Verschwiegenheitsklauseln: So wurde Albons Williams-Wechsel möglich

Warum Alex Albon als Red-Bull-Fahrer in der Formel-1-Saison 2022 einen Williams mit Mercedes-Motor fahren kann und wie Mercedes dazu steht

Verschwiegenheitsklauseln: So wurde Albons Williams-Wechsel möglich

Ein Red-Bull-Fahrer mit Mercedes-Motor im Auto? Bei diesem Gedanken schrillen bei Toto Wolff die Alarmglocken. Und dennoch kommt es in der Formel-1-Saison 2022 zu einem genau solchen Szenario: Alex Albon wechselt zu Mercedes-Kundenteam Williams. Doch wie steht eigentlich Mercedes zu dem Deal?

Wolff selbst gibt sich vor dem Italien-Grand-Prix in Monza gelassen: Mercedes habe sich nicht in die Williams-Fahrerwahl eingemischt, aber sichergestellt, dass Albon unter den richtigen Vorzeichen zum britischen Traditionsteam wechsle.

Im O-Ton klingt das so: "Wir haben immer respektiert, dass [die Kundenteams] selbst die Fahrer aussuchen. Ich war bei Williams. Und ich hätte es nicht gewollt, wenn jemand anders sich in die Fahrerwahl einmischt."

Warum sich Mercedes nicht quergestellt hat

Es hätten im konkreten Fall auch "keine vertraglichen Rechte" bestanden, "die wir hätten ausüben können", sagt Wolff. Er fügt hinzu: "Ich halte es auch einfach nicht für richtig, bei solchen Dingen dazwischenzufunken."

Mercedes habe aber sehr wohl seinen Standpunkt klargemacht. "Uns ist wichtig: Wenn ein Fahrer von einem anderen Antriebshersteller zum Team stößt, dann muss es sehr strenge und klare Verschwiegenheitsklauseln im Vertrag geben."

Diese Klauseln hat Williams offenbar zur Zufriedenheit von Mercedes im Vertragswerk untergebracht. Wolff spricht von einer "guten Abstimmung" mit dem Rennstall aus Grove in England. "Dort versteht man unsere Haltung und was uns so schützenswert ist."

Horner lobt Verhandlungen mit Williams

Wahrscheinlich sind es genau diese Mercedes-Klauseln, die Red-Bull-Teamchef Christian Horner als "ein paar Hürden" beschreibt, die bei den Verhandlungen mit Williams zu überwinden gewesen waren. Insgesamt aber sei alles "ziemlich unkompliziert" verlaufen, betont er. "Ich freue mich über das gute Ergebnis für Alex, Williams und Red Bull."

Albon aber ist mit dem Wechsel zu Williams kein Red-Bull-Kaderfahrer mehr und für die Dauer seines Williams-Einsatzes nicht an den Energydrink-Konzern gebunden. Es bestehen seitens Red Bull jedoch Optionen für die Zeit danach.

So oder so: Mercedes-Teamchef Wolff kann sich damit arrangieren, sehr gut sogar. "Um ehrlich zu sein: Ich unterstütze Alex voll, auch wenn es mich eigentlich nichts angeht. Er hat einen Platz in der Formel 1 verdient, ist ein toller Kerl", meint er. "Und ich freue mich, dass er im Auto sitzt. Er fährt jetzt für Williams und bleibt dort hoffentlich auch lange Zeit."

Wie lange der Williams-Vertrag von Albon läuft, das ist nicht bekannt. Er wurde vom Team bisher nur für die Saison 2022 bestätigt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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