V10 mit nachhaltigem Sprit: Warum die Formel 1 davon nicht begeistert ist

Sebastian Vettel brachte eine Rückkehr der V10-Motoren mit nachhaltigem Sprint ins Spiel, doch das ist für die Formel 1 keine Option, wie Ross Brawn betont

V10 mit nachhaltigem Sprit: Warum die Formel 1 davon nicht begeistert ist
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Könnte die Formel 1 wieder mit lauten V10-Motoren fahren, aber mit nachhaltigem Sprit? Diese Diskussion hatte Sebastian Vettel nach seinem Demorun in Nigel Mansells altem Williams FW14B in Silverstone eröffnet. Der Deutsche war mit seinem eigenen Auto einige Runden gefahren und hatte dabei auf völlig nachhaltigen Kraftstoff gesetzt.

Für ihn stellte sich dabei die Frage, ob man die teuren und komplizierten Hybridmotoren nicht gegen die kräftigen V10-Aggregate eintauschen könnte, die viele Formel-1-Fans lieben und sich zurückwünschen.

"Ich liebe die Autos. Ich liebe das Gefühl für den V10", hatte er damals gesagt. "Für die Zukunft weiß ich nicht, ob das eine andere Diskussion ist: Was ist der bessere Weg? Was ist auch der billigere Weg? Denn diese [Turbo-Hybrid-]Motoren kosten ein Vermögen, ihre Entwicklung kostet bis zu diesem Punkt ein Vermögen."

Die Formel 1 selbst hat jedoch kein Interesse daran, auf die alte Technologie zurückzurüsten, weil das für die Zukunft des Sports keine adäquate Lösung sei und Hersteller vergraulen würde.

Brawn: Effizienz fehlt beim V10

"Ich verstehe, was er sagt", meint Sportchef Ross Brawn im Interview mit der globalen Sprachedition von 'Motorsport.com'. "Ich denke, wir sind sehr daran interessiert, dass eine Reihe von Herstellern die Philosophie eines sehr effizienten Hybrids unterstützen, denn hier spielen andere Faktoren eine Rolle: der Kraftstoffverbrauch, die Art des verwendeten Kraftstoffs, die Effizienz der Motoren."

Nigel Mansell und Sebastian Vettel
Nigel Mansell und Sebastian Vettel
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Foto: Andy Hone / Motorsport Images

Sebastian Vettel im Williams FW14B
Sebastian Vettel im Williams FW14B
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Foto: Andy Hone / Motorsport Images

Sebastian Vettel im Williams FW14B
Sebastian Vettel im Williams FW14B
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Mick Schumacher schaut auf den Williams FW14B
Mick Schumacher schaut auf den Williams FW14B
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Foto: Andy Hone / Motorsport Images

Sebastian Vettel im Williams FW14B
Sebastian Vettel im Williams FW14B
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Foto: Luke Smith

Vor allem die Effizienz sei dabei ein großer Faktor, den die alten Motoren nicht aufbringen können. "Selbst wenn man vollständig nachhaltige Kraftstoffe verwendet, möchte man trotzdem Effizienz haben. Also bleiben wir bei einer Hybridlösung", so Brawn.

"Die Hersteller unterstützen das Projekt und finanzieren die Forschung. Ich glaube nicht, dass es im Moment einen Hersteller gibt, der Geld in einen V10 investieren würde. Das ist eigentlich eine andere Formel. Das ist Formel 2, nicht Formel 1", sagt der Brite.

Haben die neuen Fans überhaupt Interesse an lauter Formel1?

Brawn hegt zudem Zweifel, ob die neue Generation an Formel-1-Fans überhaupt Interesse an einer Rückkehr der lauten Motoren hat. "Es gibt eine neue Zielgruppe, die diese Autos für ein bisschen seltsam hält", sagte er über die superbrüllenden V8- und V10-Autos der Vergangenheit.

"Die Leute mögen unterschiedliche Dinge, und es gibt eine große Anzahl von Fans, die es wahrscheinlich ganz gut finden, wenn sie sich auf der Tribüne unterhalten können, während die Autos herumfahren. Für sie ist das nicht so wichtig", so Brawn.

"Wir kamen aus einer Zeit, in der wir gerne einen V12 schreien hörten, aber es war schmerzhaft. Man vergisst, wie laut sie wirklich waren."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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