Warum Mexikos geringere Luftdichte Red Bull in die Karten spielen sollte

Red Bull kam in Mexiko immer sehr gut zurecht, was vor allem an der geringeren Luftdichte in der Höhe liegt - Das macht die Luft mit dem Auto

Warum Mexikos geringere Luftdichte Red Bull in die Karten spielen sollte

Wenn die Formel 1 am Wochenende in ihr fünftletztes Saisonrennen in Mexiko geht, gilt Red Bull als großer Favorit auf den Sieg. Max Verstappen konnte die beiden Rennen 2017 und 2018 dort gewinnen und 2019 dort auf Pole fahren. Nach einer Strafe und Berührungen mit beiden Mercedes-Piloten wurde es jedoch nichts mit dem dritten Sieg in Folge.

Dennoch war Red Bull in den vergangenen Jahren immer stark auf dem Autodromo Hermanos Rodriguez. Denn die Charakteristik der Strecke kam dem Team immer entgegen und hat dafür gesorgt, dass der Nachteil beim Antriebsstrang gegenüber den Konkurrenten aufgehoben wird.

Mexiko-Stadt liegt 2.285 Meter über dem Meeresspiegel und besitzt daher eine deutlich geringere Luftdichte als die anderen Strecken. Diese liegt auf Höhe des Meeresspiegels bei rund 1,225 kg/m³, während Mexiko-Stadt nur auf rund 78 Prozent davon kommt und einen Dichtewert von rund 0,96 kg/m³ besitzt.

Dadurch muss vor allem der Turbolader in der Powerunit härter arbeiten. Wenn das gleiche Volumen an Luft durch den Einlass strömt, muss sich die Turbine stärker drehen, um die gleiche Luftmasse in den Kompressor zu füttern.

Der Kompressor erhöht die Luftdichte und sorgt so für eine höhere Sauerstoffkonzentration, damit die verdichtete Luft mehr Leistung aus dem Verbrennungsmotor holen kann.

Honda: Erfahrung mit Jet-Turbinen

In den vergangenen Saisons musste Red Bull immer mit Antrieben zurechtkommen, die weniger Performance als der Mercedes geliefert haben. Mexiko hat in dieser Hinsicht immer für einen Ausgleich gesorgt.

Honda konnte zudem auf seine Erfahrung aus anderen Industrien bauen und so seinen Turbo optimieren. So hat man etwa Ideen aus dem Design der HondaJet-Turbine gezogen, um die Rate zu verbessern, mit der Luft in den Kompressor gedrückt wird.

Dies verschafft Honda natürlich einen gewissen Vorsprung, da Düsentriebwerke für den Betrieb in großen Höhen ausgelegt sind und die Turbinenschaufeln so geformt werden können, dass sie ein größeres Luftvolumen verdrängen.

Als in den späten 1980er-Jahren sowohl Turbo- als auch Saugmotoren parallel in der Formel 1 fuhren, kam die Höhe von Mexiko den Turbomotoren deutlich entgegen. Die Saugmotoren mussten hingegen einen Leistungsverlust von rund 20 Prozent hinnehmen.

1988, dem letzten Jahr der alten Turboära, war Alessandro Nannini im Qualifying der beste Pilot ohne Turbomotor. Sein Rückstand auf Polesetter Ayrton Senna betrug stolze 3,2 Sekunden.

Kaum Luftwiderstand

Einen Einfluss hat die Luftdichte auch auf die Aerodynamik, denn sie reduziert den Luftwiderstand des Autos drastisch. Ein Team kann damit mit dem höchstmöglichen Abtrieb fahren, ohne auf den Geraden dafür bestraft zu werden. Auf der anderen Seite sorgt die geringe Dichte aber auch für deutlich weniger Abtrieb.

Und auch wenn das jedes Team gleich betrifft, hat Red Bull mit seinem hohen Anstellwinkel einen Vorteil. Denn normalerweise sorgt das für etwas höheren Luftwiderstand als bei Mercedes.

Und wenn man bedenkt, dass Red Bull in Mexiko auch mit Autos stark war, die nicht um die Meisterschaft gekämpft haben, sollte es keinen Grund geben, warum der RB16B nicht das Auto sein wird, das es zu schlagen gilt.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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