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Vorteil weg: Erlebt Max Verstappen jetzt das Vettel-Schicksal?

Wird Max Verstappen nie wieder Formel-1-Weltmeister? Zumindest erinnert Marc Surer die Situation des Niederländers an die einstigen Probleme von Sebastian Vettel

Vorteil weg: Erlebt Max Verstappen jetzt das Vettel-Schicksal?

Sebastian Vettel und Max Verstappen fuhren in der Formel 1 lange gegeneinander

Foto: LAT Images

Anfang der 2010er-Jahre gewann Sebastian Vettel mit Red Bull vier WM-Titel in Serie. In der Saison 2014, als die Formel 1 ein komplett neues Reglement bekam, endete Vettels Dominanz jedoch und Weltmeister wurde der Deutsche anschließend nie wieder. Droht dieses Schicksal nun auch Max Verstappen?

Tatsächlich gibt es unübersehbare Parallelen zwischen den beiden Champions. Auch Verstappen wurde zwischen 2021 und 2024 mit Red Bull viermal in Folge Weltmeister. 2025 reichte es immerhin noch zum Vizetitel, doch 2026 stürzten die Bullen unter dem neuen Reglement komplett ab.

"Das ist genau dieselbe Situation", urteilt Experte Marc Surer in einem exklusiven Videointerview auf dem YouTube-Kanal von Formel1.de. Er erklärt: "Sebastian Vettel wurde Weltmeister mit dem angeblasenen Diffusor. Und dann kamen diese Hybridautos mit neuem Reglement, neuen Regeln - und dieser Vorteil war weg."

Das alte Reglement bis einschließlich 2013 konnte Vettel "einfach besser nutzen als alle anderen", sagt Surer und erklärt im Hinblick auf den angeblasenen Diffusor: "Da war ein Genie darin, dass er praktisch in die Kurve reinfuhr und schon Gas gegeben hat, um mehr Downforce zu haben."

Doch zur Saison 2014 wechselte die Formel 1 von V8-Antrieben auf ein neues Hybrid-Reglement mit V6-Turbomotoren. "Mit dem neuen Reglement war dieser Vorteil weg. Und zudem mochte er das neue Reglement nicht", erinnert sich Surer.

Vettel habe seine Fähigkeiten "nicht mehr ausspielen" können, so der Experte, der erklärt: "Die Fähigkeit war ja eben vorher, mit einer unglaublichen Geschwindigkeit in die Kurven zu fahren und zudem noch Gas zu geben." Als ehemaliger Formel-1-Fahrer wisse er, "was das für eine Überwindung braucht."

Surer: Auch der Vorteil von Verstappen ist jetzt weg

"Du denkst, du bist zu schnell, aber du weißt, wenn du Gas gibst, hast du mehr Grip", erklärt Surer und sagt über Vettel: "Kein anderer hat das so perfekt umgesetzt wie er." Nach zuvor vier WM-Titel in Folge verlor der Deutsche 2014 direkt das interne Duell gegen seinen neuen Red-Bull-Teamkollegen Daniel Ricciardo.

"Ricciardo hat als Neuling natürlich einfach gesagt: 'Okay, das ist die Formel 1, damit komme ich klar'", betont Surer. Vettel dagegen habe das neue Reglement seine große Stärke genommen. "Das ist ähnlich wie heute mit Max Verstappen", zieht Surer einen Vergleich.

Verstappen habe es in den Ground-Effect-Jahren ab 2022 geschafft, "in den schnellen Kurven einen Riesenvorteil zu holen, weil er einfach den Mut hatte", erklärt der Schweizer und betont: "Deswegen haben seine Teamkollegen immer so alt ausgesehen."

"Jetzt kann er das nicht mehr. Und es geht ihm jetzt wie Sebastian Vettel, dass er sagt, mit dem neuen Reglement kann ich mein Talent nicht zeigen", so Surer. Verstappen liegt nach den ersten drei Rennen der Formel-1-Saison 2026 lediglich auf dem neunten WM-Rang.

Sebastian Vettel beendete die erste Hybridsaison 2014 ohne Sieg auf dem fünften WM-Platz und verließ Red Bull am Ende des Jahres in Richtung Ferrari. Weltmeister wurde er aber auch mit der Scuderia nie wieder. Ende 2022 trat Vettel schließlich aus der Formel 1 zurück.

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