Warum Pirelli unfreiwilig härtere Reifen mit nach Kanada bringt
Pirelli wollte weichere Mischungen zu den nächsten Rennen bringen, doch in Kanada wird die Auswahl sogar härter als im Vorjahr - Das ist aber unvermeidlich
Eins bleibt gleich: Es gibt immer Soft, Medium und Hard
Foto: Formel 1
Eigentlich hatte Pirelli angekündigt, bei der Auswahl ihrer Reifenmischungen in den kommenden Rennen tendenziell eine Spur weicher gehen zu wollen, da bislang alle Saisonrennen in der Formel 1 2026 mit nur einem Boxenstopp gewonnen wurden, doch im Mai wählt der Hersteller stattdessen härtere Reifen als im Vorjahr aus - das allerdings unfreiwillig.
Denn Pirelli ist in Kanada gezwungen, härtere Mischungen als 2025 mitzunehmen. Das liegt daran, dass es in diesem Jahr den weichsten C6-Reifen nicht mehr gibt, der im vergangenen Jahr eingeführt wurde und in Imola, Monaco, Kanada und Aserbaidschan zum Einsatz gekommen war.
Statt der Mischungen C4, C5 und C6 werden in Montreal nun die Mischungen C3, C4 und C5 eingesetzt - und damit zumindest die aktuell weichstmögliche Wahl. Das gilt auch für das anstehende Rennen in Miami, wo Pirelli ebenfalls nicht weicher werden konnte, da auch 2025 bereits die Mischungen C3 bis C5 zum Einsatz kamen.
Die Charakteristik der Strecke rund um das Stadion der Dolphins erlaubt aufgrund des sehr glatten Asphalts den Einsatz der weichsten Mischungen der Palette. Der Reifenabbau ist aufgrund der hohen Temperaturen in Florida überwiegend thermisch bedingt, erwies sich jedoch im Vorjahr bei nominell gleichen Mischungen als begrenzt.
Dies schuf die Voraussetzungen für zahlreiche Duelle auf der Strecke in der Anfangsphase des Rennens, in der die Fahrer ohne besondere Einschränkungen pushen konnten.
Auch in Kanada spricht vieles für die weichsten Mischungen - einerseits dank einer wenig rauen Fahrbahnoberfläche, andererseits um ausreichend Grip in den Zonen zu bieten, in denen die Autos starken Verzögerungskräften ausgesetzt sind.
Der C6 blieb im vergangenen Jahr im Rennen eine Randerscheinung in den Rennstrategien, die bereits auf zwei Stopps unter Verwendung von Hard und Medium ausgelegt waren. Im Vergleich zu Miami bringt Montreal zudem die Variable Wetter ins Spiel, insbesondere angesichts des früheren Termins im Kalender.
Kanada ist dabei übrigens die erste - erzwungene - Änderung im Vergleich zur Vorsaison. Bis dahin hatte Pirelli stets die gleichen Mischungen im Gepäck. (Eine Übersicht über die gewählten Reifen der Saison gibt es hier.)
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