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Vor Monza: Was sich Red Bull vom Verbot des "Party-Modus" erhofft

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Vor Monza: Was sich Red Bull vom Verbot des "Party-Modus" erhofft
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Exklusiv: Helmut Marko geht aufgrund einer neuen technischen Richtlinie davon aus, dass Mercedes' "krasse Überlegenheit im Qualifying nicht mehr da sein wird"

Beim bevorstehenden Grand Prix von Italien in Monza greift erstmals das Verbot des sogenannten "Party-Modus" im Bereich der Power-Units der Formel-1-Teams. Weil das bisher stets als Mercedes-Spezialität bewertet wurde, erhoffen sich die anderen Motorenhersteller davon, den Rückstand zu verkürzen. Allen voran Honda mit dem Red-Bull-Team.

"Aus unserer Sicht glaube ich nicht, dass uns das groß nach vorne bringen wird", ist Max Verstappen zwar skeptisch. Aber er sagt auch: "Hoffentlich kommen wir ein bisschen näher ran. Im Qualifying ist der Abstand einfach zu groß. Der Qualifying-Modus allein wird aber nicht den ganz großen Unterschied machen. Ich hoffe nur, dass wir etwas näher rankommen."

In Spa hat Verstappen auf die Pole-Position 0,5 Sekunden verloren. Davor waren es 0,7 Sekunden in Barcelona und sogar eine Sekunde in Silverstone. Wenn ab Monza im Qualifying wie im Rennen der gleiche Modus gefahren werden muss, könnte das Mercedes dazu zwingen, auf eine schnelle Runde etwas Peak-Power rauszunehmen.

Aber: Weniger Peak-Power etwa im Q3 oder in entscheidenden Phasen des Rennens (zum Beispiel unmittelbar vor einem Boxenstopp) bedeutet auch, dass Mercedes auf die Renndistanz durch das eingesparte Potenzial womöglich sogar einen etwas höheren Leistungsmodus fahren kann als bisher. Das befürchten zumindest geschulte Beobachter.

Marko hofft auf Ende der "krassen Überlegenheit"

"Dass Mercedes länger mit einem starken Modi fahren kann, mag sein", räumt Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko im Interview mit 'motorsport.com' ein. "Aber wir sehen das schon so, dass die krasse Überlegenheit im Qualifying nicht mehr da sein wird. Das betrifft auch die In- und Out-Runde um die Boxenstopps im Rennen."

"Bottas sagt richtig, dass es weniger Überholmanöver geben wird. Das heißt, bei jedem Überholmanöver haben sie bisher voll aufgedreht. Wir glauben schon, dass wir dadurch auch näher rankommen werden. Wobei unsere Rennpace, wenn alles passt, eh ganz gut war."

Dass Mercedes bis Monza besonders im Qualifying einen Vorteil aus dem "Party-Modus" ziehen konnte, ist für Marko unbestritten. Er analysiert: "Wenn man sich Q1 und Q2 anschaut, sind wir relativ gleich. Nur im Q3 macht's plötzlich peng. Das heißt, der Unterschied der Modi ist da signifikant. Wie viel das genau ist, lässt sich schwer sagen."

Externe Experten haben sich in Silverstone die Mühe gemacht, Akustikmessungen durchzuführen, um die Leistungsunterschiede der Formel-1-Motoren in Q3, wenn mutmaßlich von allen Teilnehmern der stärkste Modus gefahren wird, zu untersuchen. Ergebnis: Mercedes kam auf rund 1.020 PS und lag damit klar vor Honda (28 PS weniger), Renault (37) und Ferrari (42).

"Das sehen wir anders", hält Marko dagegen. "Renault hat einen relativ guten Qualimodus. Aber im Rennen sind sie schwächer als wir. Im Qualifying ist Renault auf unserem Level oder leicht drüber. Im Rennen sind wir von der Motorpower hinter Mercedes klar Nummer 2."

Die angeblich 28 PS, die Red Bull laut Akustikmessung auf Mercedes fehlen, "kommen hin", nickt Marko, stellt aber klar, dass sich das nur auf das Q3 bezieht: "Im Rennen ist es weniger." Das Motoren-Kräfteverhältnis rein auf den "Party-Modus" zu reduzieren, wäre seiner Meinung nach zu kurz gedacht.

Helmut Marko und Masashi Yamamoto

Red Bulls Helmut Marko mit Honda-Motorsportchef Masashi Yamamoto

Foto: Motorsport Images

Benzinverbrauch: Kleiner Nachteil für Mercedes?

Bei Red Bull sei man "positiv, dass uns die neue technische Direktive näher ranbringt. Es ist ja nicht nur so, dass sie so und so lang mit einem stärkeren Modus fahren, was vorher nicht gegangen ist. Da spielt auch der Benzinverbrauch eine Rolle. Der Verbrauch ist ja limitiert. Wenn man zu lang in einem zu starken Modus fährt, braucht man zu viel Benzin. Da gibt es mehrere Faktoren."

"Wir hatten dieses Jahr kein Rennen, in dem es mit dem Benzinverbrauch ganz eng war. Klar müssen wir immer wieder 'Lift & Coast' machen. Aber das war nicht rennentscheidend. Wie wir da im Vergleich zu Mercedes stehen, ist schwer einzuschätzen. Logisch wäre es so: Je mehr Leistung, desto mehr Verbrauch", sagt Marko.

Bei Red Bull ist man generell der Meinung, dass der Abstand zwischen Mercedes und Honda in Sachen Performance seit 2019 wieder größer geworden ist: "Mercedes ist ein bisschen davongezogen", glaubt Verstappen. "Vergangenes Jahr waren wir ein bisschen näher dran. Wir haben über den Winter Performance gefunden. Aber sie eindeutig mehr als wir."

Verstappen fährt zwar 2020 bereits seinen zweiten Motor, doch dessen Ausbaustufe entspricht laut Marko dem gleichen technischen Stand wie der Motor vom Saisonauftakt in Österreich: "Von der Spec her sind die drei Stufen mehr oder weniger gleich." Was bedeutet, dass er 2020 von Honda-Seite keine signifikanten Updates mehr erwartet.

"Die Ausbaustufen mit mehr PS kommen erst nächstes Jahr", sagt Marko. "Da sind die Vorlaufzeiten lang. Man braucht auch die Standfestigkeit, die wir vom Mechanischen her haben. Dort, wo wir ein Problem hatten, ist die Elektronik. Zum Beispiel Albon im ersten Rennen in Österreich."

"Wir haben auch den Motor gewechselt in Silverstone nach dem Qualifying, weil da ähnliche Sachen aufgetreten sind. Sicherheitshalber haben die Japaner drauf bestanden, dass wir nicht nur die Elektronik und die ganzen Sensoren austauschen, sondern das ganze Aggregat. Da ist man sich noch nicht im Klaren, was die Ursache ist. Der Motor selbst ist aber intakt", so der Österreicher.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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