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Das Mercedes-Formel-1-Team hat weitere Einblicke in das harte Duell zwischen den Teamkollegen George Russell und Kimi Antonelli in Kanada gegeben

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George Russell und Kimi Antonelli lieferten sich am Wochenende mehrere Duelle

Foto: LAT Images

Mercedes hat wenige Tage nach dem Formel-1-Rennen in Montreal mehr Details zu den Gesprächen mit George Russell und Kimi Antonelli geliefert, nachdem die intensiven Duelle der beiden beim Großen Preis von Kanada interne Analysen ausgelöst hatten.

In Montreal lieferten sich Russell und Antonelli erstmals ein Rad-an-Rad-Duell, während Mercedes seine Dominanz an der Spitze des 2026er-Feldes festigte. Aktuell sieht es danach aus, dass sich der WM-Titel zwischen den beiden Mercedes-Piloten entscheiden wird.

Ihre Duelle im Sprint führten bei Antonelli zu Frust über Russells harte Verteidigung. Im Grand Prix am Sonntag wechselten sich beide an der Spitze ab, bis Russell gegen Rennmitte ausfiel. Dabei gab es einige Szenen, die das Team als "zu eng" bewertete.

"Das meiste davon ist absolut in Ordnung", sagt Trackside-Engineering-Direktor Andrew Shovlin im Mercedes-Podcast Nu Silver Arrows, "und man will die Fahrer immer racen lassen."

"Wenn das Team gute Arbeit leistet, man im Vorfeld die richtigen Gespräche geführt hat, muss man nicht eingreifen. Es gab aber ein paar Momente, in denen es zu eng wurde. Einmal sah es so aus, als könnte einer dem anderen ins Heck fahren. Das wollen wir unbedingt vermeiden."

"Konstruktives und freundliches Gespräch" am Samstag

"Aber beide wollen gegeneinander fahren dürfen. Sie wissen, dass sie ihren Teil erfüllen müssen: fair fahren, ohne ein Ausfallrisiko einzugehen. Kein Kontakt. Wir hatten gute Gespräche während des Wochenendes und werden auch vor dem nächsten Rennen weitere führen", so Shovlin.

Antonellis Ärger im Sprint über Russells kompromisslose Verteidigung, bei der er sogar eine Strafe für seinen Teamkollegen forderte und die internen Regeln missverstanden zu haben glaubte, führte am Samstagabend zu Gesprächen mit Teamchef Toto Wolff. Dabei baten beide Fahrer darum, weiterhin frei gegeneinander fahren zu dürfen.

"Nach dem Sprint gab es ein Treffen mit Toto, bei dem die beiden Fahrer darüber gesprochen haben, wie das Rennen gelaufen ist und wie sie künftig gegeneinander fahren wollen", verrät der stellvertretende Teamchef Bradley Lord. "Ich glaube, Kimi verglich es ein bisschen damit, ins Büro des Schulleiters gerufen zu werden."

"Es war tatsächlich ein sehr konstruktives und freundliches Gespräch, aber die Botschaft der Fahrer war glasklar: 'Vertraut uns, dass wir gegeneinander fahren können. Dafür habt ihr uns verpflichtet, und wir können das.'"

Die Lehren aus der Hamilton-Rosberg-Ära

Mit den Erfahrungen aus der angespannten Rivalität zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg vor einem Jahrzehnt ist sich Mercedes bewusst, mögliche Spannungen frühzeitig zu managen. Das Team möchte, dass die Fahrer offen über Bedenken sprechen, statt Frust aufzubauen.

"Es fühlt sich ein bisschen an wie die Fortsetzung eines Films", sagt Lord über den ersten echten teaminternen Titelkampf seit der Hamilton-Rosberg-Ära. "Wir haben damals viel darüber gelernt, was wir besser hätten machen können, und versuchen, das jetzt anzuwenden."

"Einige unserer Rivalen sagen, das sei ein Luxusproblem, und das stimmt in gewisser Weise. Aber wir müssen es richtig managen, klare Regeln für das Duell festlegen: was wir von den Fahrern erwarten und wo die Grenze liegt. Sie dürfen sich nicht berühren und wir dürfen durch ihr Racing keine Punkte verlieren."

"Wenn etwas passiert, müssen wir weiter kommunizieren, darüber sprechen und dürfen nichts ungelöst lassen. Wir müssen alles offen auf den Tisch legen, gemeinsam bewerten, auch wenn wir nicht immer einer Meinung sind, und dann nach vorne schauen."

Antonellis vierter Grand-Prix-Sieg in Folge brachte dem 19-jährigen Italiener einen Vorsprung von 43 Punkten auf Russell in der Weltmeisterschaft ein. Gleichzeitig untersucht Mercedes weiterhin den folgenschweren Defekt an Russells Antriebseinheit, der in Runde 30 zum Ausfall führte.

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