Warum der Ferrari-Crash zwischen Vettel und Leclerc nicht untersucht wurde

Formel-1-Rennleiter Michael Masi erklärt, weshalb die Sportkommissare den Erstrunden-Crash zwischen den Ferrari-Fahrern nicht untersucht haben

Warum der Ferrari-Crash zwischen Vettel und Leclerc nicht untersucht wurde

Treffen sich Charles Leclerc und Sebastian Vettel in Kurve 3 in Spielberg. Das ist kein Formel-1-Witz, sondern der Anfang vom Ende des Ferrari-Rennens beim Steiermark-Grand-Prix 2020. Denn: Infolge der teaminternen Kollision kurz nach dem Start fallen sowohl Vettel als auch Leclerc aus und Ferrari bleibt ohne Punkte.

Leclerc wird rasch als Unfallverursacher ausgemacht, aber eine Bestrafung bleibt aus. Die Sportkommissare sehen sogar von einer Untersuchung des Falls ab - aber warum?

Formel-1-Rennleiter Michael Masi sagt dazu: "Die Kommissare haben sich den Zwischenfall angeschaut und haben entschieden, dass der Zwischenfall keine Untersuchung erfordert." Die genauen Beweggründe der Stewards kenne er selbst nicht, weil er bisher keine Gelegenheit gehabt habe, mit den Sportkommissaren darüber zu sprechen.

Charles Leclerc, Ferrari SF1000 and Sebastian Vettel, Ferrari SF1000 crash at the start of the race
Charles Leclerc, Ferrari SF1000 and Sebastian Vettel, Ferrari SF1000 crash at the start of the race
1/3

Foto: Andy Hone / Motorsport Images

Charles Leclerc, Ferrari SF1000, carries damage at the start
Charles Leclerc, Ferrari SF1000, carries damage at the start
2/3

Foto: Mark Sutton / Motorsport Images

Charles Leclerc, Ferrari SF1000, sustains accident damage at the start
Charles Leclerc, Ferrari SF1000, sustains accident damage at the start
3/3

Foto: Mark Sutton / Motorsport Images

Weil es ein Crash unter Teamkollegen war?

Was die Entscheidung der Offiziellen beeinflusst haben könnte: Dass es eine Kollision unter Teamkollegen war. "Das wird in Betracht gezogen", meint Masi. "Ich weiß aber nicht, ob es ein entscheidender Faktor ist."

Es habe in der Vergangenheit auch schon Zwischenfälle unter Teamkollegen gegeben, "wo eine Strafe ausgesprochen wurde", so Masi weiter. "Ich denke, es variiert ein wenig, je nach Ausmaß des Zwischenfalls."

Tatsächlich gab es just am Red-Bull-Ring in Spielberg in der Saison 2016 einen Fall, bei dem die Sportkommissare einen Schuldigen ausmachten und diesen auch bestraften: Nico Rosberg, der in der Schlussrunde mit seinem Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton kollidiert war.

 

Die Situation Rosberg/Hamilton 2016

Damals ging es kurz vor Rennende um den Sieg: Rosberg führte, Hamilton attackierte in Kurve 3 auf der Außenbahn. Es kam zur Berührung, weil Rosberg Hamilton nicht ausreichend Platz gelassen habe und deshalb für die Kollision verantwortlich zu machen sei. So formulierten es die Sportkommissare damals.

Das Strafmaß: Rosberg erhielt eine Zehn-Sekunden-Zeitstrafe und zwei Punkte auf seine Formel-1-Superlizenz. Praktische Auswirkungen hatte diese Sanktion allerdings nicht: Rosberg war nach dem Zwischenfall auf P4 ins Ziel gekommen, 14 Sekunden vor dem Fahrer dahinter. Die vierte Position blieb ihm damals also erhalten.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Keine Zitterpartie: Mercedes kann Getriebeprobleme lösen

Vorheriger Artikel

Keine Zitterpartie: Mercedes kann Getriebeprobleme lösen

Nächster Artikel

George Russell: Mit dem Williams kann man nicht richtig racen

George Russell: Mit dem Williams kann man nicht richtig racen
Kommentare laden