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Vasseur ein Jahr bei Ferrari: "Mache jetzt einen besseren Job"

Fred Vasseur blickt auf sein erstes Jahr als Ferrari-Teamchef zurück - Was für ihn die größte Herausforderung war und wie sich Ferrari für die Zukunft aufstellt

Vasseur ein Jahr bei Ferrari: "Mache jetzt einen besseren Job"

"Ich bin noch am Leben - das sind gute Nachrichten", scherzt Fred Vasseur auf die Frage, wie er auf sein erstes Jahr als Teamchef bei Ferrari zurückblickt. Der Franzose übernahm den Posten Ende 2022 von Mattia Binotto, der vier Jahre vergeblich versucht hatte, die Scuderia zurück an die Spitze zu führen.

Vasseurs Einstand verlief - sportlich gesehen - holprig, denn in der ersten Saisonhälfte fuhr Ferrari hinterher. Nach der Sommerpause gelang aber eine deutliche Leistungssteigerung. Am Ende war Ferrari das einzige Team, das Dominator Red Bull im Verlauf der Saison zumindest einen Rennsieg abnehmen konnte.

"Vor einem Jahr war es ... 'hart' ist nicht das richtige Wort, aber es war eine ziemliche Herausforderung", blickt Vasseur zurück. "Ich kam ziemlich spät dazu, und es gab in den wenigen Wochen viel zu verwalten, zu verstehen und zu entdecken, denn es waren nur vier Wochen vor dem Launch und fünf oder sechs vor Bahrain."

"Jetzt bin ich in einer viel komfortableren Situation. Ich kenne fast jeden in der Firma, ich kenne das System und habe ein besseres Verständnis davon und ich denke, ich mache einen guten Job, einen besseren Job als vergangenes Jahr."

Vasseur: Müssen Momentum beibehalten

In dem Zusammenhang verweist der 55-Jährige auf die Fortschritte, die das Team gegen Ende des Jahres gemacht hat, sagt aber auch: "Die Formel 1 ist ein nicht endender Prozess. Wenn man das Gefühl hat, in guter Form zu sein, ist man fast tot."

"Wir müssen das Momentum beibehalten. Ich denke, dass der letzte Teil der Saison ziemlich gut gelaufen ist, aber das ist nie genug. Wir dürfen nicht nachlassen."

Bei seinem Amtsantritt hatte Vasseur betont, dass er nichts verändern werde, bevor er das Team und seine Situation nicht genau kennt. Nach einem Jahr darauf angesprochen, verrät der Franzose: "Wir haben bereits einige Leute ausgetauscht - ich bin kein großer Fan davon, Namen zu kommunizieren, das werde ich nicht tun."

"Aber es geht auch nicht um eine Person oder gar um mich, es geht um die Gruppe. Das Wichtigste ist die Gruppe von Leuten, die wir haben, und ich bin ziemlich stolz auf die Reaktion des Teams während der Saison als Gruppe, einschließlich der Fahrer."

Ferrari rekrutiert fleißig neue Mitarbeiter

"Wir hatten ein hartes erstes Halbjahr bis Monza, aber die Reaktion war gut, und das bedeutet, dass wir als Gruppe ziemlich gut arbeiten. Natürlich muss man in einer Organisation immer individuelle Veränderungen vornehmen, und das tun wir auch."

Demnach befinde sich Ferrari in einem regen Rekrutierungsprozess. "Aber Sie kennen das System in der Formel 1. Aufgrund bestehender Verträge gibt es eine große Trägheit."

"Wenn man ein Problem identifiziert, entscheidet man sich, jemanden einzustellen. Man durchläuft den Einstellungsprozess, und dann kommt derjenige zwölf Monate später mit einer sechsmonatigen Kündigungsfrist. Das bedeutet sehr oft, dass man die Auswirkungen davon erst ein Jahr später spürt - oder zwei oder drei."

Weitere Co-Autoren: Franco Nugnes. Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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