Was unterscheidet Haas F1 von anderen Formel-1-Neueinsteigern?

Schon beim ersten Auftritt in der Formel 1 für sein neues Team landete Romain Grosjean beim Grand Prix von Australien in den Punkterängen. Das kam bei komplett neuen Teams zuvor nur zwei Mal vor.

Mika Salo fuhr bei der Premiere von Toyota beim ersten Saisonrennen 2002 auf Platz sechs und holte so den ersten von insgesamt zwei Punkten für die Japaner. Davor war es nur J.J. Lehto gelungen, gleich im ersten Rennen des neuen Sauber-Rennstalls in der Punkte zu fahren. Der Finne wurde 1993 in Südafrika Fünfter.

Die anderen Neulinge im Feld wie HRT, Caterham, Super Aguri, Force India, oder Manor, mussten entweder lange warten, bis sie den ersten WM-Zähler auf dem Konto hatten, oder sie schafften es nie, bevor sie wieder von der Bildfläche verschwanden.

Bildergalerie Grand Prix von Australien

Das wollte die Truppe von Gene Haas auf gar keinen Fall nachmachen und Teamchef Günther Steiner hatte schon vor Saisonbeginn erklärt, dass Punkte das Ziel seines Teams seien.

„Wir wollen auf keinen Fall arrogant klingen, aber wir wollen Punkte erzielen“, hatte der Südtiroler erklärt. „Was wir hauptsächlich zeigen wollen ist jedoch, dass es in der Formel 1 sogar für ein neues Team immer noch möglich ist, von Null anzufangen.“

Und dieses Ziel haben Steiner und seine Mannschaft gleich beim Saisonauftakt in Australien erreicht. Platz sechs für Romain Grosjean und man kann nur spekulieren, was Grosjean und sein Teamkollege Esteban Gutierrez hätten erreichen können, wenn sie sich im Qualifying nicht verkalkuliert hätten und vom Ende des Feldes [Platz 19 und 20] gestartet wären. Immerhin war Gutierrez in Q1 Siebter – aber leider erst ein paar Sekunden nach Ablauf der Zeit.

Für Insider der Formel 1 war dieser Aufritt des US-Teams in Melbourne aber keine Überraschung. John Booth, ehemaliger Teamchef von Marussia beziehungsweise Manor, meint, das sei zu erwarten gewesen.

„In der Formel 1 steht die Leistung mit dem Budget in Zusammenhang, das zur Verfügung steht“, sagte Booth gegenüber Motorsport.com. „Sie haben einen großartigen Job gemacht, versteht mich da nicht falsch, aber sie haben auch ein sehr gesundes Budget und sind die Dinge auf eine Art angegangen, die ihnen das Debüt erleichtert hat.“

Rennergebnis Grand Prix von Australien

Insbesondere Ferrari habe dabei eine Rolle gespielt, erklärte Booth. „Durch die enge Zusammenarbeit mit Ferrari zwei Jahre vor dem Debüt, war es ziemlich klar, wo der Weg hingehen würde. Die größte Überraschung war, wo sie sich qualifizierten. Das war für mich die größte Überraschung.“

Manor musste fünf Jahre warten, bis Jules Bianchi in Monaco 2014 zum ersten Mal in die Punkte fuhr. Für sein Team seien aber auch die Umstände ganz anders gewesen, betonte Booth.

„Als wir in die Formel 1 kamen, hat Max [Mosley] uns gesagt, dass ein Budget von 30 Millionen Dollar ausreichen würde. Das hat dann nicht ganz geklappt.“

Das Gespräch führte Erwin Jaeggi

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Teams Haas F1 Team
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