"Vertraulich": Wie viel bringt die neue Powerunit von Ferrari?

Ferrari brachte in Sotschi zumindest am Auto von Charles Leclerc die neue und leistungsstärkere Powerunit - Wie groß ist der Vorteil?

"Vertraulich": Wie viel bringt die neue Powerunit von Ferrari?

Beim Russland-Grand-Prix der Formel 1 erhielt Charles Leclerc die mit Spannung erwartete neue Powerunit von Ferrari. Der Monegasse wurde aufgrund des Motorenwechsels strafversetzt und zeigte sich im Rennen stark, ehe ihn der Regen nach hinten spülte.

Da Ferrari bei einigen Motorteilen noch auf Fabrikate aus 2020 setzte, durfte die Scuderia auch zu diesem Zeitpunkt der Saison noch Leistungsverbesserungen bringen. Denn das Reglement ermöglichte den Motorenherstellern zwischen Saisonende 2020 und Saisonende 2021 ein Leistungsupdate pro Powerunit-Element. Wurde dieses gezogen, waren danach nur noch Verbesserungen der Zuverlässigkeit erlaubt.

Ferrari hatte zuletzt bereits angekündigt, im Saisonverlauf noch eine weiterentwickelte Powerunit einzusetzen, nur das Rennen stand noch nicht fest. In Sotschi war es dann zumindest bei Leclerc soweit. Doch wie groß ist der Leistungssprung beim neuen Ferrari-Motor?

Leclerc zufrieden: "Spüre, dass sie besser ist"

"Ich möchte das nicht quantifizieren. Das ist vertraulich", hüllt sich Teamchef Mattia Binotto in Schweigen. Es handle sich um einen Schritt vorwärts, aber "viel wichtiger für uns ist, dass es uns bei dieser neuen Technologie nach vorne gebracht hat. Diese Erfahrungen werden uns mit Blick auf 2022 sicher helfen", sagt der Italiener.

Leclerc selbst zeigte sich nach den Trainings am Freitag bereits angetan von der neuen Antriebseinheit. "Ich kann spüren, dass sie etwas besser ist. Das ist großartig, und die Daten bestätigen das", sagte der 23-Jährige: "Es ist toll, dass man es fühlen und sehen kann."

Anfang kommenden Jahres werden die Powerunits für drei oder gar vier Jahre eingefroren - je nachdem, wann das neue Motorenreglement, an dem hinter den Kulissen kräftig getüftelt wird, eingeführt wird. Ursprünglich sollten die seit 2014 im Einsatz befindlichen Powerunits im Jahr 2025 abgelöst werden, aber auch eine Verschiebung des neuen Regelwerks auf 2026 ist weiterhin denkbar.

Motoren werden 2022 eingefroren

Bis Anfang 2022 dürfen Mercedes, Renault und Ferrari ihre Motoren weiterentwickeln, und auch Aussteiger Honda kündigte an, Red Bull so lange zu unterstützen. Das Team wartet die Motoren ab nächstem Jahr in Eigenregie in einer neuen Zentrale am hauseigenen Campus in Milton Keynes.

Binotto erhofft sich von Leclercs neuem Motor bis Saisonende wichtige Erkenntnisse, um für 2022 und die Jahre danach bestmöglich aufgestellt zu sein. "Ich bin froh, dass Charles ihn bekommen hat und bis Ende der Saison nutzen kann. Das ist schon ein Schritt", merkt er an. Wann Leclercs Teamkollege Carlos Sainz die neue Powerunit erhält, verriet Binotto nicht.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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