Walter Röhrl rechnet ab mit Formel 1: "Verarschen kann ich mich selber"

Weshalb sich Rallye-Legende Walter Röhrl über das Formel-1-Finale in Abu Dhabi ärgert und was ihm am neuen Formel-1-Weltmeister Max Verstappen missfällt

Walter Röhrl rechnet ab mit Formel 1: "Verarschen kann ich mich selber"

Rallye-Legende Walter Röhrl scheint abgeschlossen zu haben mit der Formel 1. Das WM-Finale in Abu Dhabi mit der kuriosen Schlussphase und der Titelentscheidung in der letzten Rennrunde haben den zweimaligen Weltmeister bitter enttäuscht.

Im Gespräch mit 'idowa', dem Online-Portal der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung, fand Röhrl daher auch deutliche Worte: "Ich weiß jetzt, dass ich künftig keine Minute mehr damit verschwenden muss, ein Formel-1-Rennen im Fernsehen anzuschauen. Das spar' ich mir, verarschen kann ich mich selber."

Er vertrete generell den Standpunkt, dass ein Rennen "auf der Strecke ausgefahren" werden müsse, "und nicht durch irgendwelche undurchsichtigen Entscheidungen von außen beeinflusst werden" dürfe.

Kritik an Michael Masi - und an Nicholas Latifi!

Diese Aussage kann man als Kritik an Formel-1-Rennleiter Michael Masi verstehen, aber nicht nur, denn Röhrl spricht explizit auch Unfallfahrer Nicholas Latifi an: Nach dessen Crash im dritten Sektor war das Safety-Car auf die Strecke gekommen.

Röhrl nennt Latifi daher einen "Amateurfahrer", der "die WM entschieden" habe durch seinen Abflug kurz vor Rennende. Das habe einen "faden Beigeschmack" hinterlassen, meint Röhrl.

Der Rallye-Weltmeister von 1980 und 1982 wirkt zudem wenig überzeugt vom neuen Formel-1-Weltmeister Max Verstappen. Der sei in seinen Augen ein "eiskalter, charakterloser Racer mit Ellenbogen und ohne Rücksicht auf Verluste", so beschreibt es Röhrl. Nachsatz: "Aber genau so musst du leider halt auch sein, um zu gewinnen."

Röhrl selbst hat in seiner Karriere nicht nur erfolgreich an der Rallye-WM (WRC) teilgenommen und für FIAT und Opel WM-Titel erzielt, sondern für Porsche auch Rundstrecken-Rennen wie die 24 Stunden von Le Mans bestritten oder einzelne Rennen der Sportwagen-WM.

Mit Audi war Röhrl zu Beginn der 1990er-Jahre außerdem in der DTM unterwegs und erzielte bei insgesamt zehn Starts einen Sieg, einen zweiten Platz sowie drei dritte Plätze. Der 74-Jährige aus Regensburg ist Mitglied in der "Hall of Fame des deutschen Sports" und der "Hall of Fame" des Automobil-Weltverbands (FIA).

Mit Bildmaterial von Porsche.

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