Qualifyingbericht

Formel 1 Sepang

Verstappen nicht zu stoppen: Mercedes erlebt böse Überraschung

Red Bull ist beim Grand Prix von Bahrain wieder voll da: Max Verstappen auf Pole, Isack Hadjar auf Platz 3 - und dazwischen Lewis Hamilton in der ersten Startreihe

Christian Nimmervoll

Bearbeitet: 03.10.2026, 11:45

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Verstappen vor Hamilton: Mercedes im Sepang-Qualifying chancenlos

Max Verstappen startet beim Grand Prix von Bahrain in Malaysia von der Pole

Foto: LAT Images

Max Verstappen hat sich beim Qualifying in Sepang die Poleposition für den Grand Prix von Bahrain 2026 in Malaysia gesichert. Der Red-Bull-Pilot lieferte eine starke Performance ab und verwies Lewis Hamilton (Ferrari) und seinen Teamkollegen Isack Hadjar um 0,298 beziehungsweise 0,428 Sekunden auf die Plätze 2 und 3.

Verstappen hatte sich schon im ersten Q3-Run die Führung gesichert, mit einer Bestzeit von 1:35.250 Minuten. Red Bull dominierte zu dem Zeitpunkt das Geschehen, denn auf Platz 2 lag Hadjar, mit 0,308 Sekunden Rückstand. "Man konnte schon im Freien Training sehen, dass der Red Bull extrem gut liegt. Und Max ist ein Experte darin, das dann auf den Punkt abzurufen", sagte Mathias Lauda im Live-Broadcast von ServusTV. Und er prognostizierte: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemand die Zeit von Max schlagen kann."

Kimi Antonelli (Mercedes) hatte zu dem Zeitpunkt noch keine Rundenzeit auf der Habenseite. Wegen des zusätzlichen Runs in Q2 fehlte ihm ein Reifensatz. Also ging er, quasi "out of sequence", allein auf die Strecke, als sich alle anderen für ihren zweiten Versuch vorbereiteten - und schob sich zunächst auf Platz 3, mit 0,381 Sekunden Rückstand.

Während Hadjar im zweiten Versuch um 0,001 Sekunden hinter seiner vorherigen Zeit zurückblieb, konnte sich Hamilton im Finish noch auf Platz 2 verbessern. "Let's go, guys! Endlich!", freute er sich am Boxenfunk. Antonelli rutschte so auf Platz 4 ab, konnte aber mit nur einer schnellen Q3-Runde die zweite Startreihe halten.

Fünfter wurde Charles Leclerc (Ferrari), vor Lando Norris, Oscar Piastri (beide McLaren) und George Russell (Mercedes). Russell hatte 0,741 Sekunden Rückstand auf die Pole und konnte bisher in Sepang nicht an seine zuletzt in Baku gezeigte Form anknüpfen. Pierre Gasly (Alpine) und Gabriel Bortoleto (Audi) rundeten die Top 10 ab.

Für Mercedes ein enttäuschendes Ergebnis, insbesondere angesichts des Updates, das noch im Abschlusstraining so vielversprechend ausgesehen hatte: "Wir haben ein Upgrade aufs Auto gegeben, das überhaupt nicht funktioniert", ärgert sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff im Interview mit ServusTV. "Wir verlieren auf allen Geraden. Das heißt, wir haben zu viel Luftwiderstand. Etwas, was so nicht absehbar war. Also da sind einige Hausaufgaben zu machen."

Nico Hülkenberg (Audi) belegte im Qualifying den 17. Platz.

Zum Thema:

Ergebnis: Qualifying GP Bahrain, Sepang (Malaysia)
Ergebnis: Startaufstellung GP Bahrain, Sepang (Malaysia)
F1-Ticker Sepang: Paddock live mit Ruben Zimmermann
F1-Livestream: Analyse mit Christian Nimmervoll (15 Uhr)

Q1: Ferrari und Audi zunächst mit Mediumreifen

Spannendes Detail in Q1: Während alle anderen Teams mit der weichsten Reifenmischung ins Qualifying starteten, setzten Ferrari und Audi zunächst auf Medium-Pirellis. Und das funktionierte für Ferrari auch ganz gut: Hamilton lag nach dem ersten Run auf Platz 2, Leclerc war Dritter. Gabriel Bortoleto und Hülkenberg waren auf P14/16 hingegen noch nicht sicher durch.

Fünf Minuten vor Schluss war es zunächst ruhig auf der Strecke. Die Wetterprognose verursachte jedenfalls keine besondere Hektik in Sepang, denn die Regenwahrscheinlichkeit war zum Beginn der Session von zwischendurch 60 auf nunmehr nur noch zehn Prozent gesunken. Es bestand also kein Zeitdruck.

Die beiden Audis zogen für den zweiten Run dann weiche Reifen auf, und Hülkenberg konnte seine Rundenzeit damit auf 1:37.970 Minuten verbessern. Zu wenig: Am Ende belegte er den 17. Platz, 0,087 Sekunden hinter Arvid Lindblad (Racing Bulls). Neben dem Deutschen schieden auch Oliver Bearman, Esteban Ocon (beide Haas), Alexander Albon (Williams), Valtteri Bottas und Sergio Perez (beide Cadillac) in Q1 aus.

