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Reaktion

Verdichtungsverhältnis: Warum das neue Messverfahren "kein Gamechanger" ist

Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur glaubt nicht, dass das neue Messverfahren für das Verdichtungsverhältnis ein "Gamechanger" wird - Das "ADUO"-Verfahren soll helfen

Motorenstreit: Ferrari sieht neues Messverfahren nicht als "Gamechanger"

Ferrari glaubt nicht, dass Mercedes durch das neue Messverfahren groß verliert

Foto: LAT Images

Mercedes ist in der Formel 1 derzeit kaum zu stoppen: Sowohl in Australien als auch in China feierten die Silberpfeile souveräne Doppelsiege. Selbst Ferrari hat aktuell wenig Hoffnung, die Lücke kurzfristig schließen zu können - obwohl ab dem 1. Juni ein neues Messverfahren für das Verdichtungsverhältnis eingeführt wird.

Doch auch darauf setzt die Scuderia keine großen Erwartungen. "Ich bin nicht überzeugt, dass die neue Regel zum Verdichtungsverhältnis ein großer Gamechanger sein wird", erklärt Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur. Mercedes hat im Reglement eine Grauzone genutzt.

Zwar wurde das Verdichtungsverhältnis des Verbrennungsmotors in dieser Saison von 18:1 auf 16:1 reduziert, überprüft wird dies jedoch nur bei Umgebungstemperatur. Mercedes scheint einen Weg gefunden zu haben, das Verhältnis im laufenden Betrieb zu erhöhen.

Wie groß der daraus resultierende Vorteil tatsächlich ist, bleibt unklar. Mercedes-Teamchef Toto Wolff sprach beim Test in Bahrain von "zwei bis drei PS", während Max Verstappen entgegnete, dass man "mindestens noch eine Null dranhängen" müsse.

Ferrari hofft auf das ADUO-Verfahren

Bei Ferrari rechnet man dennoch nicht damit, dass Mercedes kurzfristig deutlich an Performance einbüßt. "Vielmehr wird es irgendwann die ADUO geben. Die Einführung der ADUO wird für uns eine Gelegenheit sein, den Rückstand zu verkleinern", sagt Vasseur.

Der sogenannte ADUO-Mechanismus (Additional Development and Upgrade Opportunities) soll die Motorenhersteller enger zusammenführen. Die Antriebseinheiten werden dabei nach dem sechsten, zwölften und achtzehnten Rennen der Saison bewertet.

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Hersteller, deren Aggregate zwei bis vier Prozent unter der Referenz liegen, die durch den besten Motor im Starterfeld vorgegeben wird, erhalten jeweils ein zusätzliches Upgrade; bei einem Rückstand von mehr als vier Prozent sind sogar zwei Upgrades erlaubt.

Aufgrund der Absagen der Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien erfolgen die Bewertungen für das ADUO-System nach dem Großen Preis von Monaco im Juni, dem Großen Preis der Niederlande im August sowie nach dem Großen Preis von Mexiko am 1. November.

Vasseur: "Es geht nicht nur um reine Leistung"

Ob die Konkurrenz den Rückstand auf Mercedes auf diesem Weg signifikant reduzieren kann, ist allerdings fraglich. "Es geht nicht nur um die reine Leistung der Verbrenners", betont Vasseur. "Ich denke, ein großer Teil liegt im Energiemanagement, viel im Chassis - und es wäre ein Fehler unsererseits, uns nur auf einen Parameter zu konzentrieren."

Ferrari ist sich zwar bewusst, dass insbesondere auf den Geraden ein Leistungsdefizit gegenüber den Silberpfeilen besteht, dennoch lässt sich der aktuelle Rückstand nicht ausschließlich auf den Motor zurückführen. "Das bedeutet, dass wir überall arbeiten müssen - am Chassis, an den Reifen, wie immer", mahnt der Ferrari-Teamchef.

"Wir wissen, dass wir uns beim Verbrennungsmotor verbessern müssen, aber das wird erst nach der ADUO-Bewertung passieren. Außerdem bei Energie, Chassis und Aerodynamik. Wir pushen in jedem einzelnen Bereich extrem, um den Rückstand zu verringern."

Dass Ferrari ab dem Großen Preis von Monaco, wenn das neue Messverfahren für das Verdichtungsverhältnis greift, den Rückstand auf Mercedes schlagartig schließen kann, erscheint ausgeschlossen. Der Scuderia fehlt derzeit mehr als nur die reine Motorleistung.

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