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Was sich die Topteams von Open-Source-Teilen versprechen

Sogenannte Open-Source-Teile könnten unter dem neuen Formel-1-Reglement ab 2021 eine kostengünstige und sichere Alternative zu Einheitsteilen bieten

Stefan Ehlen Scott Mitchell

Bearbeitet: 07.10.2019, 15:03

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Mit Einheitsteilen können sich die Formel-1-Teams traditionell nur schwer anfreunden. Noch dazu, weil sie vor der Einführung des neuen Reglements zur Saison 2021 befürchten, ein fehlerhaftes Design könnte die gesamte Neuausrichtung der Rennserie gefährden und mehr Probleme schaffen als lösen. Deshalb steht nun eine neue Idee im Raum: sogenannte Open-Source-Teile.

Was darunter zu verstehen ist? Ganz einfach: Im Open-Source-Verfahren könnte jedes Team bestimmte Designs veröffentlichen und so der Konkurrenz zum Nachbauen zur Verfügung stellen. Der Unterschied zu klassischen Einheitsteilen läge darin, dass die Teams freie Wahl hätten, für welchen Open-Source-Ansatz sie sich entscheiden. Und: Sie würden die entsprechenden Teile dann selbst produzieren, nicht extern fertigen lassen.

Obwohl der Vorschlag noch "ziemlich frisch" ist, wie Mercedes-Technikchef James Allison erklärt, habe er sich bereits damit angefreundet. "Wir werden uns noch im Detail darüber unterhalten müssen, damit aus einem vielversprechenden Konzept auch eine darstellbare Realität werden kann. Doch ich halte das für eine Möglichkeit, die wir uns auf jeden Fall anschauen sollten."

Keine Sofortmaßnahme ab 2021

Allison betont jedoch, dass es sich dabei nicht um eine Sofortmaßnahme für 2021 handeln würde. Es brauche wohl "etwas Geduld", bis das Open-Source-System anlaufen könne, so der Brite.

"Vor 2021 wird jeder bis zum Schluss entwickeln und dann geht es sofort auf die Rennstrecke. Du könntest also nicht einfach abwarten, bis Open-Source-Designs durch einen Konkurrenten verfügbar gemacht werden, weil es dann schlicht zu spät wäre", erklärt Allison und meint: "So etwas muss sich über Saisons hinweg aufbauen."

Positiver Nebeneffekt eines Open-Source-Systems sei in jedem Fall eine Kostenersparnis, wie Allison weiter ausführt. "Das beste Design wird sich durchsetzen. Das führt dann automatisch dazu, dass niemand von uns Geld für die Entwicklung aufbringen will, wenn es schon ein gutes Design auf dem Markt gibt."

Die Kernfrage: Open Source für welche Teile?

Heißt im Klartext: Die Formel 1 könnte Einheitsbauteile bekommen, ohne dass dies klassische Einheitsteile wären, sondern wettbewerbserprobte Komponenten zu einem vernünftigen Geldaufwand. Offen ist allerdings, welche Fahrzeugteile einem Open-Source-Projekt zugeordnet werden könnten. "Darüber müssten wir schon sehr intensiv nachdenken", sagt Red-Bull-Chefdesigner Paul Monaghan.

2021-Konzept

Designstudie: So könnte ein Formel-1-Auto in der Saison 2021 aussehen

Foto: Motorsport Network

Bevor sich die Formel 1 auf Einheitsteile von externen Zulieferern verlasse, deren Qualität sich vielleicht erst im Saisonverlauf zeige, seien die Chancen von Open-Source-Teilen unbedingt zu erörtern. "Sonst gehen wir 2021 vielleicht mit einer ganzen Reihe von Problemen und Schwierigkeiten in die Saison", meint Monaghan. "Deshalb stehen wir der Open-Source-Diskussion offen gegenüber."

Ferrari-Sportdirektor Laurent Mekies denkt ähnlich und erklärt: "Wir unterstützen diese Initiative, weil wir so einige Risiken vermeiden könnten, die mit der Einführung von Einheitsteilen einhergehen würden." Er warnt aber davor, dass es "ein bisschen kompliziert" werden könnte, sich auf eine Liste von Open-Source-Teilen zu einigen - sofern das Open-Source-Projekt überhaupt eingeführt wird.

Mit Bildmaterial von LAT.

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