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Villeneuve über Estoril-Coup: "Nur so konnte man Schumacher überholen"

Im Jahr 1996 zeigte Jacques Villeneuve ein sensationelles Überholmanöver gegen Michael Schumacher außen herum in Estoril - Wie ihm IndyCar-Erfahrung half

Villeneuve über Estoril-Coup: "Nur so konnte man Schumacher überholen"

Jacques Villeneuve überholte Michael Schumacher in Estoril 1996 auf sgenhafte Weise

Foto: LAT LAT

Jacques Villeneuve gibt detaillierte Einblicke in eines der berühmtesten Überholmanöver der Formel 1-Geschichte. Beim Großen Preis von Portugal 1996 in Estoril überrumpelte der Kanadier Michael Schumacher in der letzten Kurve außenherum - ein Husarenstück, das Villeneuve akribisch geplant hatte und bis heute wohl der legendärste Moment geworden wäre, wäre da nicht das Jerez-Finale 1997 gewesen.

Der Williams-Pilot nutzte Erfahrungen aus seiner Zeit in der IndyCar-Serie. Die Kurve vor der Start-Ziel-Geraden erinnerte ihn durch ihre leichte Überhöhung an ein Oval wie den Nazareth Speedway. "In der IndyCar-Serie überholt man dort wegen des Bankings außen", erklärt Villeneuve im Podcast F1 Beyond The Grid.

Er hatte seinem Team den Plan bereits den ganzen Winter über angekündigt, stieß bei seinem Ingenieur Jock Clear jedoch auf Skepsis: "Er sagte: 'Sag uns, in welcher Runde, damit wir mit dem Löffel kommen, um die Trümmer aufzusammeln.' Das war der extra Kick, den ich brauchte."

Der Moment der Überraschung

Die Entscheidung fiel, als beide Piloten auf einen Überrundeten aufliefen. "Michael nahm ein wenig Gas weg, um sich etwas Platz zu verschaffen. Das war mein Moment", so Villeneuve. Während Schumacher lupfte, blieb der Kanadier voll auf dem Gas und zog außen am Ferrari vorbei.

"Ich dachte mir: Ich fahre einfach außenherum und überrasche ihn. Und das war der einzige Weg, wie man Michael überholen konnte: indem man ihn überraschte." (Videos von der Szene auf YouTube)

Lange Zeit existierte von der Szene nur eine Onboard-Perspektive, die das Ausmaß des Manövers kaum einfing. Erst Jahre später aufgetauchte Außenaufnahmen stellten den Moment laut Villeneuve in das richtige Licht.

Die Psychologie hinter dem Duell

Für ihn war es die Chance, den Unterschied zu machen: "Ich wollte Dinge tun, von denen ich wusste, dass andere sie nicht tun würden. Das habe ich vom Skifahren übernommen - ich springe von dieser Klippe und du nicht."

Dass dieses Manöver ausgerechnet gegen Schumacher gelang, war für Villeneuve von besonderer Bedeutung. Er habe früh gemerkt, dass der Kampf mit der Deutschen eine andere Herangehensweise erforderte als das restliche Feld. "Er wusste, dass es mir egal war. Ich war weder beeindruckt noch hatte ich Angst vor ihm - und das war er nicht gewohnt", analysiert der Weltmeister von 1997 rückblickend.

Trotz der intensiven Duelle auf der Strecke gab es zwischen den beiden Ausnahmefahrern privat kaum Kontakt. Villeneuve führt dies auch auf die besondere Fan-Konstellation in Italien zurück, wo sein Name durch die Ferrari-Historie seines Vaters Gilles Villeneuve noch immer ein enormes Gewicht hatte.

"In Italien gab es Fans, die für ihn und Ferrari waren, und Fans, die auch für mich waren, und das hat die Waage ein wenig aus dem Gleichgewicht gebracht", sagt er über diese Konstellation.

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