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Warum Esteban Ocon den Ruf hat, kein Teamplayer zu sein

Nach der Kollision mit Teamkollege Pierre Gasly ist Esteban Ocon angezählt - Teaminterne Konflikte haben bei ihm Tradition und gefährden seine Zukunft

Warum Esteban Ocon den Ruf hat, kein Teamplayer zu sein

Mit seinem ungeschickten Versuch, Teamkollege Pierre Gasly in der ersten Runde des Grands Prix von Monaco zu überholen, hat Esteban Ocon sich nicht nur sein Rennen ruiniert, sondern auch den Zorn von Teamchef Bruno Famin auf sich gezogen.

Der Zwischenfall, bei dem der Alpine-Pilot versuchte, sich in der Portier-Kurve an Gasly vorbeizuschieben, endete für den Angreifer mit einem DNF, da sein Auto beschädigt wurde und während frühen Rotphase nicht repariert werden konnte.

Auch Gasly wäre beinahe aus dem Rennen geflogen, da er sich einen Reifenschaden und einen Aufhängungsschaden zuzog. Zum Glück für den Franzosen konnte dies während der 40-minütigen Unterbrechung behoben werden, sodass er am Ende als Zehnter sogar noch sein erstes Punktergebnis 2024 erzielte.

Dennoch warnte Teamchef Famin vor "Konsequenzen" für Ocon und erklärte bei Canal+: "Estebans Unfall war völlig unangebracht. Das war genau das, was wir nicht sehen wollten." Für ein Team, das in dieser Saison darum kämpft, in die Punkte zu fahren, hätte sie fast einen wertvollen zehnten Platz gekostet.

Dem Vernehmen nach überdenkt Alpine nun seine Optionen, um sicherzustellen, dass es nicht zu weiteren Zwischenfällen dieser Art kommt. Die Möglichkeiten reichen von einer Einigung zwischen den Fahrern bis hin zur Sperre von Ocon für mindestens ein Rennen, um seitens des Teams ein Zeichen zu setzen.

Dass Alpine und Famin sogar bereit sind, "drastische Maßnahmen" in Betracht zu ziehen, deutet an, wie schlecht die Stimmung im Team ist. Dabei war immer davon auszugehen, dass die Zusammenarbeit von Ocon und Gasly, zwei Fahrern mit einer seit langem feindseligen Beziehung, irgendwann eskalieren würde.

Ocon war sich mit Teamkollegen noch nie grün

Ihre Beziehung ist ein Aspekt, der zu berücksichtigen ist. Darin zementiert sich aber auch eine Kritik an Ocon, die er in seiner Karriere als Formel-1-Fahrer bisher nur schwer loswerden konnte, nämlich die, dass er sich schwertut, ein Teamplayer zu sein.

Nach seinem beeindruckenden Debüt bei Manor im Jahr 2016 wechselte Ocon für 2017 zu Force India, wo er mit Sergio Perez zusammenarbeitete. Obwohl ihre Partnerschaft zunächst harmonisch zu sein schien, nahm sie nach dem Grand Prix von Kanada in dem betreffenden Jahr eine drastische Wendung.

Ocon war der Meinung, dass Perez ihn hätte durchlassen sollen, um Daniel Ricciardo vor ihm herauszufordern. Perez sagte, er habe versucht, Ricciardo in einen Fehler zu drängen.

Zwei Wochen später schob Ocon Perez beim Grand Prix von Aserbaidschan in die Mauer und setzte den Mexikaner damit auf der Stelle außer Gefecht. Besonders bitter: Perez war der Meinung, dass Force India angesichts des Verlaufs des Rennens die Chance gehabt hätte, seinen ersten Sieg überhaupt zu erringen.

Später in der Saison berührten sich die beiden erneut in Ungarn und dann zweimal beim Grand Prix von Belgien: Perez akzeptierte die volle Schuld für den ersten Zusammenstoß in Eau Rouge, war aber der Meinung, dass Ocon bei der Kollision in Runde 28 am Ausgang von La Source "zu sehr am Limit" gewesen sei.

