Vibrationen bei Aston Martin: David Coulthard äußert Verdacht
Ex-Formel-1-Pilot David Coulthard glaubt nicht, dass die Vibrationen bei Aston Martin für die Fahrer wirklich so schlimm sind - Normalerweise gebe ein Pilot nicht auf
Fernando Alonso gab in China nach etwas mehr als 30 Runden auf
Foto: LAT Images
Aston Martin sah in der Formel-1-Saison 2026 bislang noch bei keinem Rennen über die volle Distanz die Zielflagge. Zwar kamen Fernando Alonso und Lance Stroll beim Sprint in China über 19 Runden ins Ziel, beim Hauptrennen und auch beim Saisonauftakt in Australien schafften sie das allerdings nicht.
Beim vergangenen Grand Prix in Shanghai gab Alonso nach 32 der 56 Runden mit der offiziellen Begründung auf, dass die Vibrationen im Auto zu stark gewesen seien. "Ab Runde 20 begann ich, jegliches Gefühl in meinen Händen und Füßen zu verlieren", so seine Erklärung.
Experte und Ex-Formel-1-Pilot David Coulthard kauft Aston Martin diese Begründung allerdings nur bedingt ab. Im Podcast Up To Speed erklärt der Vizeweltmeister von 2001, dass er in seiner Karriere selbst Vibrationen im Auto erlebt habe, zum Beispiel durch einen platten Reifen.
"Bei einem Grand Prix habe ich nie aufgegeben, denn man will ja die Punkte", betont Coulthard. Er wisse zwar nicht genau, "was er im Auto empfindet", sagt er über Alonso. Doch er habe sich Videoaufnahmen aus der Onboard-Perspektive angesehen, so der Schotte.
Und offenbar wirken die Vibrationen auf ihn dort nicht so stark, dass man deswegen das Auto abstellen muss. Er vergleicht die Situation mit Bauarbeitern, die "jeden Tag mit Presslufthämmern arbeiten". Er betont: "Man hört sie nie sagen: 'Ich arbeite heute nicht, weil mir von der Arbeit mit dem Presslufthammer die Hände wehtun.'"
Coulthard: Ein Fahrer würde niemals freiwillig aufgeben
Womöglich sei die offizielle Begründung von Aston Martin "also eher eine Frage der Bequemlichkeit", kann er sich vorstellen und erklärt: "Ich vermute, dass die Vibrationen eher ein Problem für die Zuverlässigkeit als für den Fahrer darstellen."
Doch indem man körperliche Beschwerden als Grund für die Aufgabe nenne, nehme man den Fokus vom eigenen Auto und könne stattdessen "Honda weiterhin im Rampenlicht" halten, so Coulthard, der betont, dass ein Formel-1-Fahrer eigentlich niemals freiwillig aufgeben würde.
"Ich sehe das so: Ein Fahrer würde lernen, die Nationalhymne rückwärts zu singen und dabei mit Kettensägen zu jonglieren, wenn er dadurch auch nur eine Zehntelsekunde gewinnen könnte", betont der 13-malige Grand-Prix-Sieger.
Tatsächlich räumte Mike Krack von Aston Martin nach dem China-Rennen sogar ein, dass Alonso das Rennen theoretisch hätte beenden können. "Fernando hat auch gesagt, dass es möglich gewesen wäre weiterzufahren, wenn man um den Sieg gekämpft hätte", so Krack.
"Zu diesem Zeitpunkt waren wir jedoch nicht in einer besonders starken Position. Deshalb war die Entscheidung letztlich relativ einfach zu treffen", sagte er. Hätte Alonso also die Chance auf Punkte gehabt, hätte er wohl versucht, das Rennen zu beenden.
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