Verzögerung bei Frachtlieferungen: F1 hält an Zeitplan für Brasilien-GP fest

Aufgrund von Wetterkapriolen warten die Formel-1-Teams in Brasilien noch auf Frachtlieferungen, die Formel 1 hält aber am Zeitplan für das Wochenende fest

Verzögerung bei Frachtlieferungen: F1 hält an Zeitplan für Brasilien-GP fest

Trotz der aktuellen Verzögerung bei Frachtlieferungen für den Brasilien-Grand-Prix rechnet die Formel 1 nicht mit Problemen mit dem Zeitplan für das Wochenende in Interlagos. Wie die Königsklasse auf Anfrage der englischsprachigen Globalseite von 'Motorsport.com' bestätigte, waren die Wetterbedingungen am Montag in Mexiko schuld an der Verzögerung.

Dadurch waren am Mittwoch noch nicht alle Lieferungen in Brasilien angekommen, was die Teams vor dem Wochenende unter Druck setzt. Um den Zeitdruck etwas zu mildern, hat die Formel 1 gemeinsam mit den Teams die Sperrstunde in der Nacht von Donnerstag auf Freitag aufgehoben. Das bestätigt Haas-Teamchef Günther Steiner. Für die Mechaniker und alle beteiligten Personen des Teams bedeutet das kommende Nacht wenig Schlaf.

"Die Jungs müssen in der Nacht arbeiten, anders geht es nicht. Ich weiß nicht, ob sie die gesamte Nacht arbeiten müssen, aber es wird sehr spät werden", meint Steiner. Erst am Donnerstagmorgen Ortszeit waren die letzten Lieferungen des Teams in Brasilien eingetroffen. Aufgrund des Tripleheaders mit Mexiko und kommende Woche mit Katar wurde die Fracht in sechs Flugzeugen nach Brasilien gebracht.

Nebel in Mexiko verursachte Chaos

Drei der Maschinen haben den Flughafen in Mexiko-Stadt Berichten von 'auto motor und sport' zufolge mit sieben Stunden Verspätung verlassen, drei weitere konnten wegen starken Nebels gar nicht erst in Mexiko landen. Die Flugzeuge mussten auf Ausweichflughäfen in Guadalajara und Houston warten und konnten erst mit großer Verspätung wieder nach Mexiko-Stadt zum Beladen fliegen.

Über Miami sollte es dann schließlich nach Sao Paulo gehen, weil die Fracht-Crews allerdings ihre Arbeitszeiten überschritten hatten, ging es aber auch von Miami aus erst später los. Eine Maschine hob am späten Dienstagabend ab und kam am Mittwoch in Brasilien an, die beiden anderen flogen erst am Mittwoch ab und landeten schließlich am Donnerstag am Zielort.

Teil dieser Fracht waren unter anderem sämtliche Motoren sowie die Autos von Ferrari, Alfa Romeo, Haas und McLaren. Diese vier Teams sperrten zwischenzeitlich sogar die Boxengaragen zu, weil es für ihre Mechaniker nichts zu tun gab. Red Bull wartete unterdessen auf das komplette Werkzeug. Alpine und Aston Martin waren die einzigen Teams, die von Frachtverspätungen nicht betroffen waren.

Verzögerungen ausgerechnet am Sprint-Wochenende

Steiner erklärt, dass es bei der Verschiffung der Seefracht keinerlei Probleme gab. Dazu gehören etwa die Hospitality und die Garagengebäude. "Jedes Team hat zwischen fünf und sechs Sets, die in Containern kommen, und die sind ohne Probleme angekommen. So konnten sie die Garage und das Hospitality-Gebäude einrichten", erklärt er.

Die Lieferverzögerungen treffen die Beteiligten ausgerechnet am Wochenende des letzten Sprints in dieser Saison. In Sao Paulo wird nach Silverstone und Monza zum dritten Mal in diesem Jahr das neue Format gefahren. Dieses sieht bereits am Freitag die Qualifikation vor, am Samstag folgt der Sprint über ein Drittel der Distanz des Hauptrennens, das am Sonntag das Wochenende wie gewohnt abschließt.

Dennoch rechnen die Verantwortlichen der Formel 1 mit "keinem größeren Einfluss auf das Rennwochenende", teilte ein Sprecher mit. Das erste Freie Training am Freitag beginnt Ortszeit um 12.30 Uhr, nach deutscher Zeit um 16.30 Uhr. Das Qualifying schließt sich um 16.00 Uhr Ortszeit (20.00 Uhr MEZ) an. Und auch Steiner hätte nichts davon gehalten, den Zeitplan über den Haufen zu werfen.

Steiner sieht noch keine Gesundheitsgefährdung

"Es steckte keine Absicht dahinter. Es war, wie ich es sehe, höhere Gewalt, und letztendlich bringt die Änderung des Zeitplans auch eine Menge anderer Dinge mit sich, die nicht positiv sind. Ich denke also, dass alle damit fertig werden müssen", stellt er klar. Der Punkt, an dem die Gesundheit von Teammitgliedern gefährdet wird, sei "noch nicht erreicht".

Anders könne es jedoch aussehen, wenn auch kommende Woche derartige Probleme auftreten würden. Denn so weit der Weg von Mexiko nach Brasilien auch sein mag, die Distanz zwischen Brasilien und Katar, wo am folgenden Wochenende gefahren wird, ist ungleich größer und bringt die Beteiligten auch bei reibungslosem Ablauf an ihre Grenzen.

"Die Jungs bauen die Garage und die Autos auseinander, verschiffen es und dann springen sie ins Flugzeug. Es ist ein 15-Stunden-Flug, dazu noch die Zeitverschiebung nach vorne. Die nächste Woche wird hart", sagt Steiner.

Dass es überhaupt am Saisonende so viele Rennen in so kurzer Zeit an so unterschiedlichen Orten gibt, sei laut dem Südtiroler auf die Pandemie zurückzuführen. "Ich denke, dass wir in diesem Jahr mit Corona nur deshalb so viele Rennen fahren konnten, weil es am Ende immer enger wurde", erklärt Steiner. Deshalb habe die Formel 1 bei der Gestaltung des Saisonfinals mit fünf Rennen an sechs Wochenenden keine große Wahl gehabt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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