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Rekordweltmeister mit sieben Titeln: Hamilton mit Schumachers Helm

Foto: LAT Images

Die Anreise zum Saisonauftakt der Formel 1 in Australien gestaltete sich für Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve schon mal äußerst schwierig: Er wurde auf dem Mailänder Flughafen Malpensa auf der Toilette eingesperrt und konnte sich erst nach 30 Minuten befreien, indem er die Tür eintrat - wobei ihm auch noch ein Stück Decke auf den Kopf fiel...

Villeneuve nahm den Vorfall mit Humor, postete sogar zwei Fotos davon auf Instagram. Ein seltener Einblick sozusagen, hinter die Kulissen all derer, die dem Glamour-Tross der Formel 1 rund um die Welt hinterherfliegen. Beim Reisen lauert dabei schon mal die ein oder andere Falle - denn obwohl selbst Weltmeister, als Experte für verschiedene TV-Sender fliegt Villeneuve natürlich nicht im Privatjet zu den Rennen, wie die großen Stars der Serie.

Dass Lewis Hamilton und Max Verstappen entsprechend hofiert werden und heutzutage ein Vielfaches von dem verdienen, was er und seine Kollegen zu aktiven Zeiten einsacken konnten, stört Villeneuve laut eigener Aussage aber nicht: "Ich habe eine Weltmeisterschaft gewonnen, also nein, ich bin definitiv nicht neidisch darauf, dass sowohl Lewis als auch Max so viel Geld machen. Sie haben hart dafür gearbeitet", sagt der Ex-Champion gegenüber yaysweepstakes.

Die Begründung ist für Villeneuve eine ganz einfache Rechnung: "Ich glaube, wir sind in einer Ära, in der die Formel 1 zehnmal mehr wert ist als sie es damals war. Wenn man es also damit vergleicht, was Michael Schumacher und ich in den 90er Jahren verdient haben, dann sind sie nicht gerade gut bezahlt", erklärt Villeneuve, und denkt dabei vor allem an seinen ehemaligen Ferrari-Rivalen:

"Michael hat so viel mehr verdient, auch nach nur einem Titel [mehr]. Aber hey, er war groß, er hat alles gewonnen." Das brachte dem Deutschen mit sieben WM-Trophäen schließlich den Titel als Rekordweltmeister ein - 2020 zog Hamilton jedoch gleich und schickt sich dieses Jahr an, erstmals auch im Ferrari, seinen achten WM-Triumph zu feiern, womit er Schumacher überflügeln würde.

Villeneuve über Rekord: "Niemand will geschlagen werden"

Geht es nach Villeneuve, dürfte "Schumi" das gar nicht schmecken: "Nein, niemand, der einen Rekord hält, will geschlagen werden. Das gehört dazu, sonst wäre man ja kein Sportler", glaubt der Kanadier, dass Rekorde und Zahlen den Fahrern deutlich mehr bedeuten als sie zugeben wollen. Das gelte auch für Hamilton, der sich in Bezug auf einen möglichen achten Titel nach außen hin stets betont zurückhaltend gibt.

Rivalen aus einer anderen Zeit: Villeneuve und Schumacher im Jahr 1997

Rivalen aus einer anderen Zeit: Villeneuve und Schumacher im Jahr 1997

Foto: LAT

Doch Villeneuve glaubt: "Jeder Fahrer, ich auch, hat immer gesagt: 'Oh, die Anzahl der Siege spielt keine Rolle, Rekorde auch nicht.' Aber das stimmt nicht. Du sagst einfach nur: 'Nein, nein, es interessiert mich nicht, ich schaue nicht auf diese Zahlen.' Aber natürlich tust du es", verrät der Kanadier: "Es ist Teil deines Egos, es ist Teil dessen, warum du überhaupt ein Wettkämpfer bist. Weil du gewinnen willst, weil du alle schlagen und der Beste sein willst."

Villeneuve ist überzeugt: "Du willst die Ergebnisse, die Siege, die WM-Titel. Du willst das größte Gehalt. So bewertest du dich selber, das ist einfach super wichtig." Hamilton stelle da keine Ausnahme dar. Wenngleich der Brite sein Geld für Ferrari mehr als wert sei, wie der Weltmeister von 1997 anfügt: "Er ist eine Marke, das ist auch sein Unterschied zu den meisten anderen Fahrern" - selbst im Vergleich zu Titelverteidiger Verstappen.
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