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Vasseur: Ferrari-Boxenfunk ist intern überhaupt kein Thema

Ärger am Boxenfunk bei Ferrari? Teamchef Frederic Vasseur erklärt, warum man die Situationen in Melbourne und China intern komplett entspannt sieht

Boxenfunk: Rückt die Formel 1 Ferrari bewusst in ein schlechtes Licht?

Lewis Hamilton ließ Charles Leclerc in China freiwillig überholen

Foto: LAT Images

Es war erst das zweite Saisonrennen 2025 und trotzdem gab es bei Ferrari bereits zum zweiten Mal Ärger am Boxenfunk - oder doch nicht? Zumindest laut Teamchef Frederic Vasseur entstand in Australien und auch am Wochenende in China eine völlig falsche Wahrnehmung.

"Ich will nicht zu streng mit euch allen sein, aber ihr habt letzte Woche [in Melbourne] bei der Nachricht zwischen dem Ingenieur und Lewis ein großes Durcheinander angerichtet", sagt Vasseur mit einem Lachen in seiner Medienrunde nach dem China-Grand-Prix am Sonntag in Richtung der anwesenden Journalisten.

Beim Saisonauftakt eine Woche zuvor wirkte Ferrari-Neuling Lewis Hamilton phasenweise genervt vom Funkverkehr mit seinem neuen Renningenieur Riccardo Adami, und unter anderem Experte Ralf Schumacher kritisierte danach Hamiltons Verhalten am Funk als "unhöflich".

Laut Vasseur war Hamilton aber keinesfalls unzufrieden mit Adamis Arbeit in Melbourne. Nach dem Rennen habe er diesen beim Briefing sogar für dessen "gute Arbeit" gelobt. Und auch der Boxenfunk selbst sei keinesfalls chaotisch gewesen, stellt der Teamchef klar.

Umso mehr ärgert er sich darüber, dass er nach dem zweiten Saisonrennen in China nun schon wieder ähnliche Fragen beantworten musste. Dieses Mal ging es darum, dass Ferrari Hamilton augenscheinlich zu einem Platztausch mit Charles Leclerc überreden musste.

Vasseur: "Lewis hat um den Tausch gebeten"

Doch auch hier sei die Situation wieder ganz anders gewesen. "Lewis hat um den Tausch gebeten", stellt Vasseur klar. Und tatsächlich schlug der Brite in China am Funk proaktiv vor: "Ich denke drüber nach, Charles vorbeizulassen. Ich habe gerade zu kämpfen."

Vasseur stellt daher klar: "Ehrlich gesagt haben wir den Funk von Lewis an der Boxenmauer sehr zu schätzen gewusst, der sagte: 'Jungs, ich verliere Pace, ich möchte gerne [die Positionen] tauschen.'" Doch wieso entstand dann bei vielen Zuschauern ein anderer Eindruck?

Das Problem besteht darin, dass in der TV-Übertragung des Rennens zwar der Funkverkehr eingespielt wurde, in dem Ferrari Hamilton später in der Tat dazu aufforderte, Platz für Leclerc zu machen. Der ursprüngliche Funkspruch von Hamilton selbst wurde dagegen nicht übertragen.

Die Möglichkeit, den kompletten Boxenfunk eines Fahrers zu hören, haben lediglich Zuschauer, die über F1 TV das Rennen aus der Onboard-Perspektive des jeweiligen Piloten verfolgen. Zuseher der klassischen TV-Übertragung hören lediglich eine subjektive Auswahl an Funksprüchen.

Dadurch entstand in China der Eindruck, dass die Idee zum Ferrari-Platztausch vom Team kam, was aber eben nicht den Tatsachen entspricht. "Ehrlich gesagt ist die Zusammenarbeit zwischen den beiden Jungs als Team mega", lobt Vasseur seine beiden Piloten ausdrücklich.

Formel 1 versichert: Keine bösartige Absicht

Ein Journalist möchte daher von Vasseur wissen, ob er den Eindruck habe, dass Ferrari von der FOM, die für die offizielle TV-Übertragung der Formel-1-Rennen verantwortlich ist, bewusst in ein schlechtes beziehungsweise kontroverses Licht gerückt werden soll?

"Ich verstehe Ihre Frage", betont Vasseur, "aber Sie müssen sie Stefano [Domenicali] stellen, nicht mir. Denn ich bin nicht für die Übertragung zuständig", erinnert der Teamchef, der daher an den Formel-1-Boss verweist.

Kritik an der Auswahl der Funksprüche, die es in die TV-Übertragung schaffen, gab es bereits in der Vergangenheit, unter anderem erst vor wenigen Monaten von Fernando Alonso. Der Spanier hat das Gefühl, dass man ihm ganz bewusst ein bestimmtes Image aufdrängen möchte.

"Die FOM ist bei mir auf die schlechten Kommentare fixiert", so der Spanier Ende 2024. Man versuche, ihn "als mürrischen Kerl ('Grumpy Guy') zu verkaufen", glaubt Alonso, der damals aber auch klarstellte: "Ist okay für mich, das ist ihr Job."

Ein Sprecher der Formel 1 teilt zur Situation in China derweil mit: "Es war absolut nicht beabsichtigt, eine irreführende Darstellung des Ferrari-Teamfunks zu präsentieren. Aufgrund anderer Situationen, die sich während des Rennens entwickelten, wurde die Nachricht von Lewis nicht abgespielt, aber das war nicht beabsichtigt."

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