Vor Audi-Debüt: Für Hülkenberg hat "steile Lernkurve" Priorität
Die Testfahrten liefen solide, weshalb der Formel-1-Saison-Auftakt 2026 von Audi mit Spannung erwartet wird - auch Nico Hülkenberg hofft auf Punkte im ersten Jahr
Nico Hülkenberg will gleich im ersten Jahr mit Audi Punkte holen
Foto: LAT Images
Erste Fragezeichen sollten sich im Bezug auf Audis Performance in ihrer ersten Saison in der Formel 1 spätestens im Verlauf des Sonntags nach dem Großen Preis von Australien aufgelöst haben. Doch nach soliden Testfahrten ist nicht nur Experte Marc Surer "beeindruckt”, auch Nico Hülkenberg hofft gleich im ersten Jahr auf zählbare Erfolge.
"Natürlich wollen wir konkurrenzfähig sein und in die Punkte fahren”, antwortet der 38-Jährige am Medientag der Formel 1 auf die Frage der Zielsetzung Audis für 2026. "Was das konkret in Zahlen heißt, wissen wir noch nicht, da wir ja noch kein komplettes Rennwochenende absolviert haben.” Ungeachtet der Ausbeute haben jedoch die "steile Lernkurve und die Entwicklungsschritte über das Jahr hinweg” oberste Priorität für den Neueinsteiger.
Um weiter an der Standortbestimmung zu arbeiten und wertvolle Daten zu sammeln, sei "Melbourne eine großartige Strecke”, so Hülkenberg, da sie sich von Bahrain komplett unterscheide. "Das könnte die Karten noch einmal neu mischen.”
Erfahrung sei "feine Sache” aber kein "Garant für Erfolg”
Damit der Audi-Start in die Formel 1 so erfolgreich wie möglich gelingt, hat das Motorsport-erfahrene Werksteam schon früh angefangen, entsprechende Strukturen beim vorherigen Sauber-Team zu integrieren. Ein wichtiger Baustein ist auch Hülkenberg, der reichlich Erfahrung in Sachen Aufbauarbeit aus etlichen Teams mitbringt und mit dem 3. Platz in Silverstone 2025 auch endlich ein Podium vorzuweisen hat.
"Routine ist zwar eine feine Sache”, so der Deutsche, sie sei aber dennoch "kein Garant für Erfolg”. Als Pilot spiele man "immer eine zentrale Rolle”. Gerade im Bezug darauf, wie man mit dem Auto arbeite und welches Feedback man den Ingenieuren weitergebe, um eine bestimmte Entwicklungsrichtung anzustoßen.
Doch Erfahrung sei nicht alles, so Hülkenberg weiter. "Gerade jetzt in der Anfangsphase, wo alles noch so frisch ist, kommt es darauf an, extrem schnell zu lernen und sich anzupassen. Die Lernkurve wird für alle Fahrer und Rennställe gigantisch sein. Man darf sich also definitiv nicht auf seiner Erfahrung ausruhen und glauben, dass sich die Probleme damit von allein lösen.”
Audi will Boliden "richtig von der Leine lassen”
Doch auch ohne die konkrete Standortbestimmung des ersten Rennens in Melbourne im Sack zu haben, seien "auf vielen Baustellen noch ordentlich Luft nach oben”, so der Audi-Pilot. "Wir sind als Rennstall noch jung aufgestellt - das gilt natürlich besonders für die Power-Unit.”
Audi setzt als einziges Team den eigenen neu konstruierten Antrieb ein, was Datenausbeuten natürlich verringert. Deshalb wolle man den "neuen Boliden jetzt zum ersten Mal richtig von der Leine lassen, im Qualifying und vor allem im Rennen am Sonntag”. Laut Hülkenberg dürfte das "extrem spannend werden”.
Ein Kampf mit Mercedes, Ferrari, McLaren und Red Bull wird dem neuen Team indes auch nicht von unserer Redaktion zugetraut. Ein Kampf um Platz Sechs sei aber durchaus drin. Melbourne wird Spekulationen wohl endgültig begraben und hoffentlich einen ersten Fingerzeig bescheren.
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