Warum Stroll nach Alonso-Beschwerde nur verwarnt wurde

Weshalb Aston-Martin-Fahrer Lance Stroll im Formel-1-Rennen in Monza verwarnt wurde und was Alpine-Mann Fernando Alonso damit zu tun hatte

Warum Stroll nach Alonso-Beschwerde nur verwarnt wurde

Runde 41 im Italien-Grand-Prix 2021 in Monza: Nikita Masepin stellt seinen Haas VF-21 ausgangs der Ascari-Schikane am Streckenrand ab und steigt aus. Die Rennleitung lässt gelbe Flaggen zeigen, kurz darauf wird eine virtuelle Safety-Car-Phase ausgerufen. Und Alpine-Fahrer Fernando Alonso wittert einen Nachteil gegenüber Aston-Martin-Fahrer Lance Stroll.

Der Vorwurf lautet: Stroll sei ihm unter Gelb "etwas davongezogen". Das funkt Alonso noch während des Rennens an die Alpine-Box. Die Sportkommissare kündigen daraufhin eine Untersuchung gegen Stroll an.

Ergbnis: Stroll wird verwarnt. Die Sportkommissare können ihm keinen Regelverstoß nachweisen, obwohl sich der Abstand zwischen Stroll und Alonso binnen weniger Runden von 1,3 auf 2,7 Sekunden vergrößert hat.

Wie Alpine die Situation gesehen hat

Was also ist aus der Vermutung geworden, Stroll könnte gelbe Flaggen missachtet haben? Denn genau das impliziert auch Alpine-Teamchef Marcin Budkowski, wenn er sagt: "Es sieht ganz danach aus, als hätte Stroll von der virtuellen Safety-Car-Phase oder kurz davor profitiert."

"Fernando meldete uns, Stroll habe unter doppelt Gelb nicht gelupft. Da muss man aber deutlich vom Gas gehen. Und nach der virtuellen Safety-Car-Phase war der Abstand doppelt so groß", erklärt Budkowski. Das sei seinem Team als "nicht richtig" erschienen.

Die Sportkommissare wiederum halten in ihrer Urteilsbegründung zur Verwarnung fest: "Der Fahrer hat [unter Gelb] ordnungsgemäß verzögert, wie es die Regeln vorsehen, er hätte das aber schon früher tun können." Letzteres habe den Ausschlag zur Verwarnung gegeben.

Stroll selbst glaubt: Alles richtig gemacht!

Stroll selbst ist sich aber keiner Schuld bewusst und meint: "Ich habe Tempo rausgenommen." Allerdings räumt er ein: Vielleicht habe er, aufgrund der Umstände, nicht sofort auf die entsprechenden Signale reagiert.

Er erklärt: "Die gelben Flaggen kamen raus, als ich mich [vor der Ascari-Schikane] gerade in der Bremszone befand. Ich konzentrierte mich daher auf die folgenden Kurven. Ich sah die erste gelbe Flagge erst nach diesen Kurven. Und dann bin ich vom Gas."

"Du kriegst zwar eine Info auf das Display [am Lenkrad]. Wenn du dich aber gerade in einem Kurvenkomplex befindest, dann siehst du diese Info praktisch nicht, weil du dich auf das Fahren konzentrierst."

Displays zeigen Signal nicht sofort an

Hinzu kam: Die elektrischen Displays am Streckenrand zeigten erst mit Verzögerung Gelb an, was sich im Fall Stroll ebenfalls urteilsmildernd ausgewirkt haben dürfte. Stroll habe vielleicht eine doppelt gelbe Flagge "nicht so gut sehen können", aber "genau gegenüber wurde einfach gelb gezeigt, und gut sichtbar", so die Sportkomissare weiter.

Entscheidend ist aber laut FIA-Rennleiter Michael Masi, was theoretisch zu sehen war für den Fahrer. "Und es gab gelbe Flaggen. Ganz klar dabei ist: Flaggen und Lichtsignale haben den gleichen Stellenwert." Heißt: Beide Warnsysteme sind gleichberechtigt gültig.

Und am Ende blieb es bei der Reihenfolge von vor dem Zwischenfall: Stroll beschloss das Rennen auf P7, um 1,397 Sekunden vor Alonso.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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