Vasseur: Schwache Saison 2020 war "gute Übung" für Alfa Romeo

Frederic Vasseur zieht das Positive aus dem schwierigen Jahr 2020 und ärgert sich über die neuen Heckflügel-Vorgaben der FIA

Vasseur: Schwache Saison 2020 war "gute Übung" für Alfa Romeo

Für Alfa Romeo war 2020 ein äußerst schwieriges Jahr, doch Teamchef Frederic Vasseur glaubt, dass die Probleme "eine gute Übung" für das Team und am Ende sogar hilfreich waren. "Natürlich ist es schwieriger, wenn du 18. oder 19. bist. Irgendwann könntest du die Motivation verlieren und weniger Wert auf Details legen, als wenn du um Q3 kämpfst", sagt er.

Er sagt, dass es immer einfacher sei, das Beste aus allen herauszuholen, wenn man an der Spitze kämpft, statt am Ende. "Aber ehrlich gesagt war es eine gute Übung, auch wenn es hart war", sagt er über 2020, als das Team gerade einmal acht Punkte holen konnte. "Alle sind motiviert geblieben und wir haben schon am Ende der vergangenen Saison Fortschritte gesehen."

In der aktuellen Formel-1-Saison 2021 hat Alfa Romeo einen deutlichen Performancesprung hingelegt, auch wenn sich das noch nicht unbedingt im WM-Stand ablesen lässt. Dort liegt man mit gerade einmal zwei Punkten erneut deutlich hinter den Mittelfeld-Teams.

"Wir haben ein gutes Aeropaket auf Grundlage der neuen Regeln gebracht, und zusammen mit einem Schritt nach vorne bei den Motoren sind wir in deutlich besserer Form als 2020", betont Vasseur. In Monaco war dem Team mit Antonio Giovinazzi sogar der Sprung in Q3 geglückt.

In Frankreich erwartet das Team nun aber ein kleiner Rückschlag. Wie etwa auch Red Bull muss Alfa Romeo seinen Heckflügel an die neuen Testvorgaben der FIA anpassen. Das hat dem Team einige Ressourcen für 2022 gekostet. "Als kleines Team haben wir damit Probleme", sagt Vasseur.

"Wir mussten eine Lösung finden und andere Entwicklungen für das kommende Jahr stoppen, weil wir neue Teile produzieren mussten. Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, aber es geht um einen beträchtlichen Teil des Pakets", ärgert er sich. "Für die großen Teams ist es aber das gleiche: Bei ihnen geht es um die Budgetgrenze, bei uns um das Budget."

Er glaubt, dass das nächste Thema der Frontflügel sein wird, um den es ähnliche Diskussionen über Flexibilität gibt. "Das ist exakt die gleiche Geschichte. Und beim Frontflügel ist der Einfluss auf die Performance sogar noch größer", sagt er.

"Ich habe mir einige Videos angeschaut, und die Bewegung des Frontflügels bei einigen Autos ist Wahnsinn", so Vasseur. "Ich beschwere mich nicht, weil es einen Test gibt und sie diesen bestehen. Du kannst dich nicht über die Teams beschweren, weil jeder sein eigenes Spiel spielt. Und wenn jemand glaubt, dass ein anderes Team einen Vorteil hat, dann wird er dagegen kämpfen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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