Walter Wolf: Motorenpolitik richtet Formel 1 zugrunde

Der frühere Formel-1-Teambesitzer Walter Wolf sieht die aktuelle Situation der Rennserie überaus kritisch.

Denn aufgrund der 2014 eingeführten Motorenregeln, die einen komplizierten und teuren Antriebsstrang beinhalten, entwickelt sich die Formel 1 immer mehr hin zu einer Spielwiese für reine Werksteams.

Für Privatteams wie Force India, Sauber oder Williams wird es angesichts der steigenden Kosten immer schwieriger, in diesem Wettrüsten mitzuhalten. Dabei waren Privatteams stets das Rückgrat der Formel 1.

Der Kanadier Walter Wolf kennt das aus eigener Erfahrung: Zwischen 1977 und 1979 war er mit einem eigenen Rennstall in der Meisterschaft vertreten. Doch mit der aktuellen Formel 1 wird er nicht warm.

„Die Rennserie ist zu politisch geworden“, sagt er im Gespräch mit Motorsport.com. „Mercedes ist heute eine zu große Nummer. Das gilt auch für Ferrari. Beide Teams werden allerdings exzellent gemanagt.“

Und als Werksteams haben Mercedes und Ferrari einen entscheidenden Vorteil: Sie produzieren ihre Antriebsstränge selbst.

Zu viel Technik für zu teures Geld

„Heute kannst du dir als Privatteam keinen konkurrenzfähigen Motor mehr leisten“, meint Wolf. „Du kannst dir zwar einen Motor kaufen, aber du wirst nie die gleiche Spezifikation kriegen.“

Die Formel 1 müsse daher unbedingt daran arbeiten, Privatteams und Werksteams auf die gleiche Stufe zu stellen, um die Zukunft der Rennserie zu sichern.

Eine Möglichkeit ist laut Wolf, die Technologie im Fahrzeug zu reduzieren. „Heute erledigt das Auto doch 85 Prozent der Arbeit“, sagt er. „Doch das wird sich erst ändern, wenn man die Technik wieder auf ein normales Niveau zurückschraubt.“

Dadurch, so Wolf, würden auch die Kosten sinken. Und Privatteams hätten wieder eine echte Chance.

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