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Historie

Warum Jean Todt ein Angebot von Red Bull ablehnte

Jean Todt traf sich laut eigener Aussage gleich zweimal mit Red-Bull-Gründer Dietrich Mateschitz, entschied sich letztendlich aber gegen einen Wechsel zu den Bullen

Warum Jean Todt ein Angebot von Red Bull ablehnte

So hätte Jean Todt im Red-Bull-Outfit ausgesehen (KI-generiert)

Foto: Getty Getty

Glaubt man Jean Todt, hätte die Geschichte von Red Bull in der Formel 1 etwas anders verlaufen können. Laut eigener Aussage hatte der langjährige Ferrari-Teamchef um das Jahr 2008 herum nämlich ein Angebot vorliegen, die Motorsportaktivitäten der Bullen zu koordinieren.

"Als ich Ferrari verließ, wollte [Red-Bull-Gründer] Dietrich Mateschitz, dass ich zu ihm kam, und so kam er zweimal zu mir nach Hause in Paris zum Mittagessen", verrät der inzwischen 80-jährige Franzose im Podcast High Performance.

Todt war von 1993 bis 2007 Teamchef bei Ferrari. In diesem Zeitraum wurde unter anderem Michael Schumacher fünfmal in Folge Weltmeister mit der Scuderia, und auch der bis heute letzte Ferrari-Fahrertitel durch Kimi Räikkönen im Jahr 2007 stammt noch aus der Todt-Ära.

2008 gab er den Posten des Teamchefs an Stefano Domenicali ab, und in diesem Zeitraum habe er von Mateschitz das Angebot erhalten, "das Team zu leiten und die Motorsportaktivitäten von Red Bull zu koordinieren", berichtet Todt.

Er habe die Offerte allerdings "abgelehnt, weil dieses Kapitel für mich abgeschlossen war", erklärt er und ergänzt: "Ich habe [bei Ferrari] eine Kultmarke erfolgreich geführt. In gewisser Weise hätte es also nicht besser laufen können, und ich wollte mich neuen Aufgaben zuwenden."

"Außerdem war es an der Zeit, etwas zurückzugeben", so Todt, der stattdessen auf "die andere Seite" des Sports wechselte und 2009 zum FIA-Präsidenten gewählt wurde. Diese Position hatte er bis Ende 2021.

Unklar ist, wie die Struktur bei Red Bull ausgesehen hätte, wenn Todt das Angebot wirklich angenommen hätte. Denn neben dem damaligen Teamchef Christian Horner und dem mächtigen Berater Helmut Marko wäre kaum Platz für einen weiteren "starken Mann" gewesen.

Sicher ist dagegen, dass Red Bull in den folgenden Jahren auch ohne Todt erfolgreich war. Von 2010 bis 2013 gewannen die Bullen mit Sebastian Vettel am Steuer viermal in Folge die Fahrer- und auch die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft.

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