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Warum das "Jo-Jo-Racing" trotz Regelanpassung zurückkehren wird

Beim Rennen in Miami gab es weniger "Jo-Jo-Racing" als bei den ersten drei Rennen der Saison - Warum die "künstlichen" Überholmanöver aber keine Geschichte sind

Warum das "Jo-Jo-Racing" trotz Regelanpassung zurückkehren wird

Beim Formel-1-Rennen in Miami gab es kein "Jo-Jo-Racing" mehr

Foto: LAT Images

Die Formel 1 hat in der fünfwöchigen Pause zwischen Japan und Miami die ersten Anpassungen am Reglement vorgenommen, um das umstrittene "Jo-Jo-Racing" einzudämmen. Zwar gab es im Rennen am Sonntag deutlich weniger "künstliche" Überholmanöver, doch die Hoffnung auf eine nachhaltige Lösung trügt offenbar.

"Die Kämpfe an sich haben sich meiner Meinung nach nicht massiv verändert", sagt beispielsweise Ferrari-Pilot Charles Leclerc, der die Ursache nicht primär in der Regeländerung sieht. "Ich denke, die Tatsache, dass es so warm war, führte dazu, dass man hinter einem anderen Auto die Reifen ziemlich schnell überhitzte."

"Und das machte es für mich sehr schwierig, näher dran zu sein als in den ersten zwei oder drei Rennen. Es hängt heute also wahrscheinlich etwas mehr davon ab, aber schauen wir mal", ergänzt der Monegasse, der zumindest einräumt, dass sich das Racing "ein wenig verbessert" habe.

Dennoch spricht Leclerc einen entscheidenden Punkt an: In den ersten drei Rennen der Saison überwog noch der Eindruck, dass es die neuen Autos erleichtern, einander durch die Kurven zu folgen, zumindest im Vergleich zu den bisherigen Ground-Effect-Autos.

Doch in Miami machten sowohl das Streckenlayout als auch die hohen Umgebungstemperaturen das Hinterherfahren wieder zu einem Problem. Die Fahrer mussten die Reifentemperaturen sorgfältig managen, insbesondere an der Hinterachse, weil mehrere Kurvenausgänge ein hohes Maß an Traktion verlangten.

Auch der "DRS-Zug" kehrt in Miami zurück

Auch die Motortemperaturen schossen in die Höhe, sobald die Autos enger hintereinander fuhren. Zusätzlich sorgte das Streckenlayout für einen regelrechten Trichtereffekt bei der Frage, wie und wo Teams beziehungsweise Fahrer ihre verfügbare Energie freisetzen.

Zwar gab es Spielraum, im ersten Sektor und auf der Start-Ziel-Geraden etwas mehr Leistung einzusetzen, letztlich lief jedoch alles auf die Entscheidung hinaus, entweder zwischen den Kurven 10 und 11 oder auf der Gegengeraden zusätzliche Höchstgeschwindigkeit mitzunehmen. Genau das war der Schlüssel zur "optimalen Runde".

Mehrere Fahrer kommentierten zudem die begrenzte Wirksamkeit des neuen Overtake-Modus, der ein zusätzliches halbes Megajoule an nutzbarer Energie freischaltet, wenn ein Auto innerhalb einer Sekunde zum Vordermann liegt. Doch sobald mehrere Fahrzeuge gleichzeitig innerhalb dieses Fensters unterwegs waren, kehrte der bekannte "DRS-Zug" aus den Vorjahren zurück.

"Alles ist ein bisschen besser", sagt Carlos Sainz dennoch. "Ich denke, wir müssen nur eine Lösung finden, wenn das Auto davor ebenfalls im Overtake-Modus ist. Überholen ist unmöglich. Ich denke, es ist sehr ähnlich wie beim DRS-Zug. Vielleicht könnten wir etwas finden. Das [Jo-Jo-]Racing war nie wirklich das Problem dieses Reglements."

Das "Jo-Jo-Racing" kehrt im Sommer wieder zurück

Es wäre verfrüht zu behaupten, dass die Formel 1 die "künstlichen" Überholmanöver endgültig losgeworden ist. Vielmehr scheinen sie lediglich eine Pause einzulegen, bis der aktuelle Rennkalender wieder Strecken erreicht, auf denen Layout und Bedingungen mehr strategische Einsatzmöglichkeiten eröffnen.

Dieser Punkt dürfte allerdings erst im Sommer erreicht werden. "Ich würde sagen, dass Montreal schwieriger zum Überholen sein wird als hier", meint George Russell. "Weil man dort zwei klare Geraden hat, auf denen man seine gesamte Energie einsetzen wird. Und alle Fahrer werden dieselbe Strategie anwenden."

"Während man auf Strecken wie Melbourne oder vielleicht in Silverstone, wo man an verschiedenen Stellen Energie einsetzen kann, wahrscheinlich wieder etwas mehr von diesem Jo-Jo-Racing sehen wird. Aber Montreal wird, denke ich, mit dem aktuellen Regelwerk wahrscheinlich wieder eine Herausforderung."

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