Valtteri Bottas: Toto hat sicher auf seinen Tisch gehauen ...

Valtteri Bottas hat seine Aufgabe am Start nicht erfüllt und gleich beide Red Bulls durchgelassen - Sofort hatte er Szenen eines wütenden Toto Wolff vor Augen

Valtteri Bottas: Toto hat sicher auf seinen Tisch gehauen ...

Valtteri Bottas weiß, dass er Motorsportchef Toto Wolff mit seinem Start zum Formel-1-Rennen in Brasilien ziemlich verärgert haben dürfte. Denn der Finne hat in den ersten vier Kurven das passieren lassen, was aus Mercedes-Sicht niemals hätte passieren dürfen: Bottas hat gleich beide Red Bulls vorbeigelassen.

"Ich konnte mir gut vorstellen, wie Toto auf seinen Tisch haut", spielt Bottas auf eine mittlerweile berühmte Szene des Österreichers an, die auch zu einem Internetphänomen - Meme genannt - geworden ist.

Schon in der ersten Kurve musste er Max Verstappen passieren lassen, der ihn ziemlich mutig nach außen gedrängt hatte. Damit war quasi genau das Gegenteil von dem eingetreten, was am Start zum Sprint passiert war. Dort hatte Bottas den Niederländer auf weicheren Reifen schon in Kurve 1 überholt.

Kupplung mit etwas zu viel Schlupf

Doch warum ging es diesmal schief? "Max hatte einen wirklich guten Start, meiner war eher durchschnittlich", erzählt er. Laut Bottas soll die Kupplung etwas zu viel Schlupf gehabt haben. "Der Grip war gut, aber ich kam einfach nicht wirklich gut weg. Das müssen wir uns anschauen."

Max Verstappen, Sergio Perez, Valtteri Bottas, Charles Leclerc, Carlos Sainz, Pierre Gasly

Nach diesem Fehler verlor Bottas auch die Position gegen Perez

Foto: Motorsport Images

"Ich hatte gehofft, dass ich trotzdem die Führung behalten kann, aber er war in Kurve 1 vor mir", erzählt er weiter. Der Mercedes-Pilot habe versucht, so spät wie möglich zu bremsen. "Wir waren Seite-an-Seite, und irgendwann war ich neben der Strecke. Aber er war eben vor mir, von daher konnte ich nicht viel tun."

Und weil Bottas dadurch auch einen schlechten Ausgang aus Kurve 3 hatte, bekam Sergio Perez in Kurve 4 seine Chance. Bottas machte einen Fehler und kam zu weit raus, was der Mexikaner nutzte, um innen vorbeizuziehen - das Worst-Case-Szenario für Mercedes. "Die erste Runde war echt ein Albtraum für mich", sagt der Finne.

Glück mit Virtuellem Safety-Car

Sofort hatte er Bilder seines Chefs im Kopf, wie er wütend auf seinen Tisch haut. "Am Morgen hat mir noch eine Person nach der anderen gesagt, was ich in der ersten Runde zu tun habe und wie wichtig es ist. Das war schrecklich für mich."

 

Danach lief es für Bottas aber deutlich besser. Erst ließ er Teamkollege Lewis Hamilton in Kurve 1 passieren, danach hatte er das Glück, dass er durch einen Boxenstopp unter dem Virtuellen Safety-Car an Sergio Perez vorbeikam. "Das war gut", sagt er.

Zu diesem Zeitpunkt sei er auch überrascht gewesen, wie gut die Pace am Ende des Stints noch war. Und weil er mit Runde 30 ziemlich spät gestoppt hat, war er überzeugt, dass er auf den härteren Reifen bis ins Ziel hätte kommen können.

Wäre ein Stopp besser gewesen?

Daher war er auch überrascht, dass er nach nur elf Runden auf den Hards schon zum zweiten Reifenwechsel hereingeholt wurde. Am Funk war er sich sicher, dass Mercedes damit einen "leichten Doppelsieg verspielt" habe - und bei der Meinung bleibt er auch nach dem Rennen.

Toto Wolff ist bei dieser Einschätzung jedoch vorsichtiger: "Ich denke, die Einstopp-Strategie wäre am Ende ein bisschen marginal gewesen. Das wollten wir nicht riskieren", sagt er. "Vom Rennspeed schwierig zu sagen."

Am Ende kam Bottas hinter Max Verstappen auf Rang drei ins Ziel. Wichtig war aber vor allem, dass Hamilton sich den Sieg geholt hat: "Lewis war heute in seiner eigenen Liga", muss er anerkennen. "Ich habe aber nicht aufgegeben und weiter gepusht und bin noch auf das Podium gekommen. Das bedeutet, dass wir mehr Punkte als Red Bull geholt haben."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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