"Vier Monate Rückstand": Warum Adrian Newey auf die Euphoriebremse tritt
Vier Monate Verzögerung, ein komplett neues Regelwerk und ein Auto im Wandel: Der Weg von Aston Martin in die Formel-1-Saison 2026 beginnt holprig
Der Aston Martin AMR26 beim Test in Barcelona
Foto: Aston Martin Racing
Aston-Martin-Teamchef Adrian Newey hat eingeräumt, dass sein Rennstall mit Rückstand in die Formel-1-Saison 2026 gehen wird. Der berühmte Designer führt das vor allem auf ein unglückliches Timing in der Vorbereitung zurück.
Newey sagte: "Ich selbst bin dem Team erst im März 2025 beigetreten und der Windkanal lief erst ab April wirklich rund. Wir hatten erst Mitte April ein Modell des 2026er-Autos im Windkanal, während die meisten - wenn nicht sogar alle - Konkurrenten bereits seit dem Ende des Aerodynamik-Testverbots Anfang Januar 2025 damit beschäftigt waren."
"Die Realität ist: Das hat uns um etwa vier Monate zurückgeworfen und zu einem sehr, sehr stark verdichteten Forschungs- und Entwicklungszyklus geführt", erklärte Newey.
Newey erklärt Verspätung beim Shakedown
Das sei auch der Grund, weshalb Aston Martin mit Verspätung zum Formel-1-Shakedown 2026 in Barcelona anreiste: "Das Auto wurde erst in letzter Minute fertig. Wir mussten bis zuletzt darum kämpfen, um rechtzeitig bereit zu sein."
Doch was die Öffentlichkeit bislang vom Aston Martin AMR26 gesehen hat, versteht sich laut Newey nur als eine Übergangslösung: "Das Auto wird sich [beim Auftakt] in Australien stark von dem in Barcelona unterscheiden. Und das Auto [beim Finale] in Abu Dhabi wird wiederum ganz anders sein als zu Saisonbeginn."
Eine historische technische Herausforderung
Der Schlüssel zu einem erfolgreichen ersten Jahr unter dem neuen Formel-1-Reglement liegt für Newey vor allem in der technischen Weiterentwicklung - und in der Anpassungsfähigkeit der Teams: "Entscheidend wird sein, offen für neue Ansätze zu bleiben", sagte Newey.
"Denn 2026 ist vermutlich das erste Mal in der Geschichte der Formel 1, dass sich die Antriebsregeln und die Chassis-Regeln gleichzeitig geändert haben. Es handelt sich um ein komplett neues Regelwerk, was für alle Teams eine große Herausforderung darstellt - und für uns vielleicht noch etwas mehr als für andere."
Um sich dieser Herausforderung zu stellen, hat Aston Martin viel investiert - in den Standort in Silverstone direkt neben der Grand-Prix-Rennstrecke, aber auch in hochrangige Mitarbeiter wie Newey. So stießen zum Beispiel Dan Fallows und Enrico Cardile als leitende Techniker von Red Bull und Ferrari zu Aston Martin, von Mercedes kam Ex-Motorenchef Andy Cowell. Fallows hat das Team inzwischen jedoch wieder verlassen und arbeitet nun bei Racing Bulls.
Newey, der zunächst als Technischer Direktor und Mitbesitzer ins Team geholt wurde, bekam nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt bei Aston Martin noch eine zusätzliche Rolle: Er wurde im Herbst zum Teamchef-Nachfolger von Cowell, der sich wiederum auf die Koordination des Antriebsprojekts mit Honda konzentrieren sollte.
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