Von wegen Klimaschutz: So viel Strom fressen Heizdecken in der Formel 1!

Ab der Saison 2024 ist Schluss mit den Heizdecken in der Formel 1: Alfa-Romeo-Sportdirektor Beat Zehnder spricht über die immensen Kosten der Stromfresser

Von wegen Klimaschutz: So viel Strom fressen Heizdecken in der Formel 1!
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Sowohl die Formel 1 als auch die Teams sind ständig bestrebt, die Kosten kontinuierlich zu senken und auch ihre CO2-Bilanz zu verbessern. Ein wichtiger Schritt dahin wird das Verbot der Heizdecken ab der Saison 2024 sein, womit die Teams die Pirelli-Reifen nicht mehr vorwärmen können.

Zwar könnte dies zu Lasten der Sicherheit gehen, da die Fahrer am Start und nach Boxenstopps noch nicht den vollen Grip zur Verfügung haben werden und sich damit leichter verbremsen könnten, doch die Heizdecken sind nicht nur ein wahrer Stromfresser, sondern auch preislich viel zu teuer, wie Alfa-Romeo-Sportdirektor Beat Zehnder in einem Interview gegenüber 'Sky' erklärt hat.

"Also über Preise sprechen wir generell nicht, aber ein kompletter Satz, also für beide Autos mit Steuergeräten, da sind schnell mal eine halbe Million Euro weg", sagt Zehnder.

Warum die Heizdecken noch nicht verboten sind

Besonders nachhaltig sind die Reifenwärmer dabei auch nicht. Mit dem Verbrauch aller Heizdecken über eine gesamte Formel-1-Saison könnte sich eine vierköpfige Familie zwei Jahre lang mit Energie versorgen.

Immerhin wurde für die Saison 2022 die maximal erlaubte Temperatur von 100 Grad Celsius bei den Vorder- und 80 Grad Celsius bei den Hinterreifen auf allgemein 70 Grad Celsius reduziert, wobei diese Temperatur in der kommenden Saison nochmals auf 50 Grad Celsius sinken wird, ehe die Heizdecken 2024 komplett aus der Formel 1 verschwinden sollen.

Für Alfa-Romeo-Sportdirektor Zehnder hätte man die Heizdecken allerdings schon jetzt verbieten können, aber er erklärt, warum es aber dazu nicht gekommen ist: "Meiner Meinung nach hätte man die schon lange weglassen müssen, aber die Fahrer wehren sich dagegen, weil es halt Usus in der Formel 1 ist, dass man vorgeheizte Reifen bekommt."

Wie die FIA die Temperaturen kontrolliert

"Man hätte die gut weglassen können, aber wir haben immerhin die Temperaturen reduziert. Die werden nächstes Jahr nochmals weiter nach unten korrigiert mit dem Ziel dann 2024 die Reifenheizdecken zu verbieten. Und das ist sicher ein richtiger Schritt, weil das Gewicht, die Teile in der Welt herumzufliegen ist nicht unerheblich", sagt Zehnder.

Aktuell werden die Maximaltemperaturen noch von der FIA kontrolliert, wie Zehnder bestätigt: "Zuerst einmal haben wir drei Heizelemente, mit denen man sinnigerweise die Lauffläche heizt. Und wir haben Sensoren in einer Kontrollbox, auf welche die FIA Zugriff hat und die können das jederzeit kontrollieren."

Im Formel-1-Reglement der FIA für 2023 sind die Veränderungen für 2024 unter Artikel 10.8.4d schon festgehalten: "Reifenheizgeräte sind verboten. Alle anderen Vorrichtungen, Systeme oder Verfahren (außer für das Fahren des Fahrzeugs), deren Zweck und/oder Wirkung darin besteht, die Räder, Naben oder Bremsen über die Umgebungslufttemperatur hinaus zu erwärmen oder ihre Temperatur zu halten, wenn sie bereits warm sind, sind ebenfalls verboten."

Mit Bildmaterial von LAT.

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