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Vibrationen reduziert: Honda berichtet von echten Fortschritten!

Aston Martin konnte im zweiten Training mit beiden Autos fahren

Foto: LAT Images

Es gibt sie tatsächlich, die positiven Aussagen von Motorenhersteller Honda beim Debakelauftakt in Australien. Denn nach dem desaströsen ersten Training, bei dem Aston Martin insgesamt nur drei Runden fahren konnte, vermelden die Japaner signifikante Fortschritte und auch eine Reduzierung der so problematischen Vibrationen.

Lance Stroll konnte am Nachmittag immerhin 13 Runden fahren, Fernando Alonso sogar 18. "Das heutige zweite Training war für uns wertvoll, da wir die Auswirkungen unserer Gegenmaßnahmen sehen konnten", sagt Shintaro Orihara, Trackside General Manager und Chefingenieur von Honda.

"Da Lance und Fernando insgesamt 31 Runden absolvierten, konnten wir die notwendigen Daten sammeln, um festzustellen, dass die Elemente, die wir zuerst auf dem Prüfstand bei HRC Sakura implementiert haben, auf der Strecke funktionieren. Infolgedessen treten laut unserer während der Session gesammelten Analyse weniger Batterievibrationen auf."

So viel zu den positiven Neuigkeiten, generell war auch der erste Trainingsfreitag der neuen Saison gespickt von Problemen. Schon vor der ersten Session wurde erneut ein Problem an Alonsos Power-Unit identifiziert: Teamchef Adrian Newey sprach von einem "neuen Problem bei der internen Kommunikation der Batterie mit ihrem Managementsystem".

"Wir haben versucht, dies vor Beginn des ersten Trainings zu beheben, konnten die Arbeiten aber leider nicht rechtzeitig abschließen", erklärt Orihara. "Daher wurde die Entscheidung getroffen, dass Auto #14 die Session aussetzt, während die Arbeiten an der Power-Unit fortgesetzt wurden."

Kleine Schritte, aber eben Schritte

Auch am Motor von Stroll habe man ein Problem erkannt und holte das Auto daraufhin an die Box, um den Schwierigkeiten auf den Grund zu gehen. "Das ermöglichte uns, Änderungen für das zweite Training vorzunehmen", so der Honda-Mann. Nur: Auch dort wurde der Kanadier mit einem Problem wieder an die Box gerufen.

Trotzdem versucht man den heutigen Tag im Team positiv zu bewerten: "Wie wir gesehen haben, haben wir heute Nachmittag einen sehr kleinen Schritt gemacht, indem wir ein paar Runden drehen konnten; heute Morgen konnten wir gar keine fahren. Es ist also ein sehr kleiner Schritt, aber es ist einer", betont Einsatzleiter Mike Krack.

"Wir haben durch die paar Runden, die wir heute Nachmittag gefahren sind, bereits viel gelernt."

Natürlich sind das ganz kleine, verkohlte Brötchen, die Aston Martin da backt, denn eigentlich bräuchte das Team in der aktuellen Lage jede Menge Runden, um sein Defizit aufzuholen. Das ist in der aktuellen Lage aber nicht möglich.

Kann sich Aston Martin überhaupt qualifizieren?

Das große Problem: Honda hat nur noch zwei Batterien zur Verfügung, und wenn einer davon etwas zustößt, würde das das Ende des Rennwochenendes für ein Auto bedeuten.

Doch jeder Kilometer strapaziert das Material aufgrund der starken Vibrationen enorm, und Honda rät sogar von Runs mit wenig Sprit ab, da dieser laut Newey wie ein Dämpfer wirkt. Das Team aus Silverstone muss extrem vorsichtig mit jeder Laufleistung umgehen, um am Sonntag überhaupt an den Start gehen zu können.

Gleichzeitig muss man sich aber überhaupt erst einmal dafür qualifizieren, indem man die 107-Prozent-Regel einhält. Die hätte Alonso trotz seiner knapp fünf Sekunden Rückstand am Freitag erfüllt, Stroll hingegen nicht.

Abgesehen von dieser ersten Sorge, ob Aston Martin überhaupt in Melbourne teilnehmen kann, gibt es mehrere Probleme, die noch viel weiter gehen. Während alle anderen Teams versuchen, sich ein klares Bild von ihrer Leistung und der frühen Rangordnung zu machen, ist Aston Martin absolut noch nicht an diesem Punkt. Vorerst geht es für Lawrence Strolls ehrgeiziges Projekt rein ums Überleben.

