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Vettel über Sprintrennen: "Müssen uns an das Seltsame gewöhnen"

Die angekündigten Sprintrennen sorgen in der Formel 1 für geteiltes Echo: Während sich Lewis Hamilton nicht damit befasst hat, findet es Sebastian Vettel "seltsam"

Vettel über Sprintrennen: "Müssen uns an das Seltsame gewöhnen"

Die Sprintrennen in der Formel 1 kommen. Bei drei Grand-Prix-Wochenenden wird das reguläre Qualifying durch ein Sprintrennen über 100 Kilometer ersetzt, dessen Startaufstellung durch das übliche Qualifying-Format ermittelt wird. Unter den Fahrern sorgt dieser Eingriff in das traditionelle Formel-1-Format für geteiltes Echo.

"Jetzt ist es entschieden und jetzt müssen wir es so nehmen, wie es ist", sagt Sebastian Vettel über die Entscheidung. Ein Freund der neuen Regel scheint er nicht zu sein und bezeichnet sie als "seltsam". Denn seiner Meinung nach sollte immer die schnellste Runde über das Qualifying entscheiden. "Aber vielleicht müssen wir uns alle an das Seltsame gewöhnen."

Vettel ist bekanntlich ein Freund von traditionellen Werten. Für ihn sollte der Fokus immer auf dem Hauptrennen liegen. Doch er ist bereit, das neue Format im Sinne der Formel 1 anzunehmen: "Wenn es für uns und die Zuschauer mehr Spaß bringt, dann wunderbar. Wenn nicht, dann müssen wir es wieder sein lassen."

Denn der Deutsche ist "entschieden dagegen", die Meisterschaft künstlich durcheinanderzubringen. "Ansonsten können wir auch würfeln." Ihm wäre es am liebsten, dass das Feld in Zukunft wieder einfach so näher zusammenrückt. "Damit wir nicht noch mehr über solche Dinge nachdenken müssen."

Hamilton offen für Experimente

Die restlichen Fahrer äußern sich hingegen größtenteils neutral zu der Idee: "Ich bin weder dafür noch dagegen", sagt etwa Max Verstappen. Er will mit einer Einschätzung abwarten, bis man es auch wirklich probiert hat. Wirklich brauchen tut er das neue Format aber nicht. "Aber vielleicht sagt ja jeder: 'Wow, das war eine großartige Idee!' Schauen wir mal."

Auch Kimi Räikkönen ("Ich habe keine Meinung.") und Lewis Hamilton äußern sich zurückhaltend. Hamilton scheint sich sogar noch überhaupt nicht mit dem Thema befasst zu haben. Denn als man ihn in der Pressekonferenz darauf anspricht, sagt er: "Ich weiß überhaupt nichts davon. Könnt ihr mir etwas darüber erzählen?"

Generell ist er Experimenten mit dem Format aber positiv gegenüber eingestellt: "Ich habe schon immer gesagt, dass wir bei bestimmten Rennen ein anderes Format haben sollten", meint er. "Monaco ist zum Beispiel ein toller Ort, aber das Rennen ist nicht unbedingt aufregend. Ich mag daher, dass sie offen sind und Veränderungen angeregt haben."

Er hofft, dass die Formel 1 aus solchen Experimenten wie den Sprintrennen lernt und die Erkenntnisse eventuell in Zukunft bei einigen Rennen anwenden kann.

Ralf Schumacher: Könnte schon Sinn machen

Auch Ex-Pilot Ralf Schumacher ist für Experimente zu haben: "Letztendlich geht es darum, Spannung und Zuschauer zu generieren. Das könnte schon Sinn machen, weil ein Rennen immer spannender sein wird als ein Qualifying", sagt er gegenüber 'Sky'. "Man muss einfach mal ausprobieren, was die Konsequenzen sind."

Vor allem interessiert es ihn zu sehen, wer wie viel Risiko eingeht, um am Sonntag vorne zu stehen. Denn ein Fehler kann dann natürlich schnell dazu führen, dass man statt einen Platz weiter vorne von ganz hinten starten muss.

"Wir müssen einfach abwarten und schauen, ob es ein Erfolg wird", sagt Verstappen. Räikkönen ergänzt: "Wir müssen einfach ein Rennen fahren, dann werden wir mehr wissen, ob es einen Effekt hat oder nicht."

So sieht es auch Vettel: "Wenn es wirklich besser ist und den Leuten mehr Spaß macht, uns mehr Spaß macht, ist es vielleicht eine gute Sache. Wenn das nicht der Fall ist, dann war es vielleicht ein interessantes Experiment."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie Formel 1
Fahrer Lewis Hamilton , Sebastian Vettel
Urheber Norman Fischer