Die Bestzeit sicherte sich Verstappen in 1:36.477 Minuten, vor den beiden Ferraris und Piastri. Fernando Alonso und Lance Stroll belegten im Aston Martin die Positionen 14 und 15 und sorgten damit für eine kleine Überraschung.

Tracklimits: Antonelli muss in Q2 ein zweites Mal ran

Q2 begann mit einer ungewöhnlichen Mitteilung der Rennleitung: "Schwarz-weiße Flagge für Auto 3 (Verstappen)", und zwar wegen "unnötig langsamer" Fahrweise. Offenbar hatte Verstappen die vorgeschriebene Mindestzeit auf seiner Out-Lap nicht eingehalten, was aber nur in den seltensten Fällen reale Konsequenzen hat.

Ungeachtet dessen legte Verstappen eine Referenzzeit von 1:35.696 Minuten vor, an der sich die Konkurrenz erstmal die Zähne ausbiss. Wieder waren die beiden Ferraris seine ersten Verfolger, und Antonelli reihte sich zunächst auf Platz 4 ein.

Da waren noch acht Minuten auf der Uhr, und Antonelli musste nochmal raus, weil seine P4-Zeit wegen Tracklimit-Verstoß in Kurve 6 gestrichen wurde. Antonelli konnte es nicht glauben: "Was? Seid ihr euch sicher wegen des Tracklimits?" Aber sein Renningenieur Peter Bonnington stellte klar: "Ja. Wir haben das Bild gerade gesehen."

Der 20-Jährige ging dann früh für einen zweiten Versuch raus, war im ersten und zweiten Sektor langsamer als auf der Runde davor, setzte aber im dritten Sektor absolute Bestzeit und schob sich damit auf Platz 2, zu dem Zeitpunkt 0,263 Sekunden hinter Verstappen. Eine Sicherheitsrunde, die ausreichend war, um sich einen Platz im Top-10-Finale zu sichern. Dafür fehlte ein frischer Reifensatz für Q3.

"Im Q2 ein Tracklimit ist nicht ideal", ärgert sich Toto Wolff. "Vielleicht wäre noch ein, zwei Zehntel was gegangen, dann wären wir ein bisschen näher dran. Aber trotzdem: Die Verstappen-Zeit hätten wir nicht erwischt."

Spannend war dann der Kampf um den Q3-Einzug: Zuerst legte Liam Lawson (Racing Bulls), gezogen auf der Gegengeraden von seinem Teamkollegen Lindblad (mit Gridstrafe vorbelastet), 1:37.023 Minuten vor - doch Bortoleto konnte diese Zeit im allerletzten Versuch um 0,209 Sekunden unterbieten und damit den zehnten Platz fixieren.

Somit schieden nach Q2 Lawson, Alonso, Carlos Sainz (Williams), Stroll, Franco Colapinto (Alpine) und Lindblad aus. Die Bestzeit von Verstappen wurde nicht mehr geschlagen. Er belegte vor Antonelli, Leclerc, Piastri und Hamilton Platz 1. Russell wurde mit 0,549 Sekunden Rückstand Achter.

Zeitplan Formel 1 Sepang: Wie geht's weiter?

Es ist schon ein Kuriosum: Zum ersten Mal seit 2017 fährt die Formel 1 wieder auf dem Sepang International Circuit - ausgetragen wird dort 2026 aber nicht der Grand Prix von Malaysia, sondern der Grand Prix von Bahrain.

In Bahrain hätte die Formel 1 eigentlich schon im Frühjahr fahren sollen, das war wegen des Irankriegs aber nicht möglich. Also gibt es jetzt quasi einen Ersatztermin auf fremdem Territorium in Malaysia. Übrigens nicht der erste Grand Prix in der Geschichte, bei dem die offizielle Bezeichnung und die Geografie nicht übereinstimmen - man denke beispielsweise an die Formel-1-Rennen auf dem Nürburgring, die 1997 und 1998 als Grand Prix von Luxemburg ausgetragen wurden.

Auf dem von Hermann Tilke designten Kurs fanden im Rahmen eines klassischen Rennwochenendes wie üblich drei Freie Trainings statt. Die erste sportlich relevante Entscheidung fiel mit dem Qualifying, am Samstag um 10:00 Uhr deutscher Zeit (16:00 Uhr Ortszeit bei sechs Stunden Zeitverschiebung). Der Start zum Grand Prix von Bahrain erfolgt am Sonntag um 9:00 Uhr deutscher Zeit. (Hier geht's zum Formel-1-Kalender 2026!)

Die gewohnten Formel-1-Livestreams können Fans am Samstag- und Sonntagnachmittag auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de verfolgen. Mit einer Zusammenfassung des Geschehens und Analysen weit über das Ende der TV-Übertragungen hinaus. Host Kevin Scheuren präsentiert die Streams wieder in der Stammbesetzung mit Chefredakteur Christian Nimmervoll als Experte.

Die provisorische Startzeit der Livestreams am Samstag und Sonntag ist auf jeweils 15:00 Uhr MESZ angesetzt. Im TV wird das Rennwochenende auf Sky (Deutschland), ServusTV (Österreich) und im SRF (Schweiz) übertragen (Hier geht's zur kompletten TV-Übersicht zur Formel 1 in Sepang!).

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