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Warum steigt Ferrari nicht einfach auf das 2019er-Auto um?

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Warum steigt Ferrari nicht einfach auf das 2019er-Auto um?
Autor:
Co-Autor: Jonathan Noble

Der SF1000 scheint sogar schlechter als sein Vorgängermodell zu sein, doch so einfach auf das Auto von 2019 wechseln, ist laut Teamchef Binotto nicht möglich

In Spa ist Ferrari auf dem vorläufigen Tiefpunkt angekommen. Die Scuderia brachte in Belgien das ganze Wochenende über kein Bein auf die Erde und musste sich mit den Plätzen 13 und 14 begnügen - zum ersten Mal seit zehn Jahren landete Ferrari mit beiden Fahrzeugen außerhalb der Top 10.

Angesichts der Motorenproblematik wusste Ferrari, dass ihnen ein schwieriges Wochenende bevorsteht, doch der SF1000 war teilweise so langsam, dass dies nicht allein mit fehlender Motorenleistung zu tun haben konnte. Laut Teamchef Mattia Binotto komme die Philosophiefrage hinzu.

"Das Auto besitzt in dieser Saison mehr Luftwiderstand", sagt der Italiener. "Das kommt aber auf Strecken zu tragen, in denen Abtrieb benötigt wird, keine Effizienz." Ferraris Problem. Der SF1000 wurde noch auf Basis des starken Ferrari-Antriebs entwickelt, der jedoch nach einigen Direktiven und dem FIA-Deal deutliche Einbußen hinnehmen musste. Dafür bezahlt man jetzt doppelt.

Doch wenn das Auto angeblich schlechter als der Vorgänger sein soll, könnte Ferrari dann nicht einfach zurückrüsten? "Das Auto ist ziemlich anders, auch wenn es eine Entwicklung ist. Man kann nicht einfach Teile von einem auf das andere Auto packen, von daher ist das nicht möglich", so Binotto.

Brawn: Ferrari beim nächsten Rennen wieder in der Spur?

Trotzdem sei fehlende Leistung und fehlende Aerodynamik-Effizienz kein Grund, um die schwache Leistung vom Wochenende zu erklären. "Da muss mehr drin stecken, und darauf schauen wir." Der Teamchef hatte am Freitag die Reifen ins Spiel gebracht, die Ferrari nicht in das richtige Fenster bringen konnte.

Das hält auch Formel-1-Sportchef Ross Brawn für eine Erklärung und sieht daher nicht ganz so schwarz: "Man verliert nicht 1,3 Sekunden pro Runde alleine durch den Motor. Sie konnten die Reifen einfach nicht ins Fenster bringen. Und dass es in Spa kälter war, hat auch nicht geholfen", sagt der ehemalige Ferrari-Technikchef, der selbst solche Szenarien erlebt hat.

"Und wenn so etwas passiert, dann bricht die Performance ein und sieht fürchterlich aus", sagt er. "Aber wenn sie die Reifen wieder richtig zum Arbeiten bringen können, dann wird auch die Performance zurückkommen", so Brawn. "Sie werden zwar keine Rennen gewinnen, aber es wird respektabler sein."

Vettel: Würden auch mit Fans nicht ausgebuht werden

Beim nächsten Rennen in Monza rechnen jedoch die wenigsten mit dem großen Ferrari-Aufschwung. Denn auf den langen Geraden im Königlichen Park kommt es erneut auf die Motorenleistung an. "Da sind wir eindeutig nicht die Besten", sagt Binotto, hat aber etwas Hoffnung auf Besserung. Denn Motorenmodi wie der "Party-Modus" werden eingeschränkt werden - das könnte Ferrari helfen.

Sebastian Vettel hegt zumindest etwas Optimismus, dass Ferrari die großen Probleme aus Belgien beheben können wird. "Ich hoffe, dass die Probleme, die uns eingebremst haben, verstanden und angegangen werden können", so der Deutsche. "Das heißt zwar nicht, dass wir Rennen gewinnen werden, aber es heißt, dass wir hoffentlich etwas stärker sein werden."

Spötter würden sagen, dass es Ferrari entgegenkommt, dass in Monza keine Zuschauer an der Strecke sein werden. So könnten sie von den Tifosi wenigstens nicht ausgebuht werden. "Ich denke nicht, dass wir ausgebuht werden würden", entgegnet Vettel. "Wenn ich die Wahl hätte, würde ich die Fans dabei haben. Aber wir wissen, dass wir im Moment keine Wahl haben und das nicht möglich ist."

Binotto mahnt zur Geduld

"Trotzdem wird es ein wichtiges Rennen für uns werden. Es stimmt aber auch, dass es wohl wieder schwierig werden wird", so Vettel weiter.

Mattia Binotto

Für Mattia Binotto befindet sich Ferrari aktuell nicht in einer Krise

Foto: Motorsport Images

Sollte Ferrari auch bei den Heimrennen in Monza und Mugello hinterherfahren, dürfte sich die Schlinge um den Hals von Teamchef Binotto immer enger zuziehen. Der Italiener betont, dass er sich in der Verantwortung für die aktuelle Situation sieht, aber alles dafür tun werde, um an Bord bleiben zu können. "Ob ich der richtige Mann bin, liegt aber nicht an mir zu sagen", betont er.

Gleichzeitig vertröstet er die Fans aber auch, dass Erfolge noch ein Stück auf sich warten lassen könnten. "Wenn man auf die Siegzyklen schaut, dann gehen sie immer ein paar Jahre", sagt Binotto. "Es gibt in der Formel 1 keine Patentlösung. Geduld und Stabilität sind vonnöten."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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