Valtteri Bottas: Seit Mercedes-Bekanntgabe bin ich entspannter

Valtteri Bottas gibt zu, dass die Entscheidung gegen ihn und für George Russell auch eine Befreiung war, die den Sieg in Istanbul ermöglichte - Voller Fokus seit Monza

Valtteri Bottas: Seit Mercedes-Bekanntgabe bin ich entspannter

Möglicherweise war der Sieg beim Formel-1-Rennen in der Türkei der letzte für Valtteri Bottas. Seine Karriere bei Mercedes dauert noch sechs Rennen, danach wird er bei Alfa Romeo wohl nicht in den Genuss kommen, um erste Plätze kämpfen zu können. Entsprechend groß war die Erleichterung beim Finnen, der in Istanbul sein Konto auf eine zweistellige Anzahl an Rennsiegen stellte.

Der 32-Jährige gibt zu, dass die Entscheidung gegen ihn und für George Russell für 2022 auch eine Befreiung gewesen sei. In der Woche vor dem Monza Rennen wurde der Wechsel offiziell gemacht. "Seit Monza bin ich wirklich entspannt und kann mich rein auf das Fahren konzentrieren", sagt er.

An der Beziehung zu seinem Team habe sich trotz seines bevorstehenden Abgangs nicht viel verändert. "Ich denke, das Team war gut, nichts hat sich wirklich verändert, alles ist normal und das Team hat insgesamt einen guten Geist und wir sind wirklich motiviert für den Rest des Jahres und arbeiten hart wie immer", erklärt Bottas.

Bottas: Andere Meetings kenne ich nicht...

Zudem sei er auch noch in allen Meetings dabei, zumindest in jenen, die er auch vorher schon kannte. "Wenn es noch andere Meetings gibt, dann weiß ich nichts davon. Für mich ist alles normal", versichert er.

Der zehnte Sieg seiner Formel-1-Laufbahn, für Bottas war es das Ergebnis "eines der besten Rennen" seiner Karriere, wie er zugibt. Zwar profitierte er auch von der Strafversetzung seines übermächtigen Teamkollegen Lewis Hamilton, der im Qualifying wieder einmal schneller war. Doch Bottas ergriff die Chance, als sie sich ihm bot.

"Ich hatte immer das Vertrauen, aber es ist schön, diesen Sieg zu haben und sich daran zu erinnern, dass man gewinnen kann. Es ist schon eine Weile her", gibt er zu. Zuletzt hatte er Ende September 2020 ein Rennen gewonnen, damals in Sotschi. An den Türkei-Grand-Prix hatte er hingegen überhaupt keine guten Erinnerungen.

Schlechte Erinnerungen an Istanbul beseitigt

Denn als das Rennen bereits im Vorjahr als Ersatz in den Kalender rückte, erlebte Bottas ein Wochenende zum Vergessen. "Es war wie Tag und Nacht", sagt Bottas, angesprochen auf den Vergleich zwischen 2020 und 2021. "Vergangenes Jahr hatte ich hier eines meiner schlechtesten Rennen, jetzt eines meiner besten. Es lief also viel besser", jubelt er.

Erneut fand das Rennen unter schwierigen Bedingungen statt, doch dieses Mal hatte er seinen Boliden im Griff. "Das letzte Mal kam ich beim Zählen meiner Dreher im Rennen gar nicht hinterher. Ich glaube, es waren fünf oder sechs. Wenigstens habe ich mich dieses Mal nicht gedreht", atmet er durch.

Max Verstappen, der gegen Bottas nichts ausrichten konnte, nahm die Aussage zum Anlass für einen Scherz. "Du hättest dich ja mal drehen können, das hätte es am Ende interessanter gemacht", sagt Verstappen mit einem Lachen. Bottas entgegnete: "Ja, vielleicht in der letzten Runde. So einen 360-Grad-Dreher."

Insgesamt sei der Sieg sehr besonders gewesen. "Ich habe keine Liste, welcher der beste, zweitbeste oder drittbeste ist. Aber irgendwo da ist er", stellt er klar. "Natürlich ist ein Sieg ein Sieg. Aber unter schwierigen Bedingungen und dann auch noch mit etwas Abstand, das ordnet ihn weit oben ein. Die Hauptsache ist, dass ich keine Fehler gemacht habe", betont Bottas.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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