Das meiste davon lässt sich auf die schweren Vibrationen zurückführen, mit denen Honda zu kämpfen hat. Diese haben in Bahrain bereits mehrere Batteriezellen zerstört, weshalb es nun in Australien einen Mangel an Teilen gibt.

Timo Glock: "Vollkatastrophe"

"Das ist vernichtend für das gesamte Team und natürlich auch für Honda ein absoluter Tiefschlag", urteilt Sky-Experte Timo Glock. Denn Aston Martin und Honda haben eine Menge in die neue Formel-1-Ära investiert, die Saison 2025 früh abgeschenkt und eine neue Fabrik bezogen.

"Und jetzt steht man hier und kann nicht wirklich das Rennen fahren. Also es ist ein desaströser Beginn für diese Saison", so Glock.

Was für ihn - und eigentlich auch alle Beobachter - dabei unverständlich ist, ist die Tatsache, warum Aston Martin so lange nichts von den Problemen mitbekommen haben will. Teamchef Newey verriet am Freitag, dass man erst im November erfahren habe, dass Honda viele erfahrene Ingenieure verloren hat.

"Die Frage ist, wieso man erst im November realisiert, dass man so weit hintendran ist, dass die Manpower fehlt", meint Glock. "Und natürlich auch die Frage, wieso man das von der Aston-Martin-Seite, also von der Teamchef-Seite her, erst dann angegangen ist."

"Das erschließt sich mir nicht", sagt der Deutsche, schließlich wird der neue Formel-1-Motor ja schon seit vielen Jahren entwickelt. Und jetzt steht man eben vor diesem Problem, dass man keine Leistung aus dem Auto holen kann, weil Vibrationen die spärlich vorhandenen Batterien zerstören.

"Und das holst du dieses Jahr auf keinen Fall mehr auf", zeichnet Glock eine düstere Prognose, "und auch im nächsten Jahr ist man da schon im Hintertreffen."

Er könnte sich daher vorstellen, dass Aston Martin für 2027 die Möglichkeit hat, den Wechsel zu einem anderen Motorenhersteller zu vollziehen - einfach weil Honda möglicherweise nicht die Leistung erfüllt, die man in den Verträgen festgehalten hat. "Das wird man mit Sicherheit im Hintergrund prüfen", glaubt er.

"Das ist natürlich auch ein finanzieller Schaden für dieses Team und natürlich auch markttechnisch eine Vollkatastrophe."

Newey nimmt Honda in die Pflicht

Noch heißt die Gegenwart für Aston Martin aber Honda, mit denen man an einem Strang ziehen muss, um die Schwierigkeiten in den Griff zu bekommen. "Ich denke, es gibt eine sehr klare Aufgabe für Honda, zu versuchen, die Vibrationen zu reduzieren", sagt Newey in der FIA-Pressekonferenz.

"Sie arbeiten daran. Es wird keine schnelle Lösung sein, da es grundlegende Balance- und Dämpfungsprojekte erfordert, die sie durchführen müssen. Ich kann nicht sagen, wie schnell sie das erreichen können, aber das muss der Hauptantrieb sein", so der Brite.

"Sobald sie das hinter sich haben, können sie wirklich anfangen, sich auf die Leistung zu konzentrieren, aber im Moment saugt dieses Vibrationsproblem die gesamte Energie in jedem Bereich auf."

Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass auch die Mängel in Bezug auf die reine Leistung erheblich sind. Für Außenstehende scheinen diese Probleme hauptsächlich auf der elektrischen Seite der Antriebseinheit zu liegen, aber laut Newey sind die meisten von ihnen tatsächlich auf den Verbrennungsmotor zurückzuführen.

Da dieser nicht leistungsstark genug ist, muss Honda dies kompensieren, indem in bestimmten Teilen der Rennstrecke mehr elektrische Energie eingesetzt wird. Das bedeutet jedoch, dass keine Energie mehr übrig ist, um sie in der zweiten Hälfte der Geraden einzusetzen - genau dort, wo die Fahrer diese elektrische Leistung eigentlich benötigen.

Adrian Newey

Adrian Newey hätte sich seinen Start sicherlich anders vorgestellt

Foto: LAT Images

Mit dem ADUO-System gibt es ein Sicherheitsnetz, das Honda nutzen kann. Hersteller, die beim Verbrennungsmotor mehr als vier Prozent an Leistung zurückliegen, erhalten von der FIA nach sechs Rennwochenenden zwei zusätzliche Upgrades, aber Honda wird noch viele weitere solcher Schritte benötigen.

"Um realistisch zu sein: In dieser Saison geht es erst einmal darum, dieses Vibrationsproblem in den Griff zu bekommen, damit wir zuverlässig fahren können, und von dort aus zu sehen, wie viel Leistung sie insbesondere dem Verbrennungsmotor hinzufügen können", sagt Newey und blickt bereits in die Zukunft.

"Gleichzeitig muss Honda natürlich bereits am Motor für 2027 arbeiten, denn es ist klar, dass für 2027 ein sehr großer Schritt bei der Leistung des Verbrennungsmotors nötig ist, und das muss ihr einziger Fokus sein."

Eigene Entwicklung stark beeinträchtigt

Neben den motorbezogenen Problemen hat dies auch massive Auswirkungen auf Aston Martins eigene Fahrzeugentwicklung. Newey erklärte während des Medientages im Albert Park, dass sein Team derzeit das fünftschnellste Chassis im Feld habe, etwa eine dreiviertel bis zu einer vollen Sekunde hinter der absoluten Spitze.

Doch die Saison 2026 wird mehr denn je ein Entwicklungsrennen sein. Und genau in diesem Entwicklungsrennen ist Aston Martin durch Hondas Motorenprobleme extrem eingeschränkt. Aufgrund des begrenzten Fahrbetriebs kann Newey nicht so viel über das Chassis und die aerodynamische Plattform des AMR26 lernen, wie er es gerne würde.

Newey fühle sich aufgrund der Situation "machtlos", wie er betont. "Unsere Informationen über das Auto selbst sind sehr begrenzt, weil wir so wenig gefahren sind, insbesondere mit wenig Kraftstoff. Honda hat uns sehr stark darin eingeschränkt, wie viel wir mit wenig Kraftstoff fahren dürfen."

Letzteres ist entscheidend. Da eine höhere Kraftstoffmenge dazu beitragen kann, einige der Probleme mit der Batterie zu kaschieren, hat Honda Neweys Team dazu angehalten - sofern sie überhaupt fahren können -, mit etwas mehr Kraftstoff an Bord zu fahren. Aber um das absolute Limit des Autos zu finden, sind Fahrten mit wenig Kraftstoff unerlässlich.

Genau das sind die Informationen, die Newey nun für die weitere Entwicklung seiner Kreation fehlen. Und gerade diese Aero-Entwicklung war ein entscheidender Teil seiner Philosophie, da sich der legendäre Designer aufgrund seines späten Starts zunächst nur auf die Grundlagen konzentriert hatte.

"Es wird also zu einem Problem, das sich selbst nährt, und natürlich verbraucht es unsererseits viel Energie - im menschlichen Sinne, im Gegensatz zum Kilowatt-Sinne -, um zu versuchen, mit Honda zusammenzuarbeiten und die beste Gesamtlösung zu finden", sagt er.

"Wir könnten uns umdrehen und sagen: 'Nun, das ist nicht unser Problem', aber das ist unser Problem, denn letztendlich ist das Auto eine Kombination aus Chassis und Antriebseinheit."

Krack weiß: Es gibt kein Zaubermittel

Auf der Motorenseite muss Honda sein Defizit beim Verbrennungsmotor angehen, aber Zuverlässigkeitsprobleme überschatten alles, während Aston Martin auf der Chassis-Seite entscheidende Daten fehlen.

"In der Formel 1 haben wir uns so sehr an sichere und zuverlässige Autos gewöhnt, dass der Fokus nur noch auf der Performance liegt, weil auch operativ alle Teams auf einem sehr hohen Niveau agieren", sagt Krack. Deswegen sei die derzeitige Situation auch "Neuland".

"Man hat ein Auto, das nicht so zuverlässig ist, und man verliert viel Zeit. In der Zeit, in der andere an der Performance arbeiten können, kann man selbst das nicht tun. Man muss es erst einmal zuverlässig machen, und das ist eine Zeit, die für niemanden schön ist", sagt er.

Der erste Teil dieser Saison wurde längst abgeschrieben, aber an beiden Fronten könnten die Folgen dieses Fehlstarts viel weiter gehen als nur bis zu einem schmerzhaften Auftritt in Australien und Asien.

Denn nicht nur Krack weiß: "Es gibt kein Zaubermittel, um da herauszukommen."

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