem "Macarena"-Flügel

Die Änderung, die während des Filmtags des Teams in Silverstone sofort die meiste Aufmerksamkeit erregte, ist der neue Heckflügel. Wie bei Ferrari handelt es sich um ein rotierendes Heckflügel-Design für aktive Aerodynamik, das im Fahrerlager als "Macarena-Flügel" bezeichnet wird.

Auf Nachfrage von Motorsport-Total.com erklärt Red Bull jedoch, dass der Flügel weder von Ferrari kopiert noch von den Italienern inspiriert wurde. Tatsächlich handele es sich um ein Konzept, an dem das Team aus Milton Keynes schon viel länger gearbeitet und für das es bereits im vergangenen Jahr - kurz nach Ferrari - erste Entwürfe bei der FIA eingereicht habe.

Red Bull RB22

Der neue Red Bull RB22 im Detail

Foto: Stuart Codling (Motorsport Network)

Während viele Teams in der Boxengasse überrascht waren, als Ferrari den Macarena-Flügel enthüllte, war das bei Red Bull nicht der Fall. Das Team von Laurent Mekies erklärt, dass man seine eigene Version schlichtweg nicht rechtzeitig zu den ersten drei Rennwochenenden auf die Strecke bringen konnte. Deshalb kommt sie nach einem erfolgreichen Test in Silverstone nun in Miami erstmals zum Einsatz.

Der Red Bull-Flügel funktioniert zudem etwas anders als der von Ferrari, der sich um bis zu 270 Grad drehen kann. Die Red Bull-Version rotiert scheinbar um 160 Grad in die entgegengesetzte Richtung im Vergleich zum Ferrari-Konzept. Das Ziel in Bezug auf Abtrieb und eine weitere Verringerung des Luftwiderstands ist logischerweise dasselbe.

"Um mehr Bewegungsspielraum zu ermöglichen, wurden der Mechanismus und die Befestigungen an den Elementen überarbeitet, was eine geringfügige Änderung des dritten Profils nahe der Mittellinie erforderlich machte", erklärt Red Bull.

Red Bull zieht mit stark überarbeiteten Seitenkästen die Blicke auf sich

Der Heckflügel ist an diesem Wochenende gewiss nicht die einzige Änderung am RB22. Auch der Frontflügel und die Einlässe an den vorderen Ecken des Autos wurden leicht modifiziert, "um die Einlassluft aus der Quelle mit dem höchsten verfügbaren Druck anzusaugen und mit minimaler Blockierung wieder abzuführen."

Ein Stück weiter hinten stechen die Seitenkästen ins Auge. Die Seitenansicht unterscheidet sich stark von dem Paket, das Red Bull in Japan verwendet hat: Die Seitenkästen fallen nach einem Knick nun deutlich aggressiver ab. Zudem findet sich in dem überarbeiteten Design eine ausgeprägte "Waterslide".

Red Bull RB22

Der Red Bull RB22 beim Formel-1-Rennen in Miami 2026

Foto: Stuart Codling (Motorsport Network)

Diese Änderungen arbeiten im Zusammenspiel mit einer neuen Motorabdeckung und einem neuen Unterboden.

"Die überarbeitete Bib-Geometrie trägt den Änderungen an der vorderen Unterbodenstruktur Rechnung und geht fließend in den Seitenkasten über, um schließlich auf die Motorabdeckung zu treffen. Dadurch wird mehr Last generiert, während die Stabilität des nachgelagerten Luftstroms erhalten bleibt", so Red Bull.

Übergewicht des RB22 in Miami um die Hälfte reduziert

Neben diesen sichtbaren Änderungen hat Red Bull auch am Gewicht seines 2026er-Autos gearbeitet. Der RB22 hat immer noch Übergewicht, laut Insidern jedoch deutlich weniger als an den ersten drei Rennwochenenden.

Zu Beginn dieser Saison wog das neue Auto von Technikchef Pierre Wache rund zwölf Kilogramm zu viel; dieses Upgrade soll dieses Übergewicht nun in etwa halbieren.

Mit einem weiteren Schritt während des europäischen Teils der Saison - der derzeit für den Großen Preis von Österreich oder Großbritannien erwartet wird - hofft das Team, das Mindestgewicht von 768 Kilogramm zu erreichen.

Red Bull gibt an, dass die ersten Signale dieses Pakets positiv ausgefallen sind, was auch im Hinblick auf die Korrelation wichtig ist. In Japan hatten sowohl Max Verstappen als auch Isack Hadjar angedeutet, dass Red Bull die Probleme noch nicht verstanden habe, weshalb die Ursachenforschung der erste Schritt war.

Teamchef Laurent Mekies hofft auf einen Schritt nach vorn in Miami, hat aber gleichzeitig davor gewarnt, dass die Fans nach dem sehr schwierigen Saisonstart "keine Wunder erwarten" sollten.

"Wir erwarten nicht, dass wir all unsere Probleme auf einen Schlag gelöst haben, aber wir wollen Max und Isack auf jeden Fall ein Auto geben, mit dem sie sich wohler fühlen und mehr pushen können. Letztendlich wird erst die Strecke in Miami zeigen, wie gut wir gearbeitet haben und wie viel wir noch aufholen müssen."

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