VF-26: Der bislang härteste Formel-1-Winter für Haas
Teamchef Ayao Komatsu erklärt, warum der VF-26 für Haas eines der bislang größten Projekte ist - Die Entwicklung des Autos begann bereits vor rund anderthalb Jahren
In diesen Farben wird Haas in der Formel-1-Saison 2026 an den Start gehen
Foto: Haas/Audi Haas/Audi
Ein komplett neues Auto und eine extrem kurze Winterpause: In diesen Wochen und Monaten erlebt das Formel-1-Team Haas womöglich die größte Herausforderung seiner noch jungen Geschichte in der Königsklasse.
"Ich würde sagen, ja, vor allem angesichts unserer Größe", antwortet Teamchef Ayao Komatsu auf die Frage, ob der Winter 2026 der bislang anstrengendste für Haas gewesen sei. "Die neuen Vorschriften bedeuten eine finanzielle Herausforderung", erinnert er.
"Und was die Ressourcen betrifft, weiß jeder, dass wir immer noch das kleinste Team sind. Das ist eine enorme Herausforderung", so Komatsu, der betont: "Es sind die größten Änderungen seit 22 oder 23 Jahren, seit ich in der Formel 1 bin."
"Ich kann mich nicht an eine so große Veränderung erinnern. Das ist unglaublich spannend, aber gleichzeitig auch sehr, sehr nervenaufreibend", erklärt der Japaner, der 2026 in seine dritte Saison als Haas-Teamchef geht. Anfang 2024 hat er Günther Steiner in dieser Rolle abgelöst.
"Ich glaube nicht, dass irgendein Team, selbst das größte, behaupten würde, dass es für diese Aufgabe vollständig gerüstet ist. Aber für uns ist die Herausforderung noch größer", betont Komatsu im Hinblick auf das komplett neue Formel-1-Reglement in diesem Jahr.
Haas arbeitet seit 2024 am neuen Auto
Haas geht 2026 erst in seine elfte Formel-1-Saison, und Technikchef Andrea de Zordo verrät: "[Die Entwicklung des VF-26] begann eigentlich in der zweiten Hälfte des Jahres 2024 mit einer kleinen Gruppe, die sich mit dem Konzept des neuen Autos befasste."
Im Windkanal durfte zwar erst seit 2025 an den neuen Boliden gearbeitet werden. Doch bereits zuvor beschäftigte sich Haas intern auf anderen Wegen mit dem neuen Projekt. Seit der Sommerpause 2025 habe dann der komplette Fokus auf dem VF-26 gelegen, so de Zordo.
"Aufgrund des engen Meisterschaftskampfs arbeitete eine kleine Gruppe bis spät in die Saison am VF-25, was eine Herausforderung für das Management darstellte", erinnert er. Denn die Arbeit am neuen Auto sei gleichzeitig "ein Marathon" gewesen.
Wie gut der VF-26 ist, das weiß man aktuell noch nicht. "Es gibt zu viele Unbekannte, um einschätzen, wo jeder stehen wird. Es ist sehr unvorhersehbar, aber wir werden im Laufe des nächsten Monats viel herausfinden", erklärt de Zordo im Hinblick auf die anstehenden Tests in Barcelona und Bahrain.
Haas gibt noch kein offizielles Saisonziel aus
Teamchef Komatsu will ohne Anhaltspunkt auch erst einmal kein konkretes Saisonziel ausgeben. "In den ersten paar Rennen geht es weniger darum, ein sportliches Ziel zu setzen, sondern vielmehr darum, interne Ziele zu definieren", erklärt er.
"An erster Stelle steht das PU-Management, dann die aerodynamische Entwicklung. Wenn wir die Richtung ändern oder andere Konzepte in Betracht ziehen müssen, müssen wir das wiederum umgehend tun. Um bestimmte Dinge schnell umsetzen zu können, muss man als Team arbeiten und klar kommunizieren."
"Das haben wir in den letzten Jahren getan, und das wird nun noch mehr auf die Probe gestellt werden. Aber ich glaube, wir sind darauf vorbereitet", erklärt Komatsu vorsichtig optimistisch und ergänzt: "Wir müssen uns auf das konzentrieren, was wir haben, worin wir gut sind."
Gleichzeitig müsse man "unsere Schwächen erkennen, aber unsere Stärken ausspielen und weiter lernen. Wir müssen uns ziemlich schnell mit diesen neuen Vorschriften vertraut machen", so Komatsu, der daran erinnert, dass es 2026 durchaus "Überraschungen" geben könnte.
Obwohl man offiziell (noch) kein Ziel ausgibt, stellt de Zordo daher klar: "Wir sind nicht hier, um nur dabei zu sein. [...] Wir haben so viel Arbeit investiert, weil wir das bestmögliche Auto bauen und so wettbewerbsfähig wie möglich sein wollen."
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