Weshalb Mercedes in Spielberg "vorsichtig optimistisch ist"

Wie Mercedes-Teamchef Toto Wolff und Lewis Hamilton den Trainingsauftakt in Spielberg bewerten und welche Chancen sie für Qualifying und Rennen sehen

Weshalb Mercedes in Spielberg "vorsichtig optimistisch ist"

Bestzeit für Mercedes, die Plätze eins und zwei für Lewis Hamilton und Valtteri Bottas. So kennt man das aus der jüngeren Formel-1-Vergangenheit, doch eigentlich gelten beim Österreich-Grand-Prix 2021 in Spielberg alle Sessions hier im kostenlosen Formel-1-Liveticker verfolgen! andere Vorzeichen. Denn vor einer Woche war an gleicher Stelle noch Red Bull am Drücker.

Dieses Mal aber blieb Mercedes im ersten Kräftemessen vorne, um 0,217 Sekunden im Vergleich zwischen Hamilton und WM-Spitzenreiter Max Verstappen. Und deshalb gibt sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff "vorsichtig optimistisch", wie er bei 'Sky' erklärt.

Wolff sagt aber auch: Allzu viel könne man nicht auf das Trainingsergebnis geben. "Ich denke, es läuft auf das hinaus, was Red Bull über all die Jahre gepredigt hat: Ich gehe davon aus, dass sie ihren Antrieb morgen weiter aufdrehen." Dann könnte sich schon wieder ein ganz anderes Szenario zeigen.

Für den Moment aber zeigt sich Wolff zufrieden: "Wir haben uns in manchen Kurvenabfolgen gesteigert. Das ist ermutigend."

Auch Hamilton erkennt Fortschritte

Hamilton spricht nach seiner Bestzeit von 1:04.523 Minuten ebenfalls von "kleinen Fortschritten", die Mercedes am Red-Bull-Ring gelungen seien.

Das Ergebnis täusche jedoch über das wahre Kräfteverhältnis hinweg: "Red Bull hat noch immer die zwei Zehntel oder eineinhalb Zehntel Vorsprung, was auch immer es ist. Wir sind näher rangekommen, aber nicht nahe genug, um die Lücke zu schließen." Und er gehe ohnehin davon aus, dass die Konkurrenz am Samstag nochmal "ein bisschen mehr aufdreht".

"Im Prinzip haben sie sowas wie den Qualifying-Modus, den wir früher hatten", erklärt Hamilton. "Ich frage mal bei meinen Leuten nach, weil ich nicht verstehe, wo [diese Leistung] dann herkommt. Das ist schon beeindruckend. Und wir müssen hart arbeiten, wenn wir da gleichziehen wollen."

Jetzt bloß nichts mehr am Auto ändern!

Für den Moment zeigt sich Hamilton aber zufrieden mit der Basisabstimmung seines W12. Das Auto habe sich über eine fliegende Runde "okay" angefühlt, so der Weltmeister. Er habe im Training das Set-up mehrfach anpassen müssen, weil sein Fahrzeug am Vormittag "nicht so gut" auf der Straße gelegen habe. Jetzt passe die Abstimmung deutlich besser.

"Wahrscheinlich", sagt Hamilton, "ändere ich jetzt nicht mehr so viel daran. Wie heißt es so schön: Bloß nicht reparieren, was nicht kaputt ist. Meistens versucht man halt, noch etwas mehr rauszuholen, aber dann geht es schief. Deshalb werde ich wirklich nur noch Kleinigkeiten ändern."

Simulator-Einsatz: Hamilton zufrieden und unzufrieden

Und so viel verrät Hamilton: Sein Simulator-Einsatz zwischen den Spielberg-Rennen habe ihm nur bedingt weitergeholfen. Er habe seine Erkenntnisse aus den virtuellen Fahrten als Basis für das Freitagstraining hergenommen, "und das war nicht gut", so der Brite. "Wir mussten ein paar der Änderungen wieder zurücknehmen."

Insgesamt habe sich die Simulator-Einheit aber doch gelohnt: "Wir haben dabei ein paar Sachen probiert, die wir hier [auf der echten Rennstrecke] testen wollten, aber die Zeit reicht dafür nicht aus. Das also ist positiv", meint Hamilton.

Trotz der leicht besseren Longruns im Vergleich zu Verstappen glaubt Hamilton nicht an einen Trendwechsel im Rennen am Sonntag: "Ich bin ziemlich sicher, es bleibt gleich. Wie auch immer der Abstand am Samstag ausfällt, das ist meist auch der Abstand, den wir am Sonntag sehen. Wir werden aber alles versuchen, um diesen Abstand so gering wie möglich zu halten."

Bottas: Red Bull ist auf den Geraden immer noch voraus

Laut Hamilton-Teamkollege Bottas hat Red Bull weiterhin einen gewissen Vorteil in schnellen Passagen: "Ich glaube, sie gewinnen im Vergleich zu uns immer noch auf den Geraden, was weiter eine kleine Schwachstelle von uns ist. Ich habe also keinen Zweifel daran, dass [Red Bull] noch immer stark ist."

Er selbst habe "schon ein besseres Gefühl als vergangene Woche" gehabt, erklärt Bottas weiter. "Wir sind hier ja in der zweiten Woche unterwegs. Da hast du bei der Kurvenleistung und bei der Fahrleistung nicht mehr so viel Spielraum. Es geht mehr um das Feintuning statt darum, richtig viel Zeit zu finden."

Sein Team sei "ganz okay" in das Rennwochenende gestartet. Bottas selbst büßte bei seinem besten Versuch im Freitagstraining 0,189 Sekunden auf Hamilton ein und wurde Zweiter, nur 0,028 Sekunden vor Verstappen. Das wertet Bottas als gutes Signal: "Hoffentlich können wir darauf aufbauen."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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