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Warum Mercedes dieses Mal keinen Shakedown in Silverstone fährt

Mercedes-Teamchef Toto Wolff erklärt, weshalb der neue W12 nicht wie sonst mit einem Shakedown in Silverstone erstmals in der Praxis erprobt wird

Warum Mercedes dieses Mal keinen Shakedown in Silverstone fährt

Erst die Autovorstellung, dann der Shakedown in Silverstone: So ist Mercedes in den vergangenen Jahren stets in die Formel-1-Saison gestartet. Doch 2021 ist das anders: Die WM-Titelverteidiger verzichten auf eine erste Probefahrt vor den offiziellen Wintertests.

Warum das so ist, erklärt Mercedes-Teamchef Toto Wolff auf Nachfrage - und mit dem häufig schlechten Frühjahrswetter in Silverstone. "Es regnet immer", meint Wolff. "Und wir wollten nicht mehr im eiskalten Regen stehen."

Die erste Ausfahrt des neuen Mercedes W12, der am Dienstag in der Teamzentrale in Brackley präsentiert wurde, erfolgt also bei den Formel-1-Testfahrten in Bahrain Mitte März. Den Shakedown, ein sogenannter Filmtag über maximal 100 Kilometer und mit speziellen Pirelli-Reifen, will Mercedes anschließend nachholen - "am Dienstag nach den Tests", wie Wolff sagt.

Begründung: Der nachgeholte Shakedown in Bahrain sei "repräsentativer" für das Team, so Wolff. Außerdem würden bei dieser Gelegenheit "bessere Bilder" entstehen, die Mercedes für das Marketing seines Formel-1-Projekts nutzen könne. Denn in Bahrain sind die Chancen gering, dass es am Filmtag zu Regen kommt, "im Gegensatz zu Silverstone", sagt Wolff.

Regen in Silverstone? Nicht so ganz ...

In Silverstone hat Mercedes seit 2015 regelmäßig die Erstausfahrt seiner Formel-1-Neuwagen veranstaltet, hatte dabei aber - entgegen der aktuellen Aussagen - meistens trockene oder nur teilweise feuchte Bedingungen vorgefunden. In den meisten Fällen schien sogar die Sonne.

Will Mercedes also vielleicht einfach nur nicht zu früh Details von seinem Formel-1-Autos preisgeben? Wolff wirkt amüsiert, als er eine entsprechende Nachfrage erhält, die konkret auf die neuen Unterboden-Regelungen abzielt. Seine Antwort: "Wir haben natürlich einen Supertrick darunter versteckt, sonst hätten wir es ja gezeigt. It's gonna blow your mind, wenn du's sehen wirst."

Ernsthaft fügt der Mercedes-Teamchef hinzu: "Es sind einfach zehn Tage bis zum ersten Test. Und das bedeutet, wenn wir alles zeigen würden, die Konkurrenz die Möglichkeit hätte, sich das anzuschauen, zu evaluieren, vielleicht sogar im CFD zu berechnen und damit ein Ergebnis zu bekommen, das es ihnen ermöglicht, zum ersten, zweiten oder dritten Rennen mit diesem Update auch an der Strecke erscheinen zu können."


Mercedes AMG F1 W12

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Foto: Daimler AG

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Foto: Daimler AG

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Foto: Daimler AG


Die zehn Tage zwischen Mercedes-Präsentation und Testauftakt seien "einfach ein zu langer Zeitpunkt, dass wir uns das einfach nicht leisten können, so früh exhibitionistisch zu sein", sagt Wolff. Wohl auch deshalb hat das Team nur Computerdarstellungen des neuen W12 veröffentlicht, aber keine echten Fotos.

Allerdings relativiert Wolff die Neuerungen für die Saison 2021 umgehend und spricht von "marginal Gains", also geringen Leistungszugewinnen, weil das Formel-1-Reglement für 2021 nur leicht angepasst worden sei. "Dann sprichst du nicht mehr von Zehnteln, sondern von Hundertsteln, die in der Summe den Unterschied machen können."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Rennserie Formel 1
Teams Mercedes
Urheber Stefan Ehlen