Verstappen & Hamilton: Rivalität war immer mehr zwischen den Teams

Die Sticheleien zwischen Red Bull und Mercedes sind verflogen: Wie Max Verstappen die Schärfe im Titelkampf 2021 einschätzt und wie anders sich 2022 darstellt

Verstappen & Hamilton: Rivalität war immer mehr zwischen den Teams
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Verbale Giftpfeile gehörten in der Formel-1-Saison 2021 zum Titelkampf zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton dazu. Vor allem die Teamverantwortlichen - Christian Horner und Helmut Marko bei Red Bull, Toto Wolff bei Mercedes - lieferten sich teils hitzige Wortgefechte. Sehr viel mehr sei da nicht gewesen, meint Verstappen in der Rückschau auf das vergangene Jahr.

Er sagt: "Ich glaube, das lief mehr zwischen den Teams. Lewis und ich wollten einfach nur Rennen gewinnen und versuchen, den anderen zu schlagen. Man wusste: Wer auch immer vorne war, der würde ausgehend davon einen Vorteil haben [im weiteren Saisonverlauf]."

Diese Art der Rivalität sei "in Ordnung", meint Verstappen. Er fügt hinzu: "Ich schaue mit einem Lächeln zurück auf das vergangene Jahr, denn insgesamt hatten wir viel Freude mit den Rennen. Es gab auch ein paar negative Momente, aber die kommen vor in einer Saison."

Verstappen: Silverstone-Crash ist abgehakt

Und damit gelangt das Gespräch an einen dieser für Verstappen negativen Momente: die Kollision mit Hamilton beim Grand Prix in Silverstone mit dem schweren Unfall für Verstappen als Folge der Berührung.

Verstappen will aber gar nicht viel darüber sagen, sondern meint nur: "Es war einfach nicht der beste Sonntag für mich, aber solche Dinge passieren. Man schaut ja auch immer nach vorne. Denn beim Zurückschauen ändert sich ja ohnehin nichts."

"Ich hatte schon viele Sonntage, an denen ich natürlich gerne ein besseres Ergebnis gehabt hätte. So war das auch [in Silverstone] 2021. Was damals passiert ist, liegt jetzt hinter uns. Wir schauen nur nach vorne."

Keine direkten Antworten von Verstappen

Ob er sich mit Hamilton je in Ruhe darüber ausgetauscht habe, wird Verstappen gefragt. Er beantwortet diese Frage nicht direkt. Seine Antwort: "Ich glaube, das ist das Schöne an Rennfahrern. Natürlich ärgert man sich zu dem Zeitpunkt. Du kannst aber auch rasch vergessen, weitermachen und weiter hart gegeneinander fahren."

"Wenn man sieht, wie wir dieses Jahr interagieren, dann liegt es hinter uns", sagt Verstappen und fügt hinzu: "Kollisionen passieren. Leider sind manche etwas schmerzhafter als andere, aber man lässt das hinter sich." Der Ärger über den Zwischenfall sei "natürlich" verflogen, betont Verstappen.

Vor dem Rennwochenende in Silverstone würden ganz klar "Erinnerungen wach, aber das hat eigentlich keinen Einfluss darauf, was ich jetzt mache", meint Verstappen. "Ich bin auch schon an anderen Orten in die Banden gekracht. So ist es halt."

Und er fahre nach wie vor gerne gegen Hamilton. "Dieses Jahr", sagt Verstappen, "gibt es etwas weniger [direkte Duelle] als im vergangenen Jahr, aber wir haben viel Respekt voreinander. Das schließt die Ereignisse von 2021 mit ein."

Andere Dynamik im Titelkampf mit Ferrari als Gegner?

Ob er daher eine andere Dynamik im WM-Titelkampf erkenne, wo nicht Mercedes, sondern Ferrari der aktuelle Hauptgegner sei? Auch bei dieser Frage antwortet Verstappen ausweichend: "Es handelt sich natürlich um ein komplett anderes Team [aus einem] anderen Land."

"Ich hoffe aber natürlich, dass bald weitere Teams an der Spitze mitkämpfen, vor allem Lewis mit Mercedes, wo sie doch in den vergangenen Jahren dominiert haben. Aber wer weiß? Vielleicht sind sie schon dieses Wochenende vorne dabei. Das wollen natürlich viele Leute sehen. Ich fände es gut, wenn weitere Teams näher dran wären, damit wir vorne eine richtig gute Show bieten könnten."

Wie seine Fans und die Fans von Hamilton im Jahr danach auf den jeweils anderen Fahrer reagieren würden, das wisse er nicht. "Ich kann nur meine eigenen Gefühle kontrollieren", sagt Verstappen. "Und ich freue mich auf ein positives Wochenende und darauf, dass die Fans ein großartiges Wochenende haben mit all den Autos."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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