"Wendepunkt": Ist die April-Pause die letzte Chance für Williams?
Williams will die Pause bis Miami nutzen, um einen Sprung nach vorne zu machen - Laut Carlos Sainz muss man in den nächsten Wochen "einen neuen Plan" entwickeln
Carlos Sainz hat aus eigener Kraft aktuell keine Chance auf WM-Punkte
Foto: LAT Images
Williams gehört bislang zu den größten Enttäuschungen in der Formel-1-Saison 2026. Aktuell hat man das drittschlechteste Auto im Feld, lediglich Sorgenkind Aston Martin und Neuling Cadillac liegen in der Weltmeisterschaft nach den ersten drei Rennen hinter dem Team aus Grove.
James Vowles kündigt daher an: "Wir müssen die nächsten fünf Wochen, die vor uns liegen, optimal nutzen." Der Große Preis von Japan sei wieder einmal "schmerzhaft" gewesen, "aber ich möchte ihn zum Wendepunkt machen", betont der Teamchef.
Denn die Pause im April wolle man bei Williams nun nutzen "und dafür sorgen, dass wir in jedem weiteren Rennen dieses Jahres unsere Leistung steigern und uns jedes Wochenende wieder in Richtung der Punkteränge vorarbeiten", so Vowles.
Er erklärt daher: "Die nächsten fünf Wochen werden für uns zu den härtesten gehören, und das ist auch so gewollt. Denn wir werden alles geben, um sicherzustellen, dass wir in Miami mit einem Auto zurückkehren, das es wert ist, Punkte zu holen."
Sainz selbst mit perfektem Rennen nur auf P15
Denn zwar sammelte Carlos Sainz bereits in China zwei WM-Punkte als Neunter, profitierte dabei allerdings von zahlreichen Ausfällen. Aus eigener Kraft ist der FW48 aktuell kein Top-10-Auto, was auch die Positionen 15 und 20 in Suzuka wieder gezeigt haben.
"Wir haben heute im Rennen absolut alles aus dem Auto herausgeholt, was möglich war", betont Carlos Sainz nach P15, und auch Vowles erklärt: "Es war eine makellose Fahrt, und er hat alles gegeben. Aber das ist nun mal der aktuelle Stand des Autos."
"Dank eines weiteren soliden Starts und eines gut getimten Boxenstopps haben wir unser bestmögliches Rennen gefahren", versichert Sainz. Doch obwohl es ein mehr oder weniger perfektes Rennen war, landete er im Ziel fünf Plätze und rund 15 Sekunden hinter den Punkterängen.
Auf Pierre Gasly im besten Mittelfeldauto auf P7 fehlte am Ende sogar mehr als eine halbe Minute. Das zeigt, wie groß der Rückstand von Williams aktuell alleine im Verfolgerfeld ist. Auf die Zeit von Rennsieger Kimi Antonelli im Werks-Mercedes fehlte Sainz sogar mehr als eine volle Minute.
Warum Albon in Japan zwei Runden Rückstand hatte
Wie aussichtslos die Situation momentan ist, zeigt sich auch daran, dass das Rennen von Alexander Albon am Ende geopfert wurde, um weitere Daten zu sammeln. "Er fuhr hervorragend und absolvierte anschließend ein Testprogramm, das für uns im Hinblick auf zukünftige Erkenntnisse von unschätzbarem Wert sein wird", erklärt Vowles.
Albon selbst berichtet: "Ich steckte während des Rennens im Verkehr fest, daher ist eigentlich nichts passiert, und es wurde zu einer Art Testfahrt, da wir ein paar Dinge am Frontflügel ausprobieren wollten, um ihn besser zu verstehen und Daten zu sammeln."
Er sah die Zielflagge nach mehreren Boxenstopps in der Schlussphase am Ende als 20. und Letzter mit zwei Runden Rückstand. "Realistisch gesehen holen wir das heraus, was wir herausholen können, und fahren unsere Rennen so gut wie möglich", betont Albon.
"Aber wir müssen einfach noch einige Probleme in den Griff bekommen und etwas mehr Geschwindigkeit ins Auto bringen. Wir haben viel Arbeit vor uns, aber als Team haben wir jetzt noch etwa fünf Wochen Zeit, sodass wir noch einiges verbessern können", hofft er.
Sainz: "Wir müssen den Reset-Knopf drücken"
Auch Teamkollege Sainz erklärt, dass die Absage der beiden Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien eine unverhoffte Chance für Williams sein könnte. Er erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass das Team im Winter den Shakedown in Barcelona auslassen musste.
Weil es Verzögerungen beim neuen Auto gab, schleppt Williams seit Beginn des Jahres einen Rückstand mit sich herum. Die Pause bietet nun eine Chance zum Aufholen. "Ich bin zuversichtlich, dass wir in diesen fünf Wochen in jedem einzelnen Bereich hart arbeiten können", erklärt Sainz bei Sky.
Dabei geht es ihm nicht nur darum, das Auto einfach nur schneller zu machen. Er erklärt: "Wir müssen den Reset-Knopf drücken." Denn was man bislang versucht habe, das habe "nicht funktioniert", weshalb man die freie Zeit nutzen müsse, um "einen neuen Plan zu entwickeln".
"Ich kann zwar nicht garantieren, dass wir in Miami deutlich konkurrenzfähiger sein werden", sagt der Spanier daher auch, "aber diese fünfwöchige Pause kann uns von Mitte bis Ende der Saison einen großen Leistungsschub verschaffen", hofft er.
Williams will die Pause bis Miami also nicht nur für kurzfristige Performancegewinne nutzen. Vielmehr möchte man sich auch langfristig besser aufstellen, um dann "echte Fortschritte bei der Leistung des Autos zu erzielen", so Sainz.
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