Wegen Superlizenz-Vorgaben: Mick Schumacher in Formel 2 unter Druck

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Wegen Superlizenz-Vorgaben: Mick Schumacher in Formel 2 unter Druck
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22.01.2019, 11:14

Will er 2020 in die Formel 1 aufsteigen, muss Mick Schumacher mindestens Platz sechs in der Gesamtwertung holen - Andere Talente brauchen weniger Zähler

Die Zeiten, in denen jeder Nachwuchsfahrer in die Formel 1 aufsteigen konnte - auch wenn er vorher nur ein Bobby-Car bewegt hatte -, sind vorbei. Seit Einführung eines Punktesystems zur Erteilung der für die Königsklasse nötigen FIA-Superlizenz braucht es gute Vorleistungen aus anderen Serien. Ein Umstand, der Mick Schumachers Karriere schon in naher Zukunft einbremsen könnte.

Grund dafür ist nicht, dass der 19-jährige Sohn des Rekord-Weltmeisters Michael Schumacher in der Vergangenheit zu schlecht gewesen wäre. Im Gegenteil: Er verfügt aktuell über 50 Zähler und damit über 10 Punkte mehr als es für die Superlizenz braucht. Problematisch ist vielmehr, dass 20 davon verfallen. Die FIA berücksichtigt immer nur die Punkte aus den vergangenen drei Jahren.

Heißt: Schumacher behält Ende 2019 seine 30 Punkte für den Gewinn der Formel-3-EM 2018, verliert jedoch jeweils zehn Zähler für die Vizemeisterschaften in der deutschen und der italienischen Formel 4, die er 2016 einfuhr. Alle übrigen Ergebnisse des Deutschen - ein zwölfter Platz in der Formel-1-EM 2017 und Siege in einem indischen Formel-Championat - belohnt die FIA nicht.

Wenn Schumacher dieses Jahr erstmals in der Formel 2 an den Start geht, muss er mindestens zehn Zähler holen, um 2020 in die Königsklasse aufsteigen zu können. Dafür braucht es wenigstens Platz sechs in der Gesamtwertung. Einzelne Rennergebnisse sind nicht von Bedeutung. Ein möglicher Notfallplan ist ein Start beim Formel-3-Grand-Prix in Macau, dessen Sieger fünf Punkte erhält. Alle anderen von der FIA berücksichtigten Events sind Championate, die über das ganze Jahr laufen.

Doch nicht nur die FIA-Punkte setzen Schumacher unter Druck: Piloten wie Max Verstappen oder Lance Stroll bewältigten den direkten Aufstieg aus der Formel 3 in die Formel 1. George Russell und Lando Norris, die 2019 bei Williams respektive McLaren debütieren, holten im Formel-2-Premierenjahr die Plätze eins und zwei in der Gesamtwertung. Wer mehrere Saisons braucht, um in der Serie Fuß zu fassen, könne das Interesse der Formel-1-Teams nicht mehr wecken, heißt es häufig.

Hinzu kommt, dass Schumachers Konkurrenten um Formel-1-Cockpits 2020 nicht unmenschlich viele Punkte holen müssen: McLaren-Junior Nyck de Vries hat am Jahresende 38 Zähler sicher und wäre mit jedem Top-10-Resultat in der Gesamtwertung qualifiziert. Auch dem mit Renault verbandelten Jack Aitken und Force-India-Mann Nikita Mazepin (jeweils 20 Punkte) reicht Platz fünf.

Red-Bull-Junior Daniel Ticktum (35 Punkte), der 2019 in der Super-Formula-Serie antritt, muss in Japan lediglich unter den Top 5 landen. Hinzu gesellt sich eine Reihe von Piloten, die das Superlizenz-Problem wegen ihrer Vorleistungen nicht haben oder weil sie sie bereits besitzen - angeführt von den mit Formel-1-Erfahrung ausgestatteten Esteban Ocon und Pascal Wehrlein.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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