Warum Charles Leclerc nicht mehr das Set-up von Lewis Hamilton kopiert
Nach dem Qualifying von Silverstone erklärt Charles Leclerc, welche Änderung ihm im teaminternen Duell gegen Lewis Hamilton geholfen hat
Charles Leclerc startet beim Grand Prix von Großbritannien vor Lewis Hamilton
Foto: Sutton Images
Charles Leclerc konnte sich für den Grand Prix von Großbritannien vor seinem Teamkollegen Lewis Hamilton qualifizieren. Dabei dürfte ihm laut eigener Aussage Session auch geholfen haben, dass er nicht mehr versucht, das Set-up des siebenmaligen Weltmeisters zu kopieren.
"Ich hatte vor kurzem zwei Ansätze", erklärt Leclerc nach der Session. "Auf der einen Seite habe ich versucht, meinen Fahrstil anzupassen und das, was Lewis macht, zu reproduzieren. Schließlich funktioniert das eindeutig."
"Oder", so Leclerc, "ich pushe weiter in meine Richtung und versuche, einen Weg zu finden, mit dem das Auto besser zu meinem Fahrstil passt. [Für Silverstone] habe ich letzteren Weg eingeschlagen. Das bedeutet: Nutze das, von dem du weißt, dass es in der Vergangenheit funktioniert hat und versuche, einen Weg mit all den Werkzeugen zu finden, die dir in diesem Auto zur Verfügung stehen."
Genau dieser Ansatz hat sich für Leclerc im Qualifying gelohnt. So gelang es "Il Predestinato", seinen Teamkollegen im "Home of British Motor Racing" um fast zwei Zehntelsekunden zu schlagen. Während Leclerc von Position zwei in den Grand Prix startet, geht Hamilton von Position drei ins Rennen.
Zwischen seinen beiden Versuchen im Q3 konnte Leclerc wichtige Zehntelsekunden finden. Auf die Frage, wie ihm das geglückt ist, antwortet der Monegasse:
"Ich habe einfach überall ein bisschen mehr gepusht. Ehrlich gesagt bin ich mit dem Resultat wirklich glücklich, wie du auch schon gesagt hast [gemeint ist der fragende Journalist]. Normalerweise bedeutet das nämlich, dass ich weiß, wo das Limit des Autos liegt."
"Es war schon immer meine Stärke, dass ich im zweiten Run von Q3 noch etwas [mehr Zeit] herausholen kann, und dieses Gefühl hatte ich in letzter Zeit ein wenig verloren. Ich habe sehr, sehr hart daran gearbeitet, dieses Gefühl wiederzuerlangen."
"Heute", erklärt Leclerc, "fühlt es sich so an, als wäre dieses Gefühl wieder da. Jetzt fokussiere ich mich darauf, dieses Gefühl zu erhalten, denn ich weiß, wie sehr das vom Fine-Tuning und von kleinen Details abhängt. Aber ich denke, heute haben wir einen Schritt nach vorne gemacht."
Trotzdem bleibt Leclerc nach dem Qualifying in seinen Aussagen zurückhaltend. So konnte sich der 28-Jährige in den vergangenen Wochen fast nie gegen seinen Teamkollegen im Qualifying durchsetzen. "Ich möchte betonen, dass es sich nur um eine Qualifying-Session handelt", so seine Worte.
"In Österreich hatte ich auch keine [schlechte Session], aber ich glaube nicht, dass ich da ein gutes Gefühl hatte. Das bedeutet auch nicht, dass sich von jetzt an meine Saison komplett drehen wird. Aber es fühlt sich zumindest gut an, ein Qualifying zu haben, in dem das Feeling stimmt, in dem du weißt, wo das Limit deines Autos liegt."
"Ich hatte keine Patzer im Qualifying, denn ich wusste ganz genau, was ich vom Auto zu erwarten habe. Und das ist nach meinen Problemen in letzter Zeit ein besonders gutes Gefühl."
Was genau man am Auto verändert hat, verrät Leclerc nach der Session nicht. Dafür wissen wir, dass beiden Ferrari-Piloten ein schwieriger Sonntag bevorstehen könnte. Denn selbst mit seinem alten Gefühl fehlten Leclerc auf Polesitter Kimi Antonelli fast zwei Zehntelsekunden.
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