Vettel gewinnt "Überhol-Award" der Formel 1: "Nicht so spaßig"

Aston-Martin-Fahrer Sebastian Vettel beschließt das letzte Formel-1-Saisonrennen in Abu Dhabi auf P11, gewinnt aber den neu eingeführten "Überhol-Award"

Vettel gewinnt "Überhol-Award" der Formel 1: "Nicht so spaßig"
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Ein Rennen hat Sebastian Vettel in der Formel-1-Saison 2021 nicht gewonnen, wohl aber einen "Titel": Der Aston-Martin-Fahrer ist der erste Gewinner des neu eingeführten "Überhol-Awards" der Formel 1, der den Fahrer belohnt, der im kompletten Jahr am häufigsten überholt hat. Hier setzte sich Vettel gegen die beiden anderen Ex-Champions Fernando Alonso und Kimi Räikkönen durch.

Wie er das geschafft habe, wird Vettel gefragt. Er sagt frei heraus: "Wir sind zu oft zu weit hinten losgefahren. Wir haben [in den Rennen] Positionen gut gemacht und das war unterhaltsam, aber nicht so spaßig, was die Ergebnisse anbelangt."

Aston Martin kam mit dem AMR21 im Qualifying oft nicht auf Touren, stand bei der Rennpace allerdings besser da, sodass Vettel sonntags häufig große Fortschritte machte. Das brachte ihm unterm Strich den Award-Gewinn ein.

 

Keine Punkte für Vettel im Finalrennen

Beim Finalrennen in Abu Dhabi ging Vettel ansonsten leer aus: Auf P11 verpasste er die Punkteränge nur um knapp 1,5 Sekunden.

Es sei eigentlich "ganz gut" gelaufen, meint Vettel, und "die Pace war okay". Er habe aber zu Rennbeginn "ein bisschen zu lange" hinter dem Alfa Romeo von Antonio Giovinazzi festgehangen, nämlich von Runde fünf bis Runde 15. "Als wir vorbei waren, waren wir schnell. Dann war es aber schon zu spät. Die Lücke nach vorne war viel zu groß", sagt Vettel. "Da konnten wir nichts mehr machen."

Für ihn sei es "wie so oft dieses Jahr" gelaufen, erklärt der viermalige Formel-1-Weltmeister weiter. "Das Auto war soweit in Ordnung, im Rennen besser als im Qualifying, und als wir freie Fahrt hatten, war die Pace gut. Wäre schön gewesen für uns, vielleicht noch einen Punkt mitzunehmen." Doch das ging sich nicht aus.

In der Endabrechnung bedeutet das: WM-Position zwölf für Vettel mit 43 Punkten aus 22 Rennen, womit er eine Position vor seinem Aston-Martin-Teamkollegen Lance Stroll liegt.

Was Vettel vom WM-Duell mitbekommen hat

"Mit ganz vorne hatten wir eh nichts zu tun", sagt Vettel weiter, eigentlich bezogen auf das Rennen in Abu Dhabi, doch für die WM gilt diese Aussage ebenso. Ob er im Grand Prix überhaupt etwas mitbekommen habe vom Titelduell zwischen Max Verstappen und Lewis Hamilton, wird er gefragt. Antwort: "Nicht so sehr."

"Ich hatte nur gesehen, dass in der letzten Runde die Holländer hochspringen. Dann war mir klar, dass Max überholt hat. Ich wusste nicht, auf welchen Reifen Lewis nach dem Restart ins Rennen ging, aber ich glaube, er hatte da nicht viele Chancen."

Ihm sei der Ausgang der Fahrer-WM ohnehin "egal", sagt Vettel. Begründung: "Beide haben es verdient, nach der Saison, und nach dem Rennen heute. Ich glaube, es war letzten Endes ein bisschen eine Lotterie, gerade mit dem Safety-Car zum Schluss. Wie gesagt: Beide hatten eine sehr, sehr starke Saison. [Daher] Gratulation an beide, Lewis und Max."

Vettel: Die Schlussphase war "komisch"

Die Ereignisse der Schlussphase haben bei Vettel in jedem Fall einen "komischen" Eindruck hinterlassen. Er meint zwar: FIA-Rennleiter Michael Masi habe richtig gehandelt, indem er die Überrundeten habe ziehen lassen. "Normal ist es immer erlaubt. Das sind die Regeln", sagt Vettel. "Es ergibt auch keinen Sinn, dass wir dann in der Reihenfolge bleiben."

Laut dem Ex-Champion hätte der Rennleiter das Feld "schon viel früher" sortieren sollen. "Ich hatte den Vorschlag am Funk schon in der ersten Runde hinter dem Safety-Car gemacht, weil mir klar war, dass das Hauptaugenmerk sicher auf dem WM-Kampf liegt", sagt Vettel. Er selbst habe am Ende nicht mehr profitieren können, "weil wir [dahinten] so weit verstreut waren. Da konnten wir nichts mehr machen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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