Verstappens erster Formel-1-Sieg: Kubica "emotional berührt"

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Verstappens erster Formel-1-Sieg: Kubica
Autor: Dominik Sharaf
Co-Autor: Oleg Karpov
09.05.2018, 07:02

Weil er auf dem Sofa saß und von einem Comeback nur träumte, war Kubica bei Verstappens Durchbruch nur Fan – Heute ist er auf professioneller Ebene beeindruckt

Robert Kubica macht aus seiner Begeisterung für das Formel-1-Supertalent Max Verstappen keinen Hehl: Wie der Williams-Testpilot im Interview mit 'Motorsport.com' sagt, hätte er sich beim Spanien-Grand-Prix 2016 – dem ersten Rennsieg des Red-Bull-Youngsters bei seiner Premiere im A-Team – emotional berührt gefühlt. "Ich war zu Hause wirklich sehr beeindruckt", meint Kubica.

Er spricht von einer "außergewöhnlichen und unglaublichen" Leistung Verstappens, die ihn über seinen eigenen Schatten hätte springen und Bewunderung gegenüber einem potenziellen Konkurrenten hätte empfinden lassen: "Es gab nur einige wenige Momente in meinem Leben, in denen ich jemanden habe fahren sehen und mir dachte: 'Wow!'", sagt Kubica. "Ich war emotional berührt."

 

 

Die Reaktion war auch seiner eigenen Situation geschuldet. Kubica befand sich vor rund zwei Jahren nicht ansatzweise in Reichweite eines Formel-1-Comebacks. Einerseits weil ihm die Folgen seines Rallye-Unfalls zu schaffen machten, andererseits wegen des zu diesem Zeitpunkt mangelnden Vertrauens der Teams in seine Tauglichkeit. Ihm blieb nichts übrig, als vor dem Fernseher zu sitzen.

"Als Pilot kann man nicht emotional berührt sein, wenn jemand anderes gut ist", so Kubica, "aber aufgrund meiner damaligen Lage und der Tatsache, dass ich lange nicht mehr gefahren war, ging es." Subtext: Da er zurück im Paddock ist, kann er sich heute für Verstappen nicht mehr so freuen.

Dennoch würdigt Kubica Verstappens Entwicklung vor dem Hintergrund, dass junge Fahrer wegen des Formel-1-Testverbots weniger Fahrpraxis erhalten als zu der Zeit, als er ein Neuling war. "Für einen Rookie ist es viel schwieriger", sagt Kubica. "Als ich 2006 begonnen haben, haben wir jede Woche getestet. Man hat viel schneller Erfahrung gesammelt." Um sich so viel Wissen über den Umgang mit dem Auto anzueignen wie damals in einer Saison, bräuchte es heute drei Jahre.

Kubica vergleicht: "Es geht jetzt mehr um Simulationen, Zahlen und Aufgaben, die eigentlich Ingenieuren gebühren. Es ist für einen Piloten schwieriger, kleine feine Unterschiede zu beschreiben."

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