Vettel-Poker geht nicht auf: "Hätte auf dem Inter beharren sollen"

Sebastian Vettel gibt zu, dass Aston Martin etwas zu früh auf Slicks gegangen ist, als es die Bedingungen nicht hergaben - Fahrfehler kostet letzte Chance auf Q3

Vettel-Poker geht nicht auf: "Hätte auf dem Inter beharren sollen"
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Aston Martin ist mit seinem Slick-Poker "All In" gegangen, hatte am Ende aber ein zu schlechtes Blatt auf der Hand, um den Jackpot mit Q3 zu gewinnen. Sebastian Vettel und Lance Stroll waren in Q2 von Singapur die ersten Piloten, die es auf abtrocknender Strecke mit den Slicks probierten, doch genau wie bei Guanyu Zhou, der ebenfalls das Risiko einging, war das die falsche Entscheidung.

"Es war ein bisschen zu früh, aber im Nachhinein lässt sich das immer leicht sagen. Wir haben es probiert, aber es hat sich nicht ausgezahlt", sagt Vettel, der den Grand Prix am Sonntag nur von Startplatz 14 aus angehen wird.

Er hadert ein wenig mit der Entscheidung, denn bis dahin lag Aston Martin mit beiden Autos in den Top 10. Laut Vettel habe man die Entscheidung gemeinsam getroffen, auch wenn er eher zum Verbleib auf Intermediates tendiert hatte.

Nicht auf das Bauchgefühl gehört

"Ich wusste ja, dass wir danach nur noch Zeit haben für eine Runde oder vielleicht eine Warmfahrrunde und eine gezeitete. Ja, wir haben lange gerätselt, und das Bauchgefühl hat auch Inter gesagt", sagt der Deutsche. "Wir haben gesehen, wie andere auf die Trockenreifen gewechselt sind und haben dann diese Möglichkeit ebenfalls ergriffen."

So ganz ist Vettels Aussage aber nicht nachzuvollziehen, denn die beiden Aston Martin waren die ersten, die das Risiko eingegangen sind. Nur Guanyu Zhou war ebenfalls auf dem Slick, fuhr aber erst nach Vettel aus der Box.

 

"Als wir die Slicks aufgezogen haben, war ich mir nicht sicher, ob das die richtige Wahl war. Auf der Outlap habe ich dann gemerkt, es war die falsche Entscheidung", sagt er weiter. "Allerdings hätte die Zeit zum Zurückwechseln nicht mehr ausgereicht."

Er hadert: "Im Nachhinein hätte ich stärker sein müssen und auf den Inter beharren sollen. Ja, es ist schade, weil ich glaube, dass das dritte Qualifying heute drin war."

Vettel haut alles rein - und verliert

Teamkollege Stroll war auf seiner zweiten gezeiteten Runde rund eine Sekunde langsamer als auf Intermediates zuvor und hatte somit keine Chance, sich zu verbessern. Vettel verbremste sich hingegen in Kurve 7 und beraubte sich so jeglicher Chancen.

"Ich wusste natürlich, dass es extrem schwer wird, auf den nassen Teilen der Strecke nicht zu viel Zeit zu verlieren und habe auf den trockenen Teilen extrem attackiert und war ein bisschen zu aggressiv auf der Bremse", erklärt er. "Die Vorderreifen waren auch noch nicht ganz warm."

"Aber ich denke, der Rest der Strecke wäre zu diesem Zeitpunkt sowieso noch zu nass gewesen", glaubt er nicht, dass es ohne den Fehler besser geworden wäre.

Doch auch von den Startplätzen zwölf und 14 hofft Aston Martin am Sonntag noch auf Punkte, auch wenn Vettel sagt, dass es "schwer" werden wird, wenn er "mitten im Niemandsland" losfahren muss. "Aber hoffentlich regnet es morgen und wir bekommen ein bisschen Chaos."

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Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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