Force India untersagte den beiden für den Rest der Saison, gegeneinander zu fahren. Diese Regel wurde nach ihrem Zusammenstoß in Singapur 2018 wieder in Kraft gesetzt, als Ocon versuchte, Perez in Kurve 3 auf der Außenseite zu überholen.

Wieder kollidierten die beiden - mit dem schlechteren Ausgang für Ocon. Kaum ein anderes Teamkollegen-Paar fuhr so hart gegeneinander. Perez gab später zu, dass er und Ocon sich als Teamkollegen nie besonders gut verstanden hätten.

Auch mit Alonso hält die Harmonie nicht lange

2020, in ihrem gemeinsamen Jahr als Renault-Fahrerpaarung, gab es keine wirkliche Chance für Ocon, sich mit Daniel Ricciardo auf der Strecke zu beharken - zum Teil, weil der Australier meistens viel weiter vorne unterwegs war. Aber es entstanden Konfliktpunkte, als Fernando Alonso für 2021 zum Team zurückkehrte.

Der Spanier zeigte sich zunächst bereit, in ihrem ersten gemeinsamen Jahr mit Ocon zusammenzuarbeiten, als das Team auf den Namen Alpine umstellte.

So verhalf Alonso Ocon in Ungarn zu seinem ersten Formel-1-Sieg, als er sich erfolgreich gegen Lewis Hamilton verteidigte. Doch im darauffolgenden Jahr wendete sich das Blatt an gleicher Stelle: Als ihn sein Teamkollege auf dem Hungaroring 2022 zu Beginn des Rennens blockierte, sah Alonso das gar nicht gerne.

Der zweimalige Weltmeister war schon in Dschidda nicht erfreut über Ocons Bereitschaft, ihn fast in die Mauer zu schieben. Und als die beiden beim Sprintrennen in Brasilien aneinandergerieten, drängte Ocon Alonso in Descida do Lago von der Strecke.

Alonso reagierte, indem er am Anstieg zur Start-Ziel-Geraden einen Überholversuch unternahm, der jedoch zu spät kam und ihn einen Teil seines Frontflügels kostete.

Obwohl Alonso die Schuld auf sich nahm, fühlte er sich durch Ocons Fahrweise während des ganzen Jahres angegriffen. Auf die Frage, ob sich die beiden nach dem Rennen in Brasilien aussprechen würden, antwortete er bissig: "Nein, nicht wirklich, das brauche ich nicht. Noch ein Rennen und es ist vorbei, endlich."

Nun scheint Ocon in eine weitere schlechte teaminterne Beziehung verwickelt zu sein. Es bleibt abzuwarten, was Famin tun wird. Wahrscheinlich liest der Alpine-Teamchef seinen beiden Fahrern die Leviten und verbietet ihnen, gegeneinander zu kämpfen, wenn sie das nicht auf eine vernünftig Weise tun können.

Warum Ocon damit seine F1-Karriere riskiert

Sollte Ocon auf die Ersatzbank gesetzt werden, könnte das nicht nur das Ende seiner Zeit bei Alpine bedeuten, sondern ihn auch aus dem Rennen um andere Plätze in der Startaufstellung nehmen. Von den Teams, die noch freie Plätze haben, sind Sauber und Haas dafür bekannt, dass sie an ihm interessiert sind.

Aber seine vermeintliche Weigerung, ein Teamplayer zu sein, könnte sie abschrecken. Es wäre ein herber Rückschlag für Ocon, der unlängst selbst davon gesprochen hat, dass er nicht wie 2019 auf dem Fahrermarkt 2025 außen vor bleiben möchte.

Der Schlüssel dazu ist, zu zeigen, dass er mit Gasly zusammenarbeiten kann und für den Rest der Saison einen umsichtigeren Ansatz verfolgt. Er muss nicht zu weit in die andere Richtung schwenken und sich seinem Teamkollegen komplett unterordnen - aber wie heißt es so schön: Der Klügere gibt nach.

Wenn er die Kurve kriegt und zeigt, dass die beiden zum Wohle des Teams harmonieren können, könnte Alpine sogar genug Vertrauen entwickeln, um sie zu halten. Sollte das nicht der Fall sein, ist Ocon der Fahrer, der für 2025 am ehesten ausrangiert wird.

Mit Bildmaterial von circuitpics.de.

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