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Warum Williams Zeit brauchen wird, das Gewicht des FW48 zu reduzieren

Ein komplexes Entwicklungsproblem sorgt bei Williams für Rückstand - Der FW48 ist zu schwer, und die Gewichtsreduktion verläuft nur schrittweise

Warum Williams Zeit brauchen wird, das Gewicht des FW48 zu reduzieren

James Vowles spricht offen vom FW48-Übergewicht

Foto: Formel 1

Williams ist mit einem deutlichen Rückstand in die Formel-1-Saison 2026 gestartet. Hauptgrund dafür ist das Übergewicht des FW48, der nach aktuellen Schätzungen rund 28 Kilogramm über dem vorgeschriebenen Mindestgewicht von 768 Kilogramm liegt. Dieses wurde im Zuge der neuen Regeländerungen im Vergleich zum Vorjahr gesenkt.

Nach drei Rennen hat das Team lediglich zwei Punkte gesammelt und belegt aktuell den neunten Platz in der Konstrukteurswertung. Lediglich Cadillac und Aston Martin liegen dahinter. Um die Situation zu verbessern, bringt Williams zum Großen Preis von Miami sieben neue Komponenten an das Auto, wobei die Gewichtsreduktion im Mittelpunkt steht.

Teamchef James Vowles macht jedoch deutlich, dass Fortschritte Zeit benötigen werden. Trotz abgeschlossener Entwicklungsarbeit könne die Umsetzung nicht sofort erfolgen. "Warum dauert es so lange, Gewicht zu reduzieren? Die Ingenieursarbeit ist erledigt, die Designer entwerfen also nicht mehr grundlegend neu", erklärt er.

Gewichtsreduktion nur schrittweise möglich

"Man muss sicherstellen, dass die Komponenten sinnvoll gefertigt werden", so Vowles weiter. "Wir könnten mehrere Kilo einsparen, indem wir einfach Teile leichter bauen. Aber es ergibt keinen Sinn, zum Beispiel den gleichen Frontflügel nur leichter zu machen." Stattdessen muss die Gewichtsreduktion mit aerodynamischen Verbesserungen kombiniert werden, auch im Hinblick auf die Budgetobergrenze.

"Man muss das mit aerodynamischen Updates verbinden, und das ist im Rahmen der Budgetobergrenze der effizienteste Weg", sagt Vowles. Ohne diese Einschränkungen wäre eine schnellere Reduktion möglich, doch in der Praxis seien verschiedene Prozesse zu berücksichtigen. "Es ist schmerzhaft, weil man gleichzeitig die aerodynamische Leistung und die Gewichtsreduzierung in Einklang bringen muss."

Auch Fahrer Carlos Sainz rechnet nicht mit kurzfristigen Verbesserungen. Laut Vowles werden in Miami lediglich "ein paar Kilo" eingespart. Weitere Schritte sollen schrittweise im Verlauf der Saison folgen.

Umstellungen und Systemwechsel als Auslöser

Der schwierige Saisonstart kommt für Williams überraschend. Nach einer deutlichen Leistungssteigerung im Jahr 2025 hatte das Team bereits früh mit den Vorbereitungen auf das neue Reglement begonnen. Dennoch verlief die Winterpause laut Vowles "chaotisch". Williams verpasste unter anderem den Auftakttest in Barcelona, was die Entwicklung zusätzlich erschwerte.

Als Ursachen nennt Vowles umfassende Umstellungen innerhalb des Teams. "Wir haben vor ein paar Jahren viele Änderungen vorgenommen, neue Systeme, neue Planungsprozesse und neue Arbeitsweisen", erklärt er. "Das war das erste Auto, bei dem all das vollständig zum Einsatz kam. Dabei haben wir Fehler gemacht."

Besonders die Komplexität des neuen Fahrzeugs stellte das Team vor Herausforderungen. "Das Auto, das wir gebaut haben, ist das komplexeste überhaupt", sagt Vowles. Viele Prozesse haben nicht reibungslos funktioniert, was zu Verzögerungen führte. Hinzu kamen Schwierigkeiten bei Crashtests sowie begrenzte Möglichkeiten, externe Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

Ziel: Rückkehr ins vordere Mittelfeld bis Saisonende

"Wenn man einmal in Rückstand gerät, steckt man in Schwierigkeiten", so Vowles. In solchen Situationen werde das Gewicht häufig zur Kompromisslösung, um Bauteile rechtzeitig fertigzustellen. "Wenn die Zeit knapp wird, ist Gewicht oft der einfachste Weg, ein Teil fertigzustellen."

Williams plant, die Entwicklung des FW48 bis etwa Ende August abzuschließen. Ein realistisches Ziel für die Saison sei es laut Vowles, sich wieder an der Spitze des Mittelfelds zu etablieren. Entscheidend dürfte dabei sein, wie schnell die geplanten Updates sowohl beim Gewicht als auch bei der Aerodynamik greifen und sich in konstant besseren Resultaten niederschlagen